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Franz Hohl führt den Förderverein ab sofort allein.  

Poinger Förderverein Kirchenzentrum 

Harte Sache

Da werden die Poinger Gläubigen manches Mal die Zähne zusammenbeißen müssen: In der neuen Kirche wird es spartanisch zugehen. 

Poing – Das hatte sich Franz Hohl ganz anders vorgestellt. Voller Optimismus schrieb der Vorsitzende in die Einladung zur Jahreshauptversammlung des Fördervereins Kirchenzentrum Seliger Rupert Mayer: „Weil die bisherige Vorstandschaft teilweise seit Gründung vor 18 Jahren im Amt ist, möchten wir nicht wieder kandidieren und jüngere Mitglieder bitten, die Verantwortung zu übernehmen.“ Daraus wurde im Pfarrsaal Rupert Mayer in Poing-Nord allerdings nichts.

Dennoch eröffnete Hohl die Sitzung mit einem Schmunzeln. „Mit der Verjüngung wird es wohl nichts“, musste er einsehen. „Offenbar bin ich selber einer der wenigen Jüngeren hier.“ Mit dem Einverständnis von rund zwei Dutzend anwesenden Mitgliedern erklärte er sich bereit, den Verein bis auf Weiteres alleine zu führen. „Wir werden bei der nächsten Jahreshauptversammlung einen neuen Wahlversuch zu starten“, fügte Hohl hinzu und bedankte sich bei seinen bisherigen Mitstreitern.

Besonders lobte er seinen Stellvertreter Karl Rutzmoser, der heuer verstorben ist. „Karl hat sich für den Kirchenneubau sehr engagiert“, lobte der Vorsitzende. „Sein Spezialgebiet waren die neuen Kirchenglocken.“ Unterstützung versprach auch die bisherige Schriftführerin Rosemarie Obermeier, wieder wählen lassen wollte sie sich aber nicht. Im Jahresrückblick bedauerte Franz Hohl die Schwierigkeiten, die durch die nicht vorherzusehende Insolvenz der Fassadenbaufirma entstanden sind. „Wir können davon ausgehen, dass die neue Kirche in der ersten Jahreshälfte 2018 eingeweiht werden kann“, mutmaßte er. „Es könnte Juni werden.“ Zumindest konnte die Einigung mit der Nachfolgefirma erzielt werden. In den nächsten Monaten werden die restlichen Dachplatten montiert.

„Es gibt viel Licht am Ende des Bautunnels“, umschrieb Pfarrer Christoph Klingan die Situation, der den Kassenbericht vorgetragen hatte. Nach seinen Ausführungen hat der Förderverein derzeit 69 zahlende Mitglieder, weil in den Listen oft Ehepaare stehen und auch zwei Vereine eingetreten sind, könne von insgesamt 102 Mitgliedern gesprochen werden.

Thema war auch die Ausgestaltung des neuen Gotteshauses im Inneren. „Es geht um liturgische Geräte wie Kerzenständer, Kelch, Vortragekreuz, Altarleuchter und andere Ausstattungen“, zählte Pfarrer Klingan auf. Die Bänke werden keine Sitzkissen haben, auch für das Knien sind keine Polsterungen vorgesehen. Gewärmt werden die Gläubigen mittels einer Fußbodenheizung.

Laut Klingan gebe es Befürchtungen, dass der Innenraum der neuen Kirche sehr dunkel wirken könnte, denn es gebe keine herabhängenden Lampen. „Es ist eine moderne Beleuchtung vorgesehen, wir müssen abwarten, wie diese sein wird.“ Der Pfarrer teilte außerdem mit, dass vor Kurzem, im Oktober, eine elektronische Orgel für das neue Gotteshaus gekauft worden sei. „Es ist eine Zwischenlösung. Auf lange Sicht wollen wir eine speziell für diese Kirche entwickelte Orgel“, betonte Pfarrer Klingan.

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