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94 Fahrradunfälle haben sich im Jahr 2018 auf Straßen und Wegen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Poing erreignet. Dabei wurden 93 Menschen verletzt. 

Fahrradunfälle

Trauriger Rekord

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Trauriger Rekord: 2018 passierten im Dienstbereich der Polizei Poing so viele Fahrradunfälle wie noch nie. Bei 94 Unfällen wurden 93 Menschen verletzt.

Poing Mit der Anzahl von 94 haben die Fahrradunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Poing im Jahr 2018 den Höchststand in den vergangenen fünf Jahren erreicht. 2017 waren es 76, in den Jahren zuvor 81 (2016), 73 (2015) und 70 (2014). Diese und weitere Unfalldaten hat die Polizei jetzt in ihrer Jahresstatistik veröffentlicht.

Laut Polizeirat Helmut Hintereder, Leiter der Poinger Dienststelle, gibt es folgende Gründe für den Anstieg: „In unserem Dienstbereich wächst die Bevölkerung und damit auch die Zahl der Menschen, die mit Fahrrädern unterwegs sind, stetig an.“ Und: „Radfahrer halten sich zu wenig an die vorgegebenen Regeln, sind oftmals schlecht sichtbar und kümmern sich zu wenig um die vorgeschriebene Ausrüstung an ihrem Fahrrad.“ Schlecht sichtbar, weil die Kleidung zu dunkel ist, und weil die Beleuchtung am Fahrrad fehlt. Gerade für Radler gelte: „Sehen und gesehen werden.“

Bei den 94 Unfällen im vergangenen Jahr wurden laut Polizeistatistik insgesamt 93 Menschen verletzt, 15 davon schwer. In einem Fall starb ein Radfahrer: am 7. November abends auf der Staatsstraße zwischen Markt Schwaben und Forstinning. Ein 66-Jähriger wollte bei Beginn des Fahrradweges in Richtung Forstinning von der rechten Fahrbahnseite auf den gegenüberliegenden Radweg wechseln – dabei wurde er von einer 23-jährigen Autofahrerin erfasst.

Bei 50 der Fahrradunfälle war ein Auto beteiligt, bei 23 stürzten die Radfahrer allein; jeweils neun Mal gab es Kollisionen zwischen Radfahrer und Radfahrer sowie zwischen Radfahrer und Bus/Lkw/Wohnmobil. Außerdem kam es zu drei Zusammenstößen mit Fußgängern.

Von den 94 Unfällen wurden laut Polizeirat Helmut Hintereder 83 von Fahrradfahrern verursacht. Die Hauptursachen: zu geringer Abstand (in 13 Fällen), Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (11), verbotswidrige Benutzung der Fahrbahn oder anderer Straßenteile (9), Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot (9). In drei Fällen waren die Radfahrer betrunken.

Auch die Zahl der Unfälle, an denen Pedelecs (Elektrofahrräder) beteiligt waren, sind in der Jahresstatistik erfasst. 2018 war es ein Unfall, 2017 zwei Unfälle. Die Jahre zuvor neun (2016), sechs (2015) und neun (2014).

Die Polizeiinspektion Poing ist zuständig für die Gemeinden Poing, Pliening, Anzing, Forstinning, Markt Schwaben, Vaterstetten und Zorneding. Als besonders gefährliche Stellen, an denen immer wieder Radunfälle passieren, nennt Hintereder die Gruber Straße in Poing sowie die Karl-Böhm-Straße und die Möschenfelder Straße in Vaterstetten.

„Trotz der niedrigeren Geschwindigkeit ist das Risiko, bei einem Unfall als Radfahrer ums Leben zu kommen, doppelt so hoch wie das eines Pkw-Fahrers“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, sich mit der richtigen Ausrüstung (unter anderem Helm) selbst zu schützen, und die Verkehrsregeln einzuhalten. „Mit Verstößen gefährden Radfahrer nicht nur sich selbst, sondern auch andere.“

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