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Juliane Sturm will mit ihren Spielen Kinder und Erwachsene „erden“.   

Poinger Theaterpädagogin Juliane Sturm

Spielen bis zur Erschöpfung

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Lesungen der besonderen Art macht Juliane Sturm (37). Da kommt es schon mal vor, dass sich die Theaterpädagogin auf den Schoß eines Zuschauers setzt.

Poing – Wer eine der szenischen Lesungen von Juliane Sturm besucht, muss schon mal damit rechnen, dass sie sich unvermittelt auf den Schoß eines Erwachsenen setzt. Oder, dass Kinder auf ihre Hand pusten müssen, weil sie sich gerade weh getan hat. Und nicht wundern, wenn sie mal Kindern die Schuhe auszieht, um an ihren Füßen zu riechen.

Aus Spaß an der Freude hat Juliane Sturm begonnen, für Kinder und Erwachsene solche Lesungen aufzuführen. Zum Beispiel den „Grüffelo“. „Es ist wie ein Ein-Frau-Theaterstück. Ich lege immer alles rein, hinterher bin ich fix und fertig und nassgeschwitzt“, erzählt die 37-Jährige lächelnd.

Die Theater- und Tanzpädagogin, die zudem auch Kulturmanagement studiert hat, ist seit gut drei Jahren mit ihren szenischen Lesungen unterwegs. In Büchereien, auf Festen und Kindergeburtstagen.

Im Hauptberuf hat sie ebenfalls mit Kindern zu tun, als Theaterpädagogin führt sie in den Einrichtungen der gemeinnützigen Kinderland PLUS GmbH Projekte in Kindertagesstätten durch. Dort liegt der Fokus auf das Thema Resilienz, erzählt sie. In Rollenspielen lernen Kinder, wie sie gewaltfrei Krisen und soziale Konflikte bewältigen, wie sie Gefühle entwickeln und zeigen können. Und wie sie lockerer werden.

„Es ist unglaublich, wie groß manchmal der Druck ist, den sich selbst Kindergartenkinder schon ausgesetzt sehen“, berichtet sie. In der Vorschule im Kindergarten würden manche Kinder schon die Schulnoten zum Thema machen und darüber reden, dass sie nur Einser schreiben müssen, weil sie es sonst nicht aufs Gymnasium schaffen.

„Unglaublich“, findet Juliane Sturm das, sie ist selbst Mutter von drei Kindern und kann mit den An- und Überforderungen, die manche Eltern stellen, gar nichts anfangen. „Man muss wieder lernen, auf die Gefühle zu achten“, sagt sie.

Das gelte nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern. Deshalb bietet sie für Erwachsene ebenfalls Resilienz-Training an.

Und keine Angst, wenn sie sich mal auf jemanden Schoß’ setzt oder jemanden während einer Lesung direkt anspricht – sie will nur, dass jeder hundertprozentig mittendrin ist im Geschehen, im Leben, statt nur dabei.

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