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Personalien feststellen und Platzverweis erteilen: So, wie auf unserem Foto in München, hat die Polizei in Poing am Montag mehrere Bettler kontrolliert, die in der Gemeinde unterwegs waren.

Bande in Poing

Polizei erteilt Bettlern Platzverweise

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In Poing war wieder eine Bettlerbande unterwegs, von Haustür zu Haustür. Die Polizei erteilte mehreren Personen Platzverweise.

Poing – Sie werden in Kleintransportern herangekarrt, rausgelassen und nach Stunden wieder eingesammelt: Bettlerbanden. Am Montag waren in Poing zahlreiche junge Frauen und Männer aus Osteuropa unterwegs, klingelten an Haustüren und wollten Geld oder was zu essen und zu trinken. Einige Bürger berichten, dass die Unbekannten sogar den Fuß in die Tür gestellt hätten, als sie diese wieder zumachen wollten.

„Ein solch rabiates Vorgehen wäre neu“, sagt Helmut Hintereder. Der Erste Polizeihauptkommissar und Leiter der PI Poing erzählt, dass am Montag mehrere Bürger angerufen und die Bettler gemeldet haben. Streifenpolizisten haben einige von ihnen entdeckt und kontrolliert. Alle hatten einen Ausweis dabei, alle stammten aus Osteuropa. „Wir haben ihnen Platzverweise erteilt, weil die Gefahr einer Straftat besteht.“ Mehr könne die Polizei zunächst nicht tun.

Zwar gibt es in Poing eine Satzung, die das aufsuchende Betteln verbietet und dieses mit einem Bußgeld belegt werden kann, aber: „Die Verordnung gilt nur für öffentliche Bereiche und Flächen, wie beispielsweise den Marktplatz“, sagt Hintereder. Das Betteln an der Haustür aber geschieht auf privatem Terrain, weshalb die Satzung nicht greife.

Im Gegensatz zum Klingeln an der Haus-/Wohnungstür oder dem Ansprechen von Passanten ist das „stille Betteln“ in Poing geduldet. Beispielsweise mit einem Becher und einem Hinweisschild stehend oder am Boden sitzend.

Dass Bettelbanden Poing heimsuchen, ist nicht neu. Vor knapp einem Jahr waren mehrere Unbekannte mit sogenannten „Bettelkarten“ in der Gemeinde unterwegs. Zettel, auf denen beispielsweise „Bitte Geld“ steht. Ob die Personen tatsächlich „nur“ betteln, oder Häuser bzw. Wohngegenden ausspionieren für spätere Einbrüche, könne man nie genau sagen, so Helmut Hintereder. Der Verdacht aber bestehe, in Einzelfällen in Bayern habe er sich auch bestätigt.

Der Polizeichef rät dringend davon ab, unbekannte Personen ins Haus zu lassen. Sollte man die Tür geöffnet haben, sollte man den Bettlern nichts geben und sie gleich wieder abweisen. Tritt jemand beleidigend oder rabiat auf und stellt sogar einen Fuß in die Tür, spätestens dann sollte man die Polizei (08121/9917-0) anrufen. „Und das bitte zeitnah, nicht erst Stunden später“, so Hintereder. Hilfreich sei außerdem eine möglichst genaue Personenbeschreibung des/der Unbekannten.

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