Ein Mann sitzt auf einer Bank vor einer Wiese.
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Ludwig Mayr auf einer Bank am Marktplatz.

30 Jahre im Dienst

Poings Bauhofleiter: „Wir machen alles“

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Als Ludwig Mayr vor 30 Jahren begann, hatte Poing 7563 Einwohner, heute sind es 16.700. Der Bauhof hatte acht Mitarbeiter, heute sind es 72. Mayr ist der Chef.

Poing – Auf die Frage, was der Baubetriebshof der Gemeinde Poing macht, antwortet Ludwig Mayr mit einem Schmunzeln – und mit einem Wort: „Alles“. Aktuell sind 72 Beschäftigte in 16 unterschiedlichen Berufen für den Baubetriebshof (BBH) tätig. Ihr Leiter ist Ludwig Mayr, der heuer sein 30-jähriges Dienstjubiläum feiert.

Poing: Ludwig Mayr feiert Dienstjubiläum

Als er am 1. April 1991 begann, waren beim Bauhof acht Gemeindearbeiter angestellt. Die Gemeinde Poing hatte 7563 Einwohner, auf der Nordseite der Bahnlinie, wo heute das neue Poing Am Bergfeld ist, befanden sich gerade mal eine Handvoll bebauter Grundstücke. Ansonsten: Kiesflächen und Felder. Heute hat die Gemeinde Poing knapp 16.700 Einwohner, in den nächsten Jahren kommen mit den noch verbleibenden Baugebieten W7 (Lerchenwinkel) und W8 weitere hinzu, sodass am Ende der Wachstumsentwicklung rund 20.000 Menschen in Poing leben werden.

Berufe im Baubetriebshof

Gärtner
Forstwirte
Landwirte
Geprüfter Natur- und Landschaftspfleger
Fachagrarwirt für Sportplatzpflege
Elektriker
Schlosser
Metallbauer
Maurer
Schreiner
Anlagentechniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik
Landmaschinenmechaniker
Kraftfahrzeugmechatroniker
Kfz-Mechaniker
Kfz-Mechaniker-Meister

„Wir machen alles, was mit der Gemeinde zu tun hat“, sagt Ludwig Mayr und nennt drei Schlagworte: „Pflege, Unterhalt und Verkehrssicherheit“. Einsatzorte sind die öffentlichen Parkanlagen, Grünstreifen, gemeindliche Gebäude wie die Grundschulen und das Rathaus, das Sportzentrum, der Gemeindefriedhof und alle Spielplätze. Und die Ausgleichsflächen – Wildblumenwiesen als Ersatz für Bautätigkeiten. Die Ausgleichsflächen zusammengerechnet ergeben eine Größe von etwa 23 Fußballfeldern.

Pflege von Spielplätzen und Ausgleichsflächen

Poing ist eine junge Gemeinde mit vielen Kindern, es gibt 30 öffentliche Spielplätze (inklusive der beiden Skateranlagen). „Die Spielplätze werden einmal pro Woche kontrolliert“, sagt Ludwig Mayr. Ist ein Gerät kaputt, wird es repariert. Stichwort: Verkehrssicherheit. Zwei Spielplätze werden öfters angefahren, berichtet der Bauhofleiter, weil sie sehr stark frequentiert sind: der Spielplatz am Marktplatz und der Piratenspielplatz im Neubaugebiet Seewinkel. Dort mussten Mitarbeiter vor Kurzem Glasscherben aus den Ritzen am Boden des Holzschiffes herauspulen, weil Unbekannte dort Glas zerdeppert hatten. Gar nicht lustig.

Fuhrpark des Baubetriebshof

1 Lastwagen (Lkw)
5 Klein-Lkw
4 Klein-Traktoren
1 Geräteträger
1 Teleskoplader
1 Kompaktlader
5 Pritschenwagen/Transporter
1 Kastenwagen (Stramot)
6 Kastenwagen (Hausmeisterdienst)
1 Pkw
4 Dienstfahrräder

Der Bergfeldsee gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet des BBH. Allerdings nicht am Wochenende, dann ist der Kioskpächter zuständig, dass die Wiesen nicht zu vermüllt sind. Danach sind die BBH-Mitarbeiter wieder dran. Mayr formuliert es so: „Montags gehört die Bescherung uns.“ Apropos „schöne Bescherung“: Für die Pflege und Sauberkeit der Wertstoffinseln ist der BBH nicht verantwortlich, sondern die beauftragte Entsorgungsfirma.

Als der Bauhof zum Baubetriebshof wurde

Bauhof, Baubetriebshof: Der Bauhof der Gemeinde Poing trägt seit 1. September 2004 die Bezeichnung Baubetriebshof. „Im Rahmen einer Umorganisation wurden alle handwerklichen Bereiche wie Bauhof, Werkstatt und die Hausmeister der Liegenschaften zu einer Einheit, dem Baubetriebshof, zusammengefasst“, erläutert der Chef. Aufgeteilt in fünf Sachgebiete: Verwaltung (sechs Mitarbeiter), Fuhrparkmanagement (vier Mitarbeiter), Straße-Grün (18 Mitarbeiter) und Gebäudemanagement (44 Mitarbeiter).

Poing: 440.000 Hundekottüten im Jahr

Ludwig Mayr selbst ist draußen nicht mehr im Einsatz, als Leiter obliegen ihm Verwaltungs- und organisatorische Aufgaben. In den ersten elf Jahren, von 1991 bis 2002, war die Grünpflege sein Schwerpunkt. Danach wurde er Bauhofleiter, später Leiter des Baubetriebshofs. Dessen Mitarbeiter sich auch um alle Abfallkörbe sowie Hundetütenstationen kümmern. Jeden Tag werden die rund 150 Abfalleimer geleert, die 30 Hundekot-Tütenstationen ebenfalls – sowie mit Tüten aufgefüllt. Etwa 440.000 dieser Beutel werden pro Jahr in Poing verbraucht, sagt Ludwig Mayr. In der Gemeinde sind laut Verwaltung aktuell rund 580 Hunde gemeldet.

Poing: In einem Jahr geht Mayr in Rente

Ach ja, Winterdienst, der gehört freilich auch zum Aufgabengebiet des BBH. An Winter aber denkt in diesen warmen Sommertagen keiner. Ludwig Mayr sitzt auf einer Bank am Marktplatz, hinter ihm eine der Wildblumenwiesen, die der BBH angelegt hat und pflegt. Vor ihm geht der Blick zur nicht so farbenfrohen, neuen Geh- und Radunterführung am S-Bahnhof. Auf die Frage, ob die Unterführung nicht schöner hätte gestaltet werden können, antwortet Ludwig Mayr mit einem weiteren Lächeln und sagt ganz diplomatisch: „Das sind politische Entscheidungen.“ Pause. Er dreht seinen Kopf, blickt auf die Wiese hinter sich, zu sehen sind auch das Bürgerhaus und die Pfarrkirche. Dann sagt er: „Es gibt in Poing reichlich Flächen, wo man sich aufhalten und wohlfühlen kann.“ Auch nach dem Arbeitsleben: In einem Jahr geht der heute 65-Jährige Mayr in Rente.

Wie viele Ausgleichsflächen Poing hat und wo, steht hier.

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