Parkende Wohnmobile
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Für eine kommunale Parkraumüberwachung zu wenig: Dauerparker an der Kirchheimer Allee. 

Diskussion und Entscheidung

Problemzonen, aber keine Parkprobleme: Keine Parkraumüberwachung in Poing

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Sollen in Poing parkende Fahrzeuge kommunal kontrolliert werden? Die Antwort aus dem Haupt- und Finanzausschuss: nein. Weil es keine großen Parkprobleme gibt.

Zwischen 6000 und 7000 Euro würde eine kommunale Parküberwachung die Gemeinde pro Jahr kosten. Darin enthalten: drei Stunden Kontrolle pro Woche. Die Frage, über die die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses des Gemeinderates in ihrer Sitzung am Dienstagabend gut eineinhalb Stunden diskutierten: Wo sollte in Poing kontrolliert werden? Wo gibt es Parkprobleme? Die Antwort: Es gibt lediglich einzelne Problemzonen. Ein großartiges Parkproblem an sich gebe es in der Gemeinde nicht. Das sagten Bürgermeister Thomas Stark (parteifrei) sowie Vertreter aller Fraktionen. Beispielsweise CSU-Fraktionssprecher Ludwig Berger: „Ich halte eine Parkraumüberwachung für nicht erforderlich.“ Dominik Hohl (SPD): „Wir haben in Poing kein großartiges Parkproblem.“

Abgestellter Anhänger an der Bergfeldstraße.

An manchen Stellen aber, so die Meinung von Hohl und anderen Ausschussmitgliedern, müsse die Gemeinde nachjustieren und über mögliche Maßnahmen nachdenken. Beispielsweise in der Kirchheimer Allee und in der Bergfeldstraße, wo auf den Parkflächen am Straßenrand Wohnanhänger, Wohnmobile und gewerbliche Anhänger dauerhaft stehen – manche ragen ein Stück auf die Straße und/oder den angrenzenden Grünstreifen.

Poing: Probleme mit Dauerparkern

Ein anderer Problembereich sei die Parksiedlung und die Frühlingsstraße in Poing-Süd, berichtete Bürgermeister Thomas Stark. Hauptursache sei dort der fehlende Parkraum insbesondere für Bewohner der Parksiedlung. „Die wurde in den 1970er-Jahren gebaut mit wenig Parkplätzen“, sagte er in der Ausschusssitzung.

Konzertierte Aktionen mit der Polizei

Jürgen Rappold, Leiter des Ordnungsamtes im Poinger Rathaus, bezweifelt, dass man mit einer kommunalen Parkraumüberwachung – „wenn man nur ab und zu kontrolliert“ – große Effekte und Verbesserungen erzielen könne. Zumal die Bußgelder in einem Bereich von 10 bis 35 Euro (je nach Verstoß) nicht all zu hoch seien. Dies könnte sich im Laufe des Jahres ändern, wenn der Bußgeldkatalog überarbeitet wird und sich die Beträge vermutlich verdoppeln werden.

Gemeinderat will in einem Jahr nochmal diskutieren

Effektiver und wirkungsvoller seien einzelne, konzertierte Aktionen, sagte Bürgermeister Thomas Stark. Solche hätten beispielsweise in der Bergfeldstraße und der Kirchheimer Allee stattgefunden, als die Polizei die dort abgestellten Dauerparker kontrollierte. Aktionen, bei denen die Gemeinde die Polizei auf Verstöße aufmerksam macht und um verstärkte Kontrollen bittet, sollen laut Stark wiederholt werden.

Auf Antrag von FWG-Gemeinderat Matthias Andres stimmte der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig dafür, keine kommunale Parkraumüberwachung einzuführen und in einem Jahr darüber nochmals zu diskutieren. Die kommunale Verkehrsüberwachung (Geschwindigkeitskontrollen), die es seit 1. Januar 2018 in Poing gibt, bleibt bestehen.

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