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So soll sie aussehen, die neue Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung am Poinger S-Bahnhof.

entscheidung

Bahnunterführung wird gebaut

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Poings neue Unterführung am S-Bahnhof wird gebaut, Start soll schon im Mai sein. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, den Auftrag an ein Bauunternehmen zu erteilen. Die Kosten: knapp acht Millionen Euro.

Poing – Bürgermeister Albert Hingerl ist am Tag nach der Entscheidung erleichtert: „Wir haben jetzt alles getan, was wir können. Das Projekt ist auf dem Gleis, jetzt muss nur noch der Zug fahren“, sagt er am Freitagvormittag. Dass der Zug sinnbildlich fährt, sprich: das Projekt endlich umgesetzt werden kann, dafür hat der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung am späten Donnerstagabend grünes Licht gegeben. Mit der Entscheidung, den Auftrag an ein Unternehmen zu erteilen, kann der Bau gestartet werden. Laut Zeitplan der Gemeinde soll dies bereits im Mai geschehen.

Drei Angebote lagen auf dem Tisch, allesamt höher als die ursprünglich von Gemeindeverwaltung und dem von ihr beauftragten Planungsbüro geschätzten Kosten von etwa sechs Millionen Euro. Auf die Ausschreibung hin hatten sich drei Firmen gemeldet, die Angebotsspanne lag zwischen knapp acht Millionen bis über elf Millionen Euro. Wie Bürgermeister Hingerl am Freitag mitteilte, habe sich der Gemeinderat für die günstigste Offerte entschieden. Obwohl diese weit über dem geschätzten Betrag liegt, müsse die Kommune für das Bauwerk nicht eigens neue Schulden aufnehmen. „Alle Beträge sind im Haushalt eingestellt“, sagt er.

Für die Bauzeit sind 18 Monate angesetzt, sodass die neue Unterführung für Fußgänger und Radfahrer Ende 2019 fertig sein soll. Bereits für diesen Mai ist vorgesehen, dass der Poinger S-Bahnhof an zwei Wochenenden gesperrt wird, damit Behelfsbrücken aufgestellt werden können. Die Bäume wurden bereits gefällt.

Der Gemeinderat hat also die Weichen für den Neubau gestellt, allerdings gibt es ein Problem: Die Errichtung von barrierefreien Zugängen von der neuen Unterführung zu den Bahnsteigen, wofür die Deutsche Bahn verantwortlich ist, sei auf 2020 verschoben worden. Ebenso der Umbau der Bahnsteige, damit die Fahrgäste ohne Hindernis in die Züge gelangen. Grund: Die Bahn habe für dieses Gewerk kein Angebot erhalten bzw. lediglich eines, dass in etwa doppelt so hoch gewesen sei wie die tatsächlich festgelegten Kosten. Dieses sei abgelehnt worden. Das habe die Bahn der Gemeinde mitgeteilt, gab Hingerl in der Gemeinderatssitzung bekannt. Bedeutet: Erst nachdem die Unterführung fertig ist, wird die Bahn Rampen zu den Bahnsteigen bauen. Ein Aufzug sei nicht vorgesehen.

Hingerl sagte in der Gemeinderatssitzung, dass er und die Verwaltung versuchen würden, die Rampen dennoch zeitnah zusammen mit der Unterführung errichten zu lassen – hierzu würden noch Gespräche mit der Bahn geführt. Zunächst ist sowieso die Gemeinde mit ihrem Teil des Gesamtbauwerks an der Reihe.

Mit der Entscheidung des Gemeinderates endet eine lange Wartezeit. In den vergangenen gut 20 Jahren wurde immer wieder über den Neubau diskutiert, wurden immer wieder Pläne auf den Tisch gelegt, wurde immer wieder mit der Bahn verhandelt – und immer wieder wurde die Gemeinde enttäuscht oder erhielt Absagen. Zuletzt Ende 2017, als sich auf die erste Ausschreibung (Submission) für das Großprojekt keine einzige Firma gemeldet hatte. Daraufhin hat die Gemeinde Poing erneut ausgeschrieben, mit verlängerter Bauzeit (von elf auf 18 Monate).

Abgabeschluss war am 12. März – drei Firmen gaben ihre Angebote ab. Exakt vier Wochen später hat der Gemeinderat nun eine der wohl wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte Poings getroffen und den Auftrag zum Bau erteilt.

Vergangenes Jahr kündigte Bürgermeister Albert Hingerl an, dass er nach Altötting pilgern werde, wenn das Projekt nach vielen Jahren Wartezeit endlich umgesetzt wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung am Freitag sagte er darauf angesprochen, dass er dies tun werde – nachdem der Spatenstich erfolgt sei und die Baufirma die Arbeiten aufgenommen habe.

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