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Viel zu viel Bier getrunken hatten die drei jungen Männer, die beim Poinger Volksfest 2015 in eine Rauferei verwickelt waren.

"Königlich bayerisches Amtsgericht"

Volksfest-Rauferei: Keiner kann sich genau erinnern

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Der Klassiker: Viel Alkohol, viel Testosteron, und drei junge Männer, die sich nicht mehr erinnern können, ob und wer wie stark zugeschlagen hat. Am Ende der Rauferei nach einem Volksfestabend in Poing gab es zwei Mal Blut und Schmerzen - vor Gericht kam es jetzt zu zwei Freisprüchen und einer Verurteilung.

Es war mitten in der Nacht, dunkel – und alle Beteiligten waren ziemlich betrunken und voll Testosteron. Das waren die Umstände vom 18. auf den 19. Juli 2015, gegen 3 Uhr. Am gestrigen Mittwoch saßen drei junge Männer aus Poing und Markt Schwaben auf der Anklagebank im Amtsgericht Ebersberg, angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung. Alle drei nüchtern – und mit allerlei Erinnerungslücken und unterschiedlichen Versionen, was in jener Nacht geschah.

In einem waren sie sich einig: Christian E. (22, alle Namen geändert) und Jürgen H. (19) waren auf dem Nachhauseweg vom Poinger Volksfest, als ihnen auf dem kleinen Pfad zwischen Bauhof und Skateranlage Maximilian B. (18) entgegenkam. Wer dann wen, warum und mit welchen Worten angesprochen bzw. beleidigt hat? Das wird wohl nie geklärt werden – immerhin hat Amtsrichter Dieter Kaltbeitzer gestern mehrere Versionen zur Auswahl bekommen. Nach dem verbalen Streit flogen damals noch die Fäuste – wer aber wen und wie fest geschlagen hat? Auch das ist nach den Aussagen der Angeklagten sowie einer Zeugin schwer nachvollziehbar.

Gesichert aber ist: Am Ende des Streits lag Jürgen H. aus Poing mit blutiger Lippe (oder war’s die Nase, auch darüber hat es gestern unterschiedliche Aussagen gegeben) am Boden, Maximilian B. aus Markt Schwaben stand zwar noch, hatte aber eine gebrochene Nase.

B. gab zwar zu, dass er H. einen Faustschlag ins Gesicht verpasst hatte, er selbst aber sei anschließend von Christian E. gehalten und von H. geschlagen worden. Deshalb die gebrochene Nase, wegen der er noch in jener Nacht für zwei Stunden in einem Krankenhaus gewesen sei. „Eine Operation war nicht notwendig“, berichtete der Markt Schwabener gestern vor Gericht.

Die beiden Poinger bestritten, B. gehalten und geschlagen zu haben. Auch die Zeugin, die damals mit E. und H. unterwegs war, konnte sich nicht an eine derartige Situation erinnern. Dafür an was anderes (im Gegensatz zu den drei Angeklagten): „Von der Skateranlage kamen etwa zehn Leute heran und es gab eine Rauferei.“ Wer wen geschlagen hat? „Es war dunkel“, entschuldigte sich die junge Frau. Sie habe nichts Genaues erkennen können. Nur, dass Jürgen H. ein paar Augenblicke später blutend am Boden lag, und dass Maximilian B. Blut aus der Nase floss.

Richter Kaltbeitzer bilanzierte nach allen Aussagen: „eine unübersichtlichen Situation“ – und sprach die beiden Poinger frei. Der 18-jährige Markt Schwabener bekam fünf Tage Sozialdienst aufgebrummt – er hatte schließlich als einziger einen Faustschlag zugegeben.

Armin Rösl

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