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Die ehrenamtlichen Helfer der Poinger Tafel feierten den 15. Geburtstag der Lebensmittelausgabe für Bedürftige.

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Poinger Tafel feiert 15. Geburtstag

Etwa 45 Stammgäste versorgt die Poinger Tafel wöchentlich mit Lebensmitteln. Jetzt gab’s für die gut 30 Helfer selbst was zu Essen und zu Trinken: Bei der Feier zum 15. Geburtstag der Einrichtung.

Poing – Die ehrenamtlichen Helfer der Poinger Tafel opfern einen Teil ihrer Freizeit, um zu helfen, dass sozial schwächere Mitbürger satt werden. „Es gibt mehrere Arten von Armut“, sagte Christine Bloch in ihrer Festrede zum 15. Geburtstag der Poinger Tafel im Saal des Pfarrheims Rupert Mayer. „Bei uns geht es um verdeckte Armut.“ Bloch hatte die Tafel ins Leben gerufen, sie war damals die erste Einrichtung dieser Art im Landkreis Ebersberg.

Die Gründerin dankte allen Mitstreitern, großzügigen Spendern und den beiden Pfarrern Christoph Klingan (katholisch) und Michael Simonsen (evangelisch), die zusammen mit Bürgermeister Albert Hingerl und dem Poinger Journalisten Armin Rösl das Kuratorium der Poinger Tafel und der Aktion „Poinger helfen Poingern“ bilden.

Bloch dankte Simonsen nicht nur dafür, dass die Tafel jeden Mittwoch die Lebensmittelausgabe kostenlos in der Christuskirche durchführen darf, sondern auch dafür, dass dort Waren gelagert werden können.

Poings gute Fee Christine Bloch, die die Tafel vor 15 Jahren gegründet hat, erhielt von Bürgermeister Albert Hingerl eine Dankesurkunde. 

Vertreter mehrerer Tafeln aus der Umgebung waren zur Geburtstagsfeier gekommen, ebenso eine Abordnung der „Poinger Wollmäuse“ als permanente Unterstützer. In ihrer Rede befasste sich Christine Bloch weniger mit statistischen Zahlen, sondern mit verschiedenen Fakten der Armut. „Armut ist nicht gleich Armut“, betonte sie und führte ihren Zuhörern die Unterschiede vor Augen. „Wie kann sich der das Rauchen leisten?“ „Der hat ja teure Markenklamotten, warum?“ „Der fährt ja ein Auto, wie kann er sich das leisten?“ Das seien oftmals Fragen, die auftauchen würden. Die Antworten: Bei den Kleidern handle es sich meist um Spenden, das Rauchen sei eine Sucht, die Ablenkung von der eigenen Armut verschaffe, das Auto sei geliehen oder stamme noch aus besseren Zeiten.

„Sie alle brauchen Hilfe, und jeder Einzelne, der zur Tafel kommt, muss sich überwinden. Oft sieht man die Armut nicht, oft wird sie ganz bewusst versteckt“, erläuterte Bloch.

Großes Lob kam von Bürgermeister Hingerl. Poing sei im Ehrenamt reich, er dankte Christine Bloch für die Gründung „des Ein-Euro-Jobs“ vor 15 Jahren. Hintergrund: Bei der Tafel „einkaufen“ kostet einen Symbolbetrag von einem Euro und man braucht eine Bescheinigung der Gemeinde. Man müsse die Idee haben und der Aufwand mit der Vorbereitung und Lebensmittel jede Woche sei riesig, fügte der Rathauschef hinzu.

Zu Wort kamen auch die beiden Pfarrer. „Wenn es die Tafel nicht gäbe, müsste man sie schleunigst erfinden“, bemerkte Michael Simonsen, und: „Es ist eine grundchristliche Einrichtung.“ Man müsse sich um Menschen kümmern, die in Not sind.

„Nach ,Lieben’ ist ,Helfen’ das schönste Zeitwort der Welt“, zitierte Poings katholischer Pfarrer Christoph Klingan die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner. Die Tafel sei auch ein wichtiger Ort der Begegnung, Menschen können sich hier austauschen.

Bei musikalischer Umrahmung von Peter Vomberg ehrte Christine Bloch am Ende des offiziellen Teils der Geburtstagsfeier langjährige und verdiente Mitstreiter. Die Wollmäuse überreichten eine Spende, ehe der Festabend bei einem gemeinsamen Essen ausklang.  dul

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