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Die Ausstattung mit Geräten an den Poinger Grundschulen ist gut. Doch in Sachen Digitalpakt üben Verwaltung und Schulleitungen Kritik. (Symbolfot)

Digitalisierung

Poings Grundschulen: über 1000 IT-Geräte, eine Fachkraft - und viel Kritik an Digitalpakt

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die Grundschulen und die Mittelschule in Poing sind gut mit IT-Geräten ausgerüstet. Das hat aber nichts mit dem Digitalpakt zu tun.

1018 IT-Geräte stehen in den drei Schulen, die in der Verantwortung der Gemeinde Poing liegen: die beiden Grundschulen Karl-Sittler-Straße und Bergfeldschule sowie die Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule. Diese Zahl nannte Angelika Hitzelsberger, IT-Sachgebietsleiterin im Rathaus, in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung des Poinger Gemeinderates. Aufgrund der Erfahrungen während des Corona-Lockdowns und dem damit einhergehenden Home-Schooling sowie mit dem Digitalpakt (Förderprogramm der Bundesregierung) haben Bürgermeister Thomas Stark und Hitzelsberger einen Überblick und Sachstand zum Thema „Digitalisierung an gemeindlichen Schulen“ gegeben. Fazit der beiden: Die Gemeinde Poing ist gut ausgerüstet und hat dank einer hauptamtlichen IT-Kraft im Rathaus einen festen Ansprechpartner für alle Geräte bzw. für alle Lehrer in den Schulen. Das, so Stark, sei keine Selbstverständlichkeit, insbesondere kleinere Kommunen könnten sich eine solche Stelle nicht leisten.

Kritik an Digitalpakt

Das wiederum, so Poings Bürgermeister weiter, sei generell eine Krux am Digitalpakt: Neue Computer zu beantragen und zu bekommen sei schön und gut, die Kommunen würden allerdings finanziell allein gelassen wenn es um die Wartung, die Pflege, um die Betriebskosten geht. Des Weiteren, erläuterte IT-Spezialistin Angelika Hitzelsberger, seien die Antragsunterlagen zu umständlich, zu umfangreich, sprich: zu behördlich, weshalb viele den Aufwand gar nicht auf sich nehmen wollen würden. Weil in der Verwaltung hierfür keine Zeit und Kapazitäten frei seien. Eigentlich, so das Resümee von Hitzelsberger und Stark, müsste die Bundesregierung im Zuge des Digitalpakts auch jeder Kommune bzw. Landratsamt (der Landkreis ist für weiterführende Schulen zuständig) eine IT-Kraft finanzieren.

Frage: Was nützen neue PCs, wenn es kein Netz gibt?

Und noch etwas, eine rhetorische Frage, die sowohl von der Verwaltung als auch von den drei Schulleiterinnen gestellt wurde: Was bringen neue Computer, wenn es kein lückenloses Netz gibt? Rektorin Eva Guerin von der Anni-Pickert-Schule berichtete beispielsweise, dass im Altbau in manchen Klassenzimmern ein Funkloch herrsche.

Generell stellen Guerin sowie Verena Heigl (Rektorin Karl-Sittler-Schule) und Karen Schaffer (Bergefeldschule) der Gemeinde ein sehr gutes Zeugnis aus. Alle drei lobten, dass die Schulen gut ausgestattet seien und im Rathaus eine hauptamtliche IT-Kraft als Ansprechpartner zur Verfügung stehe. Zusätzlich zu den eigenen Lehrern, die sich in den jeweiligen Schulen um die Computer kümmern. Das, sowie die stets gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung, sei nicht selbstverständlich, berichteten die Schulleiterinnen. Mit Blick auf Erfahrungsberichte von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kommunen und Landkreisen seien sie froh, „dass wir in Poing sind“.

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