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Eines der Großprojekte in den nächsten Jahren: Die neue Bahnunterführung.

Hohe Investitionen

Die Geister, die Poing rief...

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Es hilft nichts: Das Wachstum kostet die Gemeinde Poing viel Geld. In den nächsten Jahren muss sie bis zu 30 Millionen Euro Kredit aufnehmen, um sämtliche Investitionen finanzieren zu können.

Die Liste der Ausgaben in Millionenhöhe ist nicht nur lang, sondern seit Jahren bekannt und notwendig: Neubau Grundschule und Kitas im Zauberwinkel, Abbruch und Neubau Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd, Neubau Bahnunterführung in der neuen Ortsmitte sowie eine weitere Bahnunterführung in Verlängerung der Anzinger Straße, Neubau Schulschwimmbad, Neubau katholischer Kindergarten am Endbachweg; hinzukommen dringende Sanierungsmaßnahmen wie in der Dreifachturnhalle im Sportzentrum sowie am Park-& Ride-Gebäude am S-Bahnhof. Um nur die allergrößten Posten zu nennen. Und dann gibt es noch Ausgaben, die früher als erwartet zu stemmen sind, wie der Kauf einer neuen Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr.

In der Sitzung des Finanzausschusses des Gemeinderates Poing haben Bürgermeister Albert Hingerl und Kämmerer Holger Schmidt den Nachtragshaushalt für 2016, den Haushalt 2017 sowie die Finanzplanung bis 2020 vorgestellt. Um sämtliche Vorhaben stemmen zu können, reichen die traditionell hohen Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommenssteuer (jeweils rund zwölf Millionen Euro im Jahr) nicht mehr aus. Aus diesem Grund hat der Finanzausschuss dem Plan der Verwaltung zugestimmt, heuer 12,3 Millionen Euro Nettoschulden aufzunehmen, bis 2020 insgesamt gut 30 Millionen Euro. Damit steigt der Pro-Kopf-Schuldenstand von derzeit 844 (knapp über dem Landesdurchschnitt im Vergleich mit ähnlich großen Gemeinden) auf 1862 Euro. Die Zustimmung des Ausschusses ist eine Empfehlung an den Gemeinderat, der endgültig und abschließend über die Haushaltsentwürfe entscheiden wird.

Damit enden die rosigen Zeiten der Gemeinde Poing, die bis 2015 lediglich knapp 530.000 Euro im Minus war – was als „fast schuldenfrei“ galt. Die Geister, die Poing schon in den 1980er-Jahren mit der Entscheidung für den Wachstum und die entsprechenden Neubaugebiete rief, wird die Gemeinde nicht mehr los. Kann und will sie auch nicht, darin ist sich der Gemeinderat seit Jahrzehnten einig.

Es gibt aber auch gute Nachrichten für die nächsten Jahre: Aufgrund der aktuellen Lage ist die Kreditaufnahme für die Gemeinde zinsfrei, und: Mit Schustermann & Borenstein hat Poing einen weiteren, großen Gewerbesteuerzahler bekommen. Und durch das Bevölkerungswachstum werden auch die Einkommenssteuer-Beteiligungen steigen.

Zum Schluss aber doch noch eine schlechte Nachricht: Aufgrund der aktuellen Lage sieht es momentan nicht danach aus, dass sich die Gemeinde Poing im nächsten Baugebiet (W7) ein weiteres Einheimischenmodell (Grundstücke für Bürger zu günstigen Preisen) leisten kann. Stattdessen wird sie die Bauflächen auf dem freien Markt verkaufen.

Armin Rösl

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