1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Poing

Poinger sammelt 79 Kinderpornos: Für Therapie sieht er keinen Anlass

Erstellt:

Von: Raffael Scherer

Kommentare

gericht-erding-kinderpornografie
Auf Facebook verbreitete der Poinger ein Video, das ein unter 14-jähriges Mädchen bei sexuellen Handlungen zeigt. © Julian Stratenschulte/dpa

Weil ein Poinger jahrelang Kinderpornos gesammelt und einen sogar öffentlich geteilt hatte, musste sich der Mann nun vor dem Ebersberger Amtsgericht verantworten.

Poing - Aufgeflogen war der 59-jährige Brandschutzmeister, als er vergangenes Jahr auf Facebook ein Video öffentlich teilte, das laut Anklage ein unter 14-jähriges Mädchen bei sexuellen Handlungen zeigt.

Ermittler finden 79 strafrechtlich relevante Bilder und Videos

Bei der daraufhin erfolgten Hausdurchsuchung stellten die Ermittler auf sämtlichen Laptops, Tabletts, PCs, Festplatten und USB-Sticks des Poingers insgesamt 79 strafrechtlich bedenkliche Bilder und Videos sicher, auf denen teils erst zehnjährige Mädchen bei sexuellen Handlungen zu sehen waren.

Die Veröffentlichung war laut des Angeklagten „keine Absicht“, er habe es nur aus Versehen geteilt. Der Ehemann entschuldigte sich im Gerichtssaal mehrmals, er wisse auch nicht, wie das alles passieren konnte. Seit den Ermittlungen habe er „keinen Bezug mehr zu solchen Inhalten“.

Für eine Therapie sieht der Angeklagte keinen Anlass

Richterin Vera Höraufs Frage, ob er eine Neigung zu Kinderpornografie habe, verneinte der Poinger vehement. Dementsprechend sehe er auch keine Notwendigkeit für eine Aufarbeitung des Vorfalls, etwa durch eine Therapie.

Das fiel dem Gericht schwer zu glauben, da die beschlagnahmten Daten zum Teil schon mehrere Jahre alt waren. „Die schaut man ja nicht umsonst an“, hakte Hörauf nach. Der Brandschutzmeister blieb bei seiner Aussage, er habe seitdem mit dem Problem abgeschlossen.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg finden Sie auf Merkur.de/Ebersberg.

Richterin Hörauf verurteilte den Poinger schließlich, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, zu sechs Monaten Freiheitsstrafe. Unter der Auflage, dass der Verurteilte eine Therapie in Anspruch nehme und nicht von sich aus beende, setzte sie die Strafe zu drei Jahren auf Bewährung aus. Diese Form der Bestrafung halte sie für sinnvoller als eine Geldstrafe, obwohl der nicht vorbestrafte Poinger gestanden, sich entschuldigt und sich mit dem Einbehalten sämtlicher Gegenstände einverstanden erklärt hatte. Die Bewährung stelle ein über ihm „schwebendes Damoklesschwert“ dar, so die Amtsrichterin.

Ebersberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Ebersberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Ebersberg – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare