Neubaugebiet

Lerchenwinkel Poing: Kanalsystem fertig, erste Bauanträge da

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Läuft alles nach Plan, könnten in zwei Jahren die ersten Häuser fertig sein: Die ersten Bauanträge für den Poinger Lerchenwinkel wurden eingereicht und genehmigt. 

Poing – Trotz der Normenkontrollklage gegen die Gemeinde Poing laufen die Arbeiten am Neubaugebiet Lerchenwinkel (W7) nördlich der Bergfeldstraße wie geplant weiter. In der letzten Bauausschuss-Sitzung des alten Gemeinderates in der vergangenen Woche wurden die ersten Bauanträge genehmigt. Darunter unter anderem die ersten Einheiten von einkommensorientierten, geförderten Mietwohnungen. Diese sollen in etwa zwei Jahren fertiggestellt sein.

Poing: Lerchenwinkel für 2000 Menschen

Wie berichtet, hat die Nachbargemeinde Pliening gegen das Neubaugebiet ein Normenkontrollverfahren angestrengt. Ende 2019 hat der zuständige Bayerische Verwaltungsgerichtshof der Gemeinde Poing die entsprechende Klageschrift zugestellt. Einen Baustopp hat dies bislang nicht zur Folge, ein derartiges Verfahren kann sich über Jahre hinziehen. Es gab bereits erste Gespräche zwischen den Bürgermeistern und Anwälten der beiden Gemeinden, um eine Annäherung zu finden. Pliening hat nach Beschluss seines Gemeinderates das Verfahren gegen Poing insbesondere aus diesen Gründen angestrengt: Es fehle ein schlüssiges Verkehrskonzept; die Häuser am westlichen Rand des Lerchenwinkels, Richtung Ottersberg, seien am Anfang als zu hoch geplant worden. Darüber hinaus war man in Pliening verärgert und verwundert darüber, dass der Gemeinderat Poing die Bebauungsdichte in den Neubaugebieten W7 und dem künftigen W8 erhöht hat – von Wohnraum für jeweils 1000 Menschen auf jetzt jeweils 2000 Menschen, insgesamt 4000. Von der Normenkontrollklage ist auch das Gymnasium betroffen, das im Lerchenwinkel gebaut werden soll.

Normenkontrollverfahren läuft weiter

Wie Poings Bürgermeister Albert Hingerl und Bauamtsleiterin Christine Wirth in der Gemeinderatssitzung auf Nachfrage von Werner Dankesreiter (Grüne) antworteten, habe das Verfahren momentan keine Auswirkungen auf die Planungen und Tätigkeiten im Lerchenwinkel. Es könnten jetzt trotzdem die Tiefbauarbeiten fortgesetzt und Bauanträge eingereicht und genehmigt werden. „Solange der Verwaltungsgerichtshof den Bebauungsplan nicht aufhebt, ist er weiterhin gültig.“ Sollte in einigen Jahren das Verfahren abgeschlossen sein und das Urteil negativ für Poing ausfallen, so würden die bis dahin gebauten Gebäude dennoch Bestandsschutz genießen.

Lerchenwinkel Poing: Mehrere Bauanträge schon eingereicht

Die Bauanträge, die vergangene Woche vom Bauausschuss genehmigt worden sind: dreimal zwölf Reihenhäuser; eine Tiefgarage mit 144 Stellplätzen; eine Wohnanlage mit Tiefgarage; ein Doppelhaus. Die Behandlung im Bauausschuss war notwendig, weil die Anträge bzw. Pläne in Nuancen vom Bebauungsplan abweichen. Auch diese Abweichungen hat der Ausschuss genehmigt. Wie Hingerl und Wirth sagten, gebe es bereits weitere Bauanträge für den Lerchenwinkel, die auf dem Verwaltungswege bearbeitet würden, weil sie den Vorgaben entsprechen.

Erschließung im Lerchenwinkel schreitet voran

Die Erschließungsarbeiten im Lerchenwinkel schreiten laut Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und Investoren (ARGE) Poing am Bergfeld planmäßig voran. Vor Kurzem sei der Abwasserkanal fertiggestellt worden, teilt die ARGE mit. Dieser liege zwei bis vier Meter unter der Straßendecke und sei insgesamt 1,7 Kilometer lang. Für den Kanal sowie für das Trinkwassersystem, das in diesen Tagen fertiggestellt werden soll, ist das Kommunalunternehmen VEMO München Ost mit Sitz in Poing zuständig. Des Weiteren, so heißt es in der Pressemitteilung der ARGE, werde mit der Verlegung der Fernwärmeleitungen begonnen. „In Zeiten der Corona-Krise ist der Fortschritt der Erschließungsarbeiten ein sehr positives Signal. Dank der Mitarbeiter der ausführenden Firmen, die unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen weiter tätig sind, können die Voraussetzungen für günstigen und notwendigen Wohnraum ohne nennenswerte Verzögerungen geschaffen werden“, sagt Helmut Sloim, Projektleiter der ARGE Poing Am Bergfeld.

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