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Bunt und gegenständlich: Das sind die meisten Werke der Ausstellung.

Poinger Galerie

Freude am Gestalten

Viel zu sehen gab es wieder bei der Ausstellung der Poinger Galerie. 21 Künstler zeigten ihre Werke.

Poing – Auch wenn die Poinger Galerie längst zur Traditions-Ausstellung geworden ist: Immer wieder trauen sich neue Künstler, ihre Werke in der Aula der Anni-Pickert-Schule zu präsentieren. Zudem bekam die bunte Schau unterschiedlichster Mal- und Skulpturformen diesmal eine weitere Attraktion: Für wenig Geld konnten Besucher bei der Tombola ein Bild gewinnen, der Erlös geht an das Familienzentrum.

21 Aussteller hatten sich im Halbrund der Aula eingefunden, konnten auf weißen Stellwänden ihre unterschiedlichen Schöpfungen vorzeigen. Mit dem Zulauf an Publikum waren sie zufrieden, weit weniger positiv fiel hingegen ihr Urteil über die Ausleuchtung ihrer Werke aus. Und von Kauflust, so klagten ein paar, könne keine Rede sein.

Dafür erwarb Vize-Bürgermeister Franz Langlechner wieder ein Bild für die Gemeinde, auch das eine Tradition. Zu den neuen Ausstellern gehörte etwa Melanie Kirchlechner aus Vaterstetten. Die Schreinerin und Restauratorin malt gerne. Und so ließ sie sich von Eukalyptus-Blättern, die sie auf einer Reise nach Sardinien entdeckt hatte, zu „Blattwerken“ inspirieren, mit ganz eigenen Strukturen und Linien. Nicht weit weg von ihr hatte Alberto Barroso del Castillo aus Finsing eine ganze Reihe hölzerner Plastiken aus Lindenholz aufgestellt. „Mein Hobby“, berichtete der Installateur aus Spanien, der seit 40 Jahren hier lebt und in seiner Freizeit kreative Formen schafft. „Eine meiner Figuren etwa zeigt eine Gestalt mit einem Fisch-Skelett, verdeutlicht damit, wie der Mensch die Natur kaputtmacht.“

Andere Aussteller, wie Petra Stöckmann aus Poing, haben sich darstellender Malerei verschrieben, wenn auch mit einem Schuss schrägen Humors: Sie zeigte auf runden Scheiben etwa schwimmende Nixen in einem Wasserkübel („inspiriert vom Viktualienmarkt“) oder einen Wildschwein-Eber mit einem Tirolerhut und zwei abgehackten Menschen-Fingern. Heidemarie Berger aus Poing schuf ein sogenanntes Jazz-Trio: drei Musiker, die irgendwo in einer Bar ihre Instrumente spielen, sehr bunt, sehr lebendig. „Ich nenne zwar Preise für diese Bilder, doch sie sind in Wahrheit unverkäuflich. Schließlich habe ich sie für meinen Bruder gemalt. Der arbeitet als Musiklehrer, spielt selbst Gitarre und Saxofon, bald werden sie sein neues Haus schmücken.“

Dekorativ sind auch jene Fotografien, die Klaus Mende aus Poing mit seiner Kamera „gezaubert“ hat: Algen im See, die zu einem grünblauen Kunstwerk mäandern, oder ein Sonnenuntergang vor den Strukturen eines frisch gepflügten Ackers – auch die Natur schafft Kunst. Etwas ganz Besonderes hat Organisator Bernd Schwander für das kommende Jahr vor, einen ersten Blick darauf geben Bilder in seinem Smartphone frei. Zusammen mit Ursula Mayländer und Norbert Riggenmann, zwei Künstlern aus dem Raum Ulm, will er einen dreiteiligen Altar zeigen: sechs Meter lang und 1,50 Meter hoch. Die Motive darauf ähneln der einstigen Malform Michelangelos, sie sollen die Abnahme Jesu vom Kreuz zeigen, umrahmt vom Sündenfall und der Hölle. „Noch suchen wir nach einer Kirche, die dieses Werk einmal schmücken soll“, so Schwander. In jedem Fall aber dürfen sich Besucher schon jetzt auf diese Attraktion im nächsten Jahr freuen. Und vielleicht passt dann auch die Beleuchtung.

Friedbert Holz

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