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Kleines Ding, großes Geld: Auf diesem Stick ist der komplette Haushalt 2018 sowie der Finanzplan bis 2021 gespeichert.

Poings Finanzen 

Leben auf hohem Niveau

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Die Gemeinde Poing nimmt in diesen Zeiten viel Geld in die Hand für Kindertagesstätten, Schulen, Brandschutz und mehr. Dadurch werden bis zu 31 Millionen Euro Schulden aufgebaut. Die gute Nachricht: Binnen zehn Jahren werden zwei Drittel davon schon wieder getilgt.

Poing – Die Rechnung, die Poings Kämmerer Holger Schmidt aufstellt, klingt einfach und ist seiner Meinung nach auch realistisch: Nach Abschluss und Abrechnung der großen Baumaßnahmen, die derzeit bzw. in den nächsten zwei, drei Jahren noch anstehen, bleiben der Gemeinde Poing ab 2020/21 etwa vier Millionen Euro pro Jahr übrig. Wenn davon immer zwei Millionen für Sondertilgungen verwendet werden und zwei Millionen in die Rücklagen fließen, komme die Gemeinde ziemlich schnell wieder vom höchsten Schuldenstand von knapp 31 Millionen Euro (im Jahr 2019) herunter. Nach zehn Jahren wären 20 Millionen getilgt und gleichzeitig hätte die Gemeinde wieder ein gutes finanzielles Polster für anderweitige Investitionen. Solche werde es geben, ergänzte Bürgermeister Albert Hingerl. Beispiele: Erweiterung des Sportzentrums und zweiter Bauabschnitt des Bürgerhauses.

Der Chef von Poings Finanzverwaltung hat guten Grund zum Optimismus: Laut Haushaltsplan für 2018 und dem Finanzplan für die Jahre bis einschließlich 2021 kann sich die Gemeinde weiterhin über hohe Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen freuen. Auch hier ist die Rechnung einfach: Je mehr Unternehmen sich ansiedeln und je mehr Menschen hier leben, desto stabiler bzw. höher werden die Einnahmen. Für das Jahr 2021 prognostiziert Schmidt sogar, dass die Einkommenssteuer mit dann 16,4 Millionen Euro (2018: 12,7 Millionen Euro) erstmals höher ausfällt als die Gewerbesteuer mit 15,8 Millionen Euro (2018: 14,9 Millionen). Wohl dem, der so viele gut verdienende Bürger und Unternehmen hat. Hinzu kommen noch jährlich gut 2,5 Millionen Euro an Grundsteuer.

Dessen ist sich Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) bewusst, weshalb er am Dienstagabend in der Sitzung des Finanzausschusses des Gemeinderates betonte: „Vielen Dank an unsere Einwohner und die Firmen!“ Aufgrund der jährlich sehr guten Steuereinnahmen könne Poing laut Hingerl von sich sagen: „Wir haben ein hohes Niveau.“ Selbstverständlich werde das Geld sinnvoll eingesetzt, was Hingerl wiederum dem Gemeinderat lobend zu Gute hält.

Die aktuellen bzw. in den nächsten ein, zwei Jahren anstehenden Großprojekte reißen vorläufig das 31-Millionen-Euro-Schuldenloch in die Gemeindekasse. Doch der Neubau der Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd, die neue Grundschule am Bergfeld plus neuer Kindertagesstätten, die neue Bahnunterführung (die nächstes Jahr errichtet werden soll) sowie das neue Lehrschwimmbad seien nun mal notwendig und dem Wachstum der Gemeinde geschuldet.

Der vom Finanzausschuss einstimmig abgesegnete und genehmigte Haushalt 2018 hat ein Volumen von 74,7 Millionen Euro. Knapp 52 Millionen Euro fallen auf den Verwaltungshaushalt, 22,8 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.

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