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Auf das Wesentliche reduziert: Blick in die neue katholische Kirche Poings.

Rundgang vor der Einweihung

Poings neue Kirche: Brücke zwischen Erde und Himmel

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Wenige Tage vor der offiziellen Einweihung der neuen katholischen Pfarrkirche von Poing hat das Ordinariat zu einem Rundgang durch das Gotteshaus eingeladen. Wir waren dabei.

Poing– „Ein zum Himmel strebender Raum“, sagt Architekt Andreas Meck. Der Blick in der neuen katholischen Kirche in Poing geht im Inneren über dem Altar hoch hinauf bis in die Spitze. Oben, in einer Höhe von rund 30 Metern, ist eines der großen Fenster des Sakralbaus. Das Licht fällt weich herein. Die Ausstattung ist karg, auf das Wesentliche konzentriert. Ein Spannungsfeld zwischen Vertrautheit und Mysterium. Eine „Brücke zwischen Erde und Himmel.“ Oder der „Eintritt in eine andere Welt“, wie es Norbert Jocher, Leiter der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat München, formuliert.

In einem feierlichen Gottesdienst am kommenden Sonntag, 10. Juni, weiht der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, das neue Gotteshaus, die erste Pfarrkirche, die das Patrozinium des Seligen Pater Rupert Mayer trägt. Vorab lud das Ordinariat nun zu einem Vorort-Termin.

Die moderne Architektur hatte zu Diskussionen geführt. Wegen der ungewöhnlichen Dachform entstand der Spitzname „Sprungschanze Gottes“. Jocher findet das passend. Ein Sprung der Kirche in die Gesellschaft. „Das wird sichtbar in diesem Bau.“ Einladend die Konzeption mit vielen Fenster. Vom Vorplatz kann man in den Kirchenraum blicken, die Sakristei hat eine Glasfront nach außen, vom Taufstein an der gegenüberliegenden Seite der Kirche ist der See zu sehen. Ein starkes Symbol.

Getragen wird die Kirche durch ein Stahlkreuz in der Decke, das jedoch nicht zu sehen ist. Dominiert wird der Innenraum durch heimischen Nagelfluh. Im Eingangsbereich hängt ein Gemälde des deutsch-amerikanischen Malers Jerry Zeniuk mit bunten Farbtupfern und einem Zitat von Rupert Mayer. Daneben eine überlebensgroße Madonnen-Holzskulptur der Münchner Künstlerin Carola Heine.

Die Außenfassade ist durch eigens entwickelte Kacheln geprägt, die stets bei unterschiedlichem Lichteinfall ein neues Bild vermitteln. Verbaut wurden rund 15 000 Elemente. Durch die Insolvenz des mit den Arbeiten beauftragten Unternehmens kam es zu Verzögerungen. Eigentlich hätte die Weihe des Gotteshauses bereits im Oktober vergangenen Jahres stattfinden sollen. Der Kostenrahmen von 14,6 Millionen Euro sei dennoch eingehalten worden, sagt das Ordinariat.

Übrigens: Das Gebäude besteht aus zwei Hüllen. Zwischen ihnen verläuft ein Gang, der über Treppen bis auf einen Balkon auf dem Dach der Kirche führt. Dieser Weg ist aber aus Sicherheitsgründen für die Bevölkerung derzeit noch nicht zugänglich.

Pfarrer Christoph Klingan betonte, wie wichtig die neue Kirche für die weiter wachsende Gemeinde Poing sei. Das Grundstück liege an der Nahtstelle des alten Ortes und der Neubaugebiete. Es habe auch Befürchtungen gegeben, dass das kirchliche Leben im älteren Ortsteil erlischt, wenn die neue Kirche komme. Dem widersprach der Pfarrer. Auch künftig werde es in der bisherigen Kirche St. Michael Gottesdienste geben, auch am Sonntag. Martina Hohl, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, erklärte, die neue Kirche sei „eine große Chance, aber auch eine Herausforderung“. Wichtig sei nun, den neuen Bau zu beleben, ergänzte Klingan. Und er sieht den neuen Standort auch im Zeichen der Ökumene und der guten Nachbarschaft. Schließlich sei die evangelische Kirche gleich nebenan. „In Hör- und Sichtweite.“ Der Posaunenchor der Protestanten spielt übrigens beim Festakt.

Susanne Birk, Leiterin des Resorts Bauwesen und Kunst im Ordinariat München, lenkte den Blick wieder auf die moderne Architektur: „Wir übernehmen Verantwortung, wir schaffen Qualität.“

Architekt Andreas Meck hob auch den städtebaulichen Aspekt hervor. Der Bau besetze eine wichtige Stelle in Poing, bilde quasi auch einen Schlussstein. Die Kirche mit ihrer skulpturalen Form sei „solitär“. Es sei konzipiert worden für die neue Ortsmitte der Gemeinde.

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