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Der katholische Kindergarten "Am Bergfeld" in Poing.

Eltern fordern fristlose Kündigung

Schwere Vorwürfe gegen Leiterin: Aufstand im Kindergarten

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Poing – Verletzung der Fürsorgepflicht, Verletzung der Aufsichtspflicht und sogar Kindeswohlgefährdung: Die Vorwürfe, die der Elternbeirat des katholischen Kindergartens am Bergfeld in Poing erhebt, wiegen schwer.

Sie richten sich gegen eine Person: Die Interimsleiterin des Kindergartens. Diese führt seit gut anderthalb Jahren die Einrichtung, da sich die eigentliche Leiterin in Mutterschutz befindet.

Seitdem würden sich die Beschwerden von Eltern und Personal häufen, führen die Elternbeiräte in einem Antrag an die Kirchenverwaltung von Anfang April aus, der unserer Zeitung vorliegt. In dem Schreiben fordert das Elterngremium die fristlose Kündigung der Interimschefin. Der Beirat stützt sich auf eine anonym durchgeführte Umfrage unter den Eltern des Kindergartens. „Es herrscht ein Gefühl der Angst“, schreiben die Elternbeiräte in ihrem Antrag, „Kinder werden von ihr (der Leiterin, Anm. d. Red.) zum Essen gezwungen, dabei teilweise bedroht.“

Tatsächlich enthalten die Rückmeldungen der Umfrage, die der Ebersberger Zeitung ebenfalls vorliegen, nahezu durchweg heftige Kritik an der Kindergartenchefin: Die Rede ist von einem „sehr mittelalterlich“ wirkenden Führungsstil, von Kindern und Eltern, die von der Frau „heftig beschimpft“ worden seien, von teils unbeaufsichtigten Kindern und von Personal, das oft den Tränen nahe sei.

Es hätten bereits vier Mitarbeiter innerhalb der Amtszeit der Übergangsleiterin gekündigt, sagt Katja Legner, Vorsitzende des Elternbeirats. Was sie besonders frustriert: „Die Eltern finden weder Gehör beim Träger noch bei der Gemeinde.“ Diese kommunizierten zwar untereinander und mit der Kindergartenleitung – die Belange der Eltern würden aber seit Monaten nicht ernst genommen. Bedenken gegen Entscheidungen der Kindergartenchefin würden von dieser zurückgewiesen oder ignoriert.

Die eigentliche Leiterin des Kindergartens kehrt frühestens im Frühjahr 2017 wieder an ihren Arbeitsplatz zurück – solange will der Elternbeirat nicht warten. Der Gang an die Öffentlichkeit sei dabei das letzte Mittel, so Legner weiter: „Wir sind nicht Initiatoren einer Kampagne, sondern Sprachrohr für die Belange der Eltern.“

Die Beschuldigte selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Sie verweist an den Träger und das Ordinariat: „Die haben sich mit der Thematik auseinandergesetzt, Stellungnahmen abgegeben und Entscheidungen getroffen.“

Der örtliche Träger des Kindergartens, die Poinger Kirchenverwaltung, lehnte den Kündigungsantrag ab: Dafür reichten die vorgebrachten Kritikpunkte arbeitsrechtlich nicht aus. Man lade die Eltern nach den Pfingstferien zu einem gemeinsamen Abend ein, um an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten.

Im Ordinariat München und Freising, das die Oberaufsicht über die katholischen Kindergärten des Bistums hat, kennt man das Thema. Man habe, als man von den Vorwürfen erfahren habe, „umgehend das Gespräch mit der Kitaleiterin wie auch der kommunalen Aufsichtsbehörde gesucht.“

Es hätten sich „keine Hinweise ergeben, dass die schwerwiegenden Anschuldigungen“ zuträfen. „Wäre dies der Fall gewesen, wäre die Einrichtung umgehend geschlossen worden.“ Eine Gemeindemitarbeiterin habe sich erst am Donnerstag versichert, „dass fachlich alles in Ordnung war.“ Nun plant das Ordinariat nochmals eine anonyme Elternumfrage, um alle Eltern einzubeziehen.

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