Ein Hinweisschild auf einer Wiese
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Diese Ausgleichsfläche befindet sich nördlich des Bergfeldsees. Die Kräne im Hintergrund stehen auf dem Neubaugebiet W7 (Lerchenwinkel).

Ersatz für Bautätigkeiten

Poings Ausgleichsflächen: 23 Fußballfelder für Insekten, Vögel und Co.

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Für Bautätigkeiten müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Die Gemeinde Poing besitzt und pflegt derzeit knapp 160.000 Quadratmeter. Ein Überblick.

Poing – Wer zwischen Poing und Pliening spaziert, joggt oder radelt, kommt zwischen all den Feldern an Flächen mit hohem Gras und Wildblumen vorbei, die teilweise eingezäunt sind und an denen Hinweistafeln stehen. Betreten ist verboten, es handelt sich um eine sogenannte Ausgleichsfläche. Aufgrund der Bautätigkeiten in der Gemeinde Poing besitzt und pflegt die Kommune aktuell knapp 16 Hektar (159.000 Quadratmeter). Das entspricht der Größe von etwa 23 Fußballfeldern.

Die Standorte

In der Gemeinde Poing:
• Lerchenfeld nördlich der Baugebiete W7/W8
• Obstwiese/Sommerholzfeldweg (südlich von Poing auf der Endmoräne nahe Angelbrechting)
• Angelbrechting/Bienenweide nördlich der Kiesgrube)
• Am Hanselbrunn (südlich des Gemeinde-Bauhofs)
• Bergfeldsee (westliches, eingezäuntes Ufer)
• Sommerholzfedweg/Waldrand (südlich von Poing auf der Endmoräne)
• Poinger Au (östlich der Endmoräne)

In der Gemeinde Pliening
• in Gelting
• am Weidachweg
• am Speichersee

Weitere Ausgleichsflächen sind in den Gemeinden Baiern, Bruck, Straußdorf und Glonn.

(Quelle: Gemeinde Poing)

„Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft wie sie durch die Ausweisung von Baugebieten im Rahmen der Bauleitplanung, durch den Straßen- oder Leitungsbau oder durch viele sonstige Vorhaben entstehen, erfordern Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.“ So steht es auf der Internetseite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Weiter: „Dementsprechend sind auf anderen Flächen landschaftspflegerische und der Natur dienliche Maßnahmen durchzuführen, um die ökologische Qualität dieser Flächen deutlich zu steigern. Die somit ökologisch höherwertigen Flächen sollen die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft ausgleichen und sind dauerhaft zu sichern und zu erhalten.“

Ausgleichsflächen als Rückzugsorte

Die 16 Hektar, welche die Gemeinde Poing auf früher landwirtschaftlich genutzten Ackern angelegt hat, dienen als Ausgleich für den Neubau des Bauhofs sowie für gemeindliche Baumaßnahmen am Bergfeld in Poing-Nord (ab dem Wohngebiet W5), informiert Bürgermeister Thomas Stark.

Ausgleichsflächen sind stets Rückzugsorte für Tiere, insbesondere für Bodenbrüter. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bittet darum, Ausgleichsflächen nicht zu betreten. Auch handle es sich hierbei nicht um Hundewiesen. Laut LBV sollen auf derartigen Flächen „wertvolle Lebensräume entstehen, die zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen“. Typisch hierfür seien zum Beispiel Streuobstwiesen, extensives Grünland, Magerrasen oder Auwälder. Ausgleichsflächen sollen, so schreibt der LBV weiter, möglichst in der Nähe der bebauten Areale liegen. So, wie es in Poing mit dem „Lerchenfeld“ der Fall ist, das an das Neubaugebiet W7 (Lerchenwinkel) anschließt.

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