Brand an der Wiesn breitet sich aus - Spezialisten vor Ort

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Zum letzten Mal hat Günter Furtner (2.v.li.) als Vorsitzender des Poinger Gewerbeverbandes am Sonntag den Frühjahrsmarkt eröffnet. Links neben ihm Zweiter Bürgermeister Franz Langlechner.

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Zukunft der Marktsonntage ungewiss

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Wenn am 6. Juni Günter Furtner sein Amt als Vorsitzender des Gewerbeverbandes Poing niederlegt, kann dies auch das Aus für die Marktsonntage bedeuten. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht, Furtner selbst ist mittlerweile frustriert.

Poing – Eigentlich hatte er schon vor 20 Jahren als Vorsitzender des Gewerbeverbandes Poing aufhören wollen, aber es fand sich einfach kein Nachfolger. Also hat er doch immer wieder weiter gemacht, bis heute. Auch wenn die Arbeit in den vergangenen Jahren nicht mehr all zu große Freude bereitet habe. „Mittlerweile herrscht bei mir Frustration“, sagt Günter Furtner. Immer wieder habe er sich die Frage gestellt: „Für wen mache ich das alles?“

Eigentlich für die Gewerbetreibenden in Poing. Doch wenn von denen nicht alle mitziehen, ist’s schwierig. Als Beispiel nennt Furtner den Frühjahrsmarkt am vergangenen Sonntag. „Die Marktsonntage machen wir vor allem für die Geschäfte und Gewerbetreibenden in der Hauptstraße, wenn aber dann nicht einmal alle öffnen“, sagt er und führt den Satz nicht zu Ende, sondern seufzt.

Der Poinger Gewerbeverband, ein Ortsverband des Bundes der Selbstständigen (BDS) in Bayern, ist Hauptorganisator der beiden Marktsonntage. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist er Veranstalter des Frühjahrs- und Herbstmarktes. „Wir finanzieren die Werbung, das Marketing und organisieren die Aktionen“, zählt Furtner auf. Viel ehrenamtliche Arbeit und Zeit gehe da drauf – aber wenn einige, für die der verkaufsoffene Sonntag ein Angebot sein soll zur eigenen Vermarktung und Umsatzsteigerung, gar nicht mitmachen? Eine reine Ess-Meile mit auswärtigen Fieranten sei eigentlich nicht der Sinn eines lokalen Frühjahrs- und Herbstmarktes.

Trotz intensiver Suche habe sich bislang niemand gefunden, der nach Furtner den Vorsitz des Gewerbeverbandes übernehmen möchte. Er selbst werde sich nicht noch einmal zur Verfügung stellen, mit 70 Jahren sieht er sich als zu alt. Sollte sich niemand finden, würde das auch die Zukunft der beiden Marktsonntage infrage stellen, sagt Furtner. Denn ob die Gemeinde Poing diese allein organisieren und veranstalten könne und möchte, sei unklar. Der Ortsverband sei dann jedenfalls nicht mehr handlungsfähig, so Furtner.

Für die rund 60 Mitglieder (hauptsächlich kleine Einzelhandelsbetriebe und Selbstständige aus Poing und Umgebung, aber auch große Firmen wie Océ und EBV-Elektronik) bedeute dies zunächst keine große Veränderung. „Sie bleiben Mitglied im Landesverband des BDS“, erläutert der scheidende Ortsvorsitzende. Für das Gewerbe in Poing selbst aber fehle halt dann ein lokaler Ansprechpartner und Interessensvertreter. Nicht zu verwechseln mit einer Marketing-Agentur, wie Günter Furtner betont. „Eine Werbegemeinschaft zu sein, ist nicht die originäre Aufgabe eines Gewerbeverbandes.“ Insbesondere die Kommunikation und die Interessensvertretung mit und gegenüber der politischen Gemeinde sei wichtig.

In den Anfangszeiten, als der Poinger Ortsverband vor 23 Jahren gegründet wurde (einer der Mitbegründer war Furtner selbst), sei die Werbung noch im Vordergrund gestanden. „Damals“, so erinnert sich Furtner, „hatte jeder in Poing-Süd Angst, dass ihm die Felle davon schwimmen.“ Poing-Nord begann zu entstehen, Gewerbetreibende und Geschäfte wollten durch den Zusammenschluss stärker auftreten gegen die bevorstehende Konkurrenz nördlich der Bahnlinie. Im Laufe der Jahre aber hätten sich immer mehr Geschäftsleute von gemeinsamen Werbeaktionen und -anzeigen verabschiedet. „Weil jeder das Marketing zunehmend für sich selbst übernommen hat, was auch verständlich ist“, so Furtner.

Generell, so sagt er, gehe es dem Gewerbe in Poing gut. Die Geschäfte und Betriebe in Poing-Süd hätten sich etabliert. Macht ein Gewerbeverband im Ort dann eigentlich noch Sinn? Schwierige Frage, gesteht der Noch-Vorsitzende. Neue Mitglieder zu finden sei schwierig, zumal der Jahresbeitrag 160 Euro beträgt. Auch andere Ortsverbände in der Region hätten Existenzprobleme. Dennoch: Eine gemeinsame Interessensvertretung sei eine gute Sache, betont Furtner. Geschlossen auftreten und aktiv sein. Wenn denn alle mitmachen.

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