Bahnunterführung
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Die neue Bahnunterführung in Poing sorgt weiter für Diskussion.

Diskussion um Gestaltung

Neue Bahnunterführung: Gemeinderat will wuchtige Betonwände grau lassen - „Architektonische Meisterleistung“

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die neue Fuß- und Radunterführung am Poinger S-Bahnhof sorgt weiter für Diskussion. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, keine großen Änderungen vorzunehmen.

  • Die Ende April eröffnete neue Unterführung am Poinger S-Bahnhof sorgt weiter für Diskussion
  • Die einen sagen „hässlich“, die anderen „Meisterleistung“
  • Gemeinderat lehnt Farbgestaltung bzw. Graffiti ab
  • 72 Fahrradständer sollen errichtet werden

Trotz Kritik aus der Bevölkerung an der Gestaltung bleibt die neue Unterführung am Poinger S-Bahnhof so, wie sie ist. Sprich: so betongrau. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend sprachen sich zahlreiche Ratsmitglieder dafür aus, am Bauwerk nicht viel zu ändern. „Es ist ein technisch gut ausgeführtes Bauwerk“, sagte Franz Langlechner (CSU). Es solle die Chance bekommen, sich zu entwickeln. „Als Nutzer braucht man Zeit, sich daran zu gewöhnen.“ Sein CSU-Fraktionskollege Herbert Lanzl ist gleicher Meinung: „Die Unterführung ist eine architektonische Meisterleistung. Das ist ein hochwertiger Beton, den muss man nicht kaschieren.“ Deshalb plädiere er dafür, „auf gar keinen Fall Farbe“ anzubringen, so Lanzl.

Auf der Kiesfläche neben dem City Center II (li.) sollen 72 Fahrradstellplätze errichtet werden.

Seit der Eröffnung der Fuß- und Radunterführung Ende April gibt es unter den Bürgern, auch in sozialen Medien, Diskussionen um die Gestaltung. Einige halten die Unterführung schlichtweg hässlich, weil sie zu betonlastig sei.

Andere, wie Bürgermeister Thomas Stark (parteifrei), sagen, dass es „ein sauber gearbeitetes Bauwerk“ sei, mit den schrägen Wänden an den Rampen als „architektonischer Clou“. Er sagt aber auch, dass man der Unterführung ein wenig die Wucht nehmen müsse, insbesondere mit Blick auf die Asphaltfläche der Rampe an der Südseite (Bahnhofstraße), die an der breitesten Stelle 48 Meter misst. Dies wird mit der Pflanzung von Bäumen geschehen, wofür die Asphaltfläche an einigen Stellen wieder aufgebrochen werden muss. Der Gemeinderat beschloss am Donnerstagabend diese Maßnahme.

Am oberen Ende der Rampe werden fünf Bäume gesetzt, auf die Böschung links werden ebenfalls Bäume gepflanzt.

Annette Wrulich vom Büro Prof. Kagerer Landschaftsarchitekten GmbH, das von der Gemeinde beauftragt worden ist, hat in der Sitzung ihre Vorschläge für eine Umgestaltung der Unterführung präsentiert. Dabei spielt auch Farbe eine Rolle, sie schlug vor, insbesondere die wuchtigen Wände an der Westseite der beiden Rampen bunt zu machen. Das aber lehnt der Gemeinderat ab. „Ein Graffiti passt nicht zu Poing“, sagte Peter Maier von der SPD. Außerdem sei ein graffitisicherer Beton verwendet worden, warum, so stellte er die Frage, solle man den anstreichen?

Graffiti passt nicht zu Poing.

SPD-Gemeinderat Peter Maier.

Zumindest ein bisschen Farbe soll auf der Südseite der Unterführung in Form von Bepflanzung kommen: eine Insel mit fünf Bäumen im oberen Bereich (an der Bahnhofstraße) sowie eine Begrünung und ebenfalls Bäume auf der Böschung an der Ostseite, Richtung Parkplatz. Außerdem soll die Mauer auf der Westseite begrünt werden, sodass nicht mehr raufgeklettert werden kann. Diese Wand sei eine Gefahrenstelle, am höchsten Punkt betrage die Fallhöhe 10,5 Meter, so Wrulich.

Auf der Nordseite werden Rampen und Wände zunächst nicht angefasst, beschloss der Gemeinderat. Erst, nachdem die Deutsche Bahn den barrierefreien Ausbau im nächsten Jahr vollendet hat, wolle man über mögliche weitere Gestaltungsmaßnahmen diskutieren. Eines soll auf Beschluss des Gemeinderates auf der Nordseite aber bald realisiert werden: 72 Fahrradständer auf der momentanen Kiesfläche am City Center II.

Wie viel die jetzt beschlossenen Maßnahmen kosten werden, steht noch nicht fest. Bereits vor der Sommerpause wurde ein mögliches Paket zur Umgestaltung präsentiert, die Gesamtkosten wurden auf rund 145.000 Euro geschätzt.

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