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Die beiden haben sich wieder: Nach 30 Jahren ist der verloren gegangene Ehering von Helmut Knechtel wieder aufgetaucht – rechtzeitig vor der Goldenen Hochzeit mit seiner Frau Sigrun.

Verschollener Ehering aufgetaucht

Nach 30 Jahren wieder vereint

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Wenn Sigrun und Helmut Knechtel aus Poing am 9. Juni Goldene Hochzeit feiern, werden sie auf dem Festtisch ein ganz besonderes Geschenk liegen haben. Ein Geschenk der Natur. „Die Dahlie hat den Ring gefunden, nicht ich“, sagt Sigrun Knechtel ruhig und voller Ernst. Richtig gelesen: Dank einer Blume ist der Ehering ihres Mannes nach 30 Jahren wieder aufgetaucht. Pünktlich zum Frühlingsbeginn und rechtzeitig vor dem 50. Hochzeitstag.

Poing – Ganz langsam, der Reihe nach: Als Helmut Knechtel vor über drei Jahrzehnten zusammen mit seinen Kindern im Garten einen riesigen Schneemann baute, bemerkte er, dass er seinen Ehering verloren hatte. Beim Schneemannbauen vom Finger geflutscht. Sofort haben er, seine Frau und die Kinder gesucht – erfolglos. Nachdem der Schnee geschmolzen war, nahmen sie erneut jeden Zentimeter der Wiese unter die Lupe. Nichts. Zwei Jahre lang haben sie immer und immer wieder gesucht, „dann haben wir’s aufgegeben“, erzählt das Ehepaar heute.

Sigrun (72) und Helmut Knechtel (76) sitzen in ihrem Wohnzimmer und erzählen lächelnd, manchmal ungläubig den Kopf schüttelnd, folgende Geschichte: Als Gartenliebhaberin hegt und pflegt die Poingerin ein Meer an Dahlien, über 100 Stück blühen jedes Jahr in allen Farben. Im Herbst gräbt Sigrun Knechtel jede Wurzelknolle aus zum Überwintern, im Frühjahr holt sie sie wieder hervor und setzt sie ins Gewächshaus zum Vortreiben, anschließend kommen sie in den Gartenboden.

Als sie vor einigen Tagen die Knollen von der Erde des Vorjahres befreite und reinigte, bemerkte sie an einer Wurzel etwas Silbernes. „Zuerst dachte ich an Stanniolpapier“, erzählt sie. Als sie genauer hinsah, war sie baff: Der Ehering ihres Mannes.

Im Laufe des vergangenen Jahres war eine Wurzel durch den Ring gewachsen und immer dicker geworden. Der Ring wurde Teil der Dahlie. Als Sigrun Knechtel die Knolle im Herbst ausgrub, brachte sie – ohne es zu bemerken – das Schmuckstück mit ans Tageslicht. Jetzt hält Helmut Knechtel den Ring hoch, mehr noch: Er streift ihn sich über den Finger – passt! „Unglaublich, und das nach 30 Jahren“, sagen beide. Ein bisserl verbogen ist er, ansonsten sieht er genauso aus wie jener von Sigrun Knechtel. Kein Kratzer am Material aus Gold und Weißgold.

„Was ich überhaupt nicht verstehen kann: Der Fundort liegt etwa sieben Meter weg von jener Stelle, wo sie damals den Schneemann gebaut haben – der Ring war etwa 20 Zentimeter unter der Erde.“ Die 72-Jährige kann nur vermuten: „Vielleicht haben wir durchs Vertikutieren und Umgraben den Ring Jahr für Jahr woanders hinbewegt“, sagt sie.

„Am Goldenen Hochzeitstag werde ich ihn mir an den Finger stecken“, kündigt Helmut Knechtel an. Seine Frau kann da nicht mithalten: „Mir passt mein Ring schon seit Jahren nicht mehr.“ Egal, so richtig großes Tamtam haben die beiden eh nie um die Ehreringe gemacht. Als er ihn verloren hatte, habe sie ihn gar nicht geschimpft, erzählt Sigrund Knechtel und lacht. „Ihm selbst war es ja viel peinlicher.“ Sie kneift ihren Helmut augenzwinkernd und liebevoll in die Seite, beide schmunzeln, nehmen sich in die Arme und halten die wiedervereinten Ringe in die Kamera des Fotografen.

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