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Mit dem Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (vorne, 2.v.re.) auf ein em der Dächer von Canon, wo knapp 5000 Photovoltaikmodule montiert sind. 

Besuch bei Canon

Aiwanger lobt Photovoltaik-Anlage in Poing: „Energiewende par excellence“

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist dem Druckmaschinenhersteller Canon in Poing aufs Dach gestiegen: um die neue große Photovoltaikanlage zu besichtigen.

Poing – Stefan Speer ist im März gleich zweimal Vater geworden, berichtet er: zum einen, in echt, mit der Geburt seines ersten Sohnes; zum anderen, symbolisch, mit der Inbetriebnahme der riesigen Photovoltaikanlage des Druckmaschinenherstellers Canon (vormals: Océ) in Poing. Dort ist Speer einer der Mitarbeiter, die das Projekt federführend begleitet und umgesetzt haben. Auf fünf Hallendächern sind ab Herbst 2019 insgesamt 4842 Module errichtet worden, die eine Gesamtleistung von 1,5 Megawatt peak bringen. Damit könne ein beträchtlicher Teil des eigenen Stromverbrauchs abgedeckt werden, so Speer. Am Dienstag um 15.45 Uhr waren es exakt 21 Prozent, wie eine Live-Anzeigentafel in der Eventhalle von Canon zeigte.

Poing: Größte Photovoltaikanlage ihrer Art

Seit März ist die Anlage, in der Region eine der größten ihrer Art, in Betrieb. Am Dienstag wurde sie offiziell vorgestellt – hierfür war eigens Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) nach Poing gekommen. Er bezeichnete in seiner kurzen Rede die Anlage als „ein Vorzeigeobjekt“, das ein „leuchtendes Vorbild für alle großen Dachflächen sei“. Nicht nur bayernweit, sondern „deutschlandweit, europaweit, weltweit“, sagte Aiwanger. 

Poing: Vorbild für andere

Weil diese Photovoltaikanlage Motivation für andere Unternehmen sein könne, auf gewerblichen Dächern ein eben solches Projekt zu realisieren. Und weil sie ein Beitrag zum Sparen von landwirtschaftlichen Flächen sei, auf denen immer wieder große Photovoltaikanlagen errichtet würden. „Es muss Priorität haben, dass wir für solche Anlagen Dächer nutzen“, betonte Aiwanger. Viele Gewerbetreibende aber würden sich noch zurückhalten, weil sie fürchten, dass es sich nicht rentiere und/oder, dass die bauliche Substanz des Daches eine solche Anlage nicht zulasse.

Wirtschaftsminister Aiwanger voll des Lobes

Bei Canon habe man diese Bedenken zu Beginn auch gehört, berichteten die verantwortlichen Mitarbeiter Stefan Speer und Harald Metzger (Energie-Manager am Canon-Standort Poing). Doch nach eingehenden Untersuchungen war klar: die Anlage ist rentabel, und auf den Dächern ist’s möglich – obwohl sie bereits 33 Jahre alt sind.

Poing: Canon investiert 1,3 Millionen Euro

Knapp 1,3 Millionen Euro hat Canon eigenen Angaben zufolge in das Photovoltaikprojekt investiert. Den Auftrag für die Installation hatte der international an der Spitze stehende Druckmaschinenhersteller Canon dem kommunalen Energieversorgungsunternehmen des Landkreises Ebersberg, dem Eberwerk, erteilt.

Projekt trotz anfänglicher Bedenken

Bei der Installation habe man bewusst nicht die komplette Dachfläche von insgesamt 32.500 (fünf Hallen a 6500 Quadratmeter) mit Modulen belegt, sondern dazwischen Abstand gehalten. Insbesondere, um im Winter bei Bedarf mit einer Schneefräse den Schnee von den Dächern zu bekommen, wie Speer und Metzger erläuterten. Auch davon ist Wirtschaftsminister Aiwanger beeindruckt, weil pragmatisch gedacht worden sei. „Danke für euer Werk“, rief er den Verantwortlichen in seinem Grußwort fast freundschaftlich zu: „Hier erlebt man die Energiewende par excellence am lebenden Beispiel!“

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