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Alles drin: Karl-Heinz Kopietz ist froh, seinen Geldbeutel samt Inhalt wiederzuhaben.

Geldbeutel verloren

Poinger sucht ehrlichen Finder

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Ein Poinger ist auf der Suche. Auf der Suche nach einem Asylbewerber, der ihm seinen verloren gegangenen Geldbeutel nach Hause gebracht hat. 

Poing – Als Karl-Heinz Kopietz heim kam, wunderte er sich: Seine Frau redete vor der Haustüre mit einem fremden Mann. Gegenstand des Gesprächs war ein Geldbeutel, den Elisabeth Kopietz in der Hand hielt. Es war der Geldbeutel ihres Mannes. Den hatte der 69-jährige Poinger am Abend zuvor, am Samstag, verloren. Er war mit dem Fahrrad unterwegs, hatte beim Getränkemarkt noch schnell was eingekauft, sich wieder aufs Radl geschwungen („da muss mir der Geldbeutel aus der Hose gerutscht sein“) und ist wieder nach Hause gefahren. Dort erst bemerkte er den Verlust. In dem Geldbeutel war alles: sämtliche Geld- und andere Karten, Ausweise, persönliche Dokumente und Bargeld.

Als er am Sonntagvormittag, nachdem er die Wegstrecke noch einmal abgesucht hatte, erfolglos wieder zurückkehrte und den fremden Mann und seine Frau mit dem Geldbeutel sah, überkam ihm zunächst Nervosität. Ist die Geldbörse leer? Sind die persönlichen Sachen weg? Ans Geld dachte er als letztes, vielmehr daran, „dass im Falle des Verlusts der Dokumente das Wiederbeschaffen viel Geld und Zeit kosten“ würde, erzählt er hinterher.

Nachdem Karl-Heinz Kopietz bei den beiden angelangt war, wich der Aufregung schnell die Erleichterung: Alles ist noch da! „Die Freude und Überraschung waren groß“, sagt er. Vor lauter Aufregung aber haben die Kopietz’ ganz vergessen, den Mann um seinen Namen zu fragen. „Er sprach nur holprig deutsch und ein bisschen Englisch. Das aber kann ich nicht.“ Seine Frau habe versucht, ein paar Wörter zu verstehen, bald war klar: Der Mann ist ein Asylbewerber aus Pakistan, der momentan im ehemaligen Arbeiterwohnheim an der Gruber Straße in Poing lebt. „Zwischen 30 und 40 Jahre alt“, schätzt Karl-Heinz Kopietz. Den Geldbeutel habe er auf dem Parkplatz des Getränkemarkts gefunden, erklärte der Asylbewerber den Kopietz’.

Am Montag fuhr Karl-Heinz-Kopietz ins Wohnheim, um den ehrlichen Finder zu suchen und um sich, so gut es eben gehen würde, mit ihm zu unterhalten – er fand ihn nicht. Deshalb hat er sich an unsere Zeitung gewandt mit der Bitte, darüber zu berichten. „Weil ich so dankbar bin.“ Der Mann sei sehr nett gewesen und habe keinerlei Belohnung haben wollen. Letztendlich konnten Elisabeth und Karl-Heinz-Kopietz ihn doch dazu überreden, einen Finderlohn anzunehmen. Danach sei er wieder gegangen. „Erst hinterher ist uns eingefallen, dass wir uns viel mehr mit ihm hätten unterhalten sollen“, sagen die Eheleute. Vor lauter Aufregung aber hätten sie dies versäumt. Das will Karl-Heinz Kopietz noch nachholen.

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