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Mehr Straftaten bedeuten mehr Einsätze für die Poinger Polizei. Insbesondere aufgrund zahlreicher Auseinandersetzungen in Asylbewerberunterkünften. 

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Poinger Polizei im Dauereinsatz

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Die Zahl der Körperverletzungen ist im Jahr 2016 stark angestiegen. Damit einhergehend die Einsatzzahlen der Polizeiinspektion Poing. Eine Entwicklung, die der Dienststellenleiter mit Sorge beobachtet.

Poing – 113 mehr Rohheitsdelikte als im Jahr 2015 hatte die Polizeiinspektion Poing vergangenes Jahr zu verzeichnen. Ein Anstieg um etwa 32 Prozent, von 353 auf 466. „Für diese Entwicklung sind in erster Linie die Auseinandersetzungen in den Asylbewerberunterkünften ursächlich“, schreibt Dienststellenleiter Helmut Hintereder in der jetzt veröffentlichten Jahresstatistik 2016. Bei 103 der insgesamt 466 einfachen bis schweren Körperverletzungen wurde mindestens ein Zuwanderer als Täter geführt.

Insgesamt geschahen vergangenes Jahr 2715 Straftaten – vom Diebstahl über den Einbruch bis zur schweren Körperverletzung. Im Jahr 2015 waren es laut Hintereder 2325, was den niedrigsten Stand seit Jahren bedeutet habe. Im Jahr 2016 ist diese Zahl um 390 Fälle (16,8 Prozent) gestiegen, mehr als die Hälfte (209) davon wurde nachweislich durch einen Asylbewerber begangen, heißt es in der Polizeibilanz.

Mehr Straftaten bedeutet für die Polizei auch mehr Einsätze. Diese Entwicklung beobachtet Poings Polizeichef Helmut Hintereder „mit etwas Sorge“. Seit dem Jahr 2012 sind die Einsatzzahlen um 30 Prozent gestiegen – das Personal allerdings ist nicht wesentlich mehr geworden.

„Einen beträchtlichen Anteil des Anstieges der Zahlen nehmen die Einsätze in Asylbewerberheimen ein. Erschwerend kommt hier meistens hinzu, dass zum einen die Einsatzkräfte oftmals in größerer Stärke anfahren müssen, zum anderen, dass die Einsätze – aufgrund der sprachlichen Barrieren – vielfach einer längeren Abarbeitungszeit bedürfen“, erläutert Hintereder. „Hinzu kommt, dass auch die Abarbeitung der Ermittlungsvorgänge mit Asylbezug mehr Zeit in Anspruch nehmen und die Beamtinnen und Beamten mehr am Schreibtisch gebunden sind.“

Die Polizeiinspektion Poing ist zuständig für die Gemeinden Poing, Pliening, Vaterstetten, Zorneding, Markt Schwaben, Anzing und Forstinning – mit insgesamt knapp 80 000 Einwohnern. Hinzu kamen im vergangenen Jahr die Flüchtlingsnotunterkünfte in den Traglufthallen Pliening und Grub sowie in Schulturnhallen.

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