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Poinger Kirchenbrand: Versicherung zahlt - Sanierung dauert Monate

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Von: Armin Rösl

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Ostfassade Kirche Poing.
Auf der Ostfassade sind mehrere hundert Kacheln zerstört. © Armin Rösl

Beim Brand an der Fassade von Poings Pfarrkirche sind mehrere hundert Kacheln zerstört worden. Das Ordinariat teilt mit, dass die Brandschutzversicherung für die Sanierung aufkommen werde.

Poing – Was derzeit aussieht wie ein Gebiss mit ausgeschlagenen Zähnen, soll nach Abschluss der Reparaturarbeiten keine erkennbaren Erinnerungen an den Brand vom 8. Juli zurücklassen. So lautet das Ziel, welches das Erzbischöfliche Ordinariat für die Reparaturarbeiten an Poings Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer ausgegeben hat. Bis die Ostfassade wieder hergestellt ist, werde es aber mehrere Monate dauern, sagt Ordinariatssprecher Hendrik Steffens. Zunächst seien weitere Untersuchungen möglich, um danach ein Sanierungskonzept erstellen zu können. Auch könnten die Kosten noch nicht beziffert werden.

Brand an Kirche Poing.
Am 8. Juli brannte es an der Ostfassade. © Armin Rösl

„Im September wird ein Gerüst zur weiteren Untersuchung der Fassade angebracht. Schrittweise können von dem Gerüst aus Kacheln und Natursteinelemente zur Feststellung der Schäden abgenommen werden. Dabei müssen auch Unterkonstruktion, Wärmedämmung und Abdichtung auf Schäden geprüft werden“, berichtet Steffens. Der genaue Schadensumfang sei noch nicht bekannt.

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Nach erster grober Einschätzung könnten durch den Brand mehrere hundert Keramikkacheln beschädigt oder durch Ruß verschmutzt worden sein. „Das heißt nicht, dass alle diese Kacheln ersetzt werden müssen“, so der Ordinariatssprecher. Wenn möglich, würden verschmutzte Kacheln gereinigt. Fest stehe, dass die beiden hölzernen Türen in der Wand und das kleine Stück Holzfassade zwischen den Türen erneuert werden müssen.

Kurzer Rückblick: Am 8. Juli waren am Sockel auf der Ostseite die Holzteile in Brand geraten, die Flammen schlugen nach oben und zerstörten zahlreiche der weißen Kacheln. Verletzt wurde niemand.

Die Fassade von Poings Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer besteht aus insgesamt etwa 15.000 Stück. Beim Abflämmen von Unkraut nahe der Fassade hatte das Holz Feuer gefangen, berichtete die Polizei hinterher. Ersten Schätzungen zufolge dürfte die Schadenssumme mehrere 100.000 Euro betragen.

Wie Ordinariatssprecher Hendrik Steffens auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, werde für die Sanierung die Brandschutzversicherung aufkommen. Der Kirchenstiftung St. Michael Poing und der Erzdiözese würden voraussichtlich keine Kosten entstehen.

Beim Neubau der vor vier Jahren eröffneten Pfarrkirche (Gesamtkosten: rund 14,6 Millionen Euro) habe eine Kachel rund 100 Euro gekostet, so Steffens. „Der Preis für eine neu zu brennende Kachel wird wohl höher ausfallen, schon allein wegen der gestiegenen Energiekosten“, mutmaßt er. Es gebe zwar Ersatzkacheln, jedoch nicht in ausreichender Zahl. „Voraussichtlich kann die Herstellerfirma mit der Fertigung neuer Kacheln beauftragt werden.“ Die Natursteinelemente im unteren Bereich der Wand könnten möglicherweise in gleicher Art mit Elementen aus demselben Steinbruch ersetzt werden.

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