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Die Vereinsführung der Bauernhochzeiter will drei Jahre weitermachen (v. l.): Christian Heuberger (Kassier), Reinhard Böhnisch (2. Vorsitzender), Brigitte Dinev (Beisitzer), Albert Hingerl (Wahlleiter), Alois Moser (Vorsitzender) und Norbert Sensse (Beisitzer).

Faschingsverein

Bauernhochzeiter kämpfen ums Überleben

Drei Jahre haben sich die Poinger Bauernhochzeiter noch gegeben. Allerdings konnten auf der Jahreshauptversammlung des Faschingsvereins nicht einmal mehr alle Posten besetzen werden.

Poing – Alle fünf Jahre findet in Poing die Faschings-Bauernhochzeit statt. Während der nicht ernst zu nehmenden Zeremonie gibt eine „männliche Braut“ ihren Liebsten das Ja-Wort. Spätestens am Aschermittwoch ist traditionell wieder alles vorbei. Solche Bauernhochzeiten haben eine sehr alte Tradition, die erste fand bereits 1935 beim Liebhart statt.

Der Gasthof Liebhart wurde abgerissen und der Verein „D’Bauernhochzeiter“ kämpft heute ebenfalls ums Überleben. Das wurde in der Jahreshauptversammlung deutlich, zu der ins Hotel „Poinger Hof“ eingeladen worden war.

Im Geschäftsbericht fand Vorsitzender Alois Moser lobende Worte für den guten Zusammenhalt im Verein, der vor allem bei den Traditionsfesten beim „Schwoaga“ in Garkofen immer wieder zum Ausdruck kommt. Weil das Wetter beim „Bauernkirta“ im Oktober schön war, habe es auch gute Einnahmen gegeben, freute sich Moser.

Erst beim Tagesordnungspunkt „Neuwahlen“ kippte die Stimmung bei den rund 20 Mitgliedern in Richtung Hoffnungslosigkeit. Mit Edmund Müller (Kasse) und Alois Kölbl (2. Vorsitzender) sowie Brigitte Dinev (Schriftführerin) standen drei wichtige Vorstandsmitglieder für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung. Auch die beiden Kassenprüfer Josef Hellmuth und Gottfried Scholz hatten „um Versetzung in den Ruhestand“ gebeten.

„Ich würde noch einmal den Vorsitz übernehmen“, bekannte Moser und hoffte damit, für andere Positionen neue Leute motivieren zu können. Bürgermeister Albert Hingerl leitete die Neuwahl. Freiwillige schienen nicht da zu sein. „Wir sollten den Verein auflösen und uns dem Poinger Trachtenverein anschließen“, meldete sich Rainer Kinshofer zu Wort. Er musste sich aufklären lassen, dass so eine Aktion sorgfältig vorbereitet werden und auch auf der Tagesordnung stehen müsste. Es wäre eine Option, für später, vielleicht in drei Jahren, wenn die nächste Neuwahl ansteht, erklärte Hingerl.

Nach intensiver Diskussion kam es doch noch zu einer Not-Vorstandschaft. Reinhard Böhnisch erklärte sich bereit, für eine Periode als zweiter Vorsitzender zu fungieren, Christian Heuberger wurde zum Kassier bestimmt. Das Amt des Schriftführers blieb vorläufig unbesetzt, als Beisitzer wurden Seppi Vodermeier, Brigitte Dinev und Norbert Sensse gewählt. Künftige Kassenprüfer sind Edmund Müller und Thomas Baumann. „Wir wollen heuer wieder unsere Feste in Garkofen machen“, blickte Alois Moser mutig in die Zukunft, „am Samstag, 10. Juni, Gartenfest und am Samstag 14. Oktober, den beliebten Bauernkirta“. Er hofft auf tatkräftige Mithilfe von Mitgliedern und Freunden. Ob 2020 turnusmäßig wieder die Bauernhochzeit stattfinden kann, wollte der Vorsitzende noch nicht beurteilen. 

dul              

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