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Fröhliche und rüstige Sangesrunde: Poinger Senioren beim monatlichen Treff im Café des Seniorenheims mit Musikant Peter Vomberg.

Seniorensänger

Poings Gute-Laune-Runde

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Einmal im Monat treffen sich in Poing Senioren zum gemeinsamen Singen. Dabei wird viel gelacht - und geratscht. Ein Besuch bei der munteren Runde.

Poing – Die Antwort ist gut: „Menschen, die singen, leben sieben Jahre länger“, sagt Fritz Lindner (68) als erster in die Runde auf die Frage, warum man sich hier regelmäßig zum Singen trifft. „Bei Musik baumelt die Seele“, fügt Otto Sanktjohannser hinzu. Er ist mit 99 Jahren der älteste in der Gruppe der Poinger, die an diesem eiskalten, späten Winternachmittag ins Café des Seniorenzentrums gekommen sind, um zu singen. „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“, „Winter ade“ und „Es war im Böhmerwald“ – es ist altes traditionelles Liedgut, das die Frauen und Männer intonieren. Einen Chorpreis werden sie dafür wohl nicht erhalten, darum geht’s auch gar nicht, sondern: „Um Geselligkeit und um Spaß“, sagt Valerie Beer (97) und fügt das Sprichwort hinzu: „Wo man singt, da lasse dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“

Der 80-jährige Poinger Ehrenbürger Wolfgang Schubert vom Förderverein Seniorenzentrum organisiert seit 2010 die Singtreffs. Die Liedtexte hat er für jeden kopiert mit dabei, weil: „Keiner soll nur ,lalala’ singen, sondern schon den Text“, sagt er lächelnd. Und das tun sie auch alle. Gut hörbar und froh gelaunt. Die Begleitmusik dazu spielt Peter Vomberg, mit Gitarre und Mundharmonika. Der 73-Jährige ist gefragter und beliebter Alleinunterhalter, 30 Jahre hat er als Animateur in einem Hotel in Oberhof (Thüringen) gearbeitet, außerdem als Koch. Als solcher, so erzählt er in einer Singpause, habe er im Hotel Frankfurter Hof in der hessischen Landeshauptstadt früher auch mal den Startenor Luciano Pavarotti bekocht. Mit Spaghetti. „Ha!“, wirft Fritz Lindner ein. „Bei uns war der auch oft. Wir mussten für ihn und seine Freundin eigens eine kleine Küche ins Zimmer einbauen lassen, damit er sich seine Spaghetti kochen konnte.“ Lindner war 40 Jahre Concierge (Portier) im Hotel Bayerischer Hof in München. Schnell entwickelt sich ein kleiner Ratsch, andere aus der Gruppe schalten sich ein, über Pavarotti und Hotels in aller Welt geht es zurück ins Café des Seniorenzentrums. „Was singen wir als nächstes?“, fragt Wolfgang Schubert in die Runde. Vomberg schlägt „Auf der Mauer, auf der Lauer“ vor. armin rösl

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