Die Fassade einer Schule mit geöffneten Fenstern
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Die Klassenzimmer in der Anni-Pickert-Schule können ausreichend mittels Fenster gelüftet werden, sagt die Schulleiterin. (Symbolfoto)

Anni-Pickert-Schule

Rektorin: Ausreichend frische Luft - Elternbeirat kritisiert „zum Fenster hinaus heizen“

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Laut Rektorin können die Klassenzimmer in der Anni-Pickert-Schule durch geöffnete Fenster ausreichend mit frischer Luft versorgt werden. Der Elternbeirat übt Kritik.

In der Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule ist in allen Klassenzimmern das Lüften via Fenster möglich. Das hat Rektorin Eva Guerin am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung betont, im Nachgang der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Donnerstag. Wie berichtet, hatte Bürgermeister Thomas Stark in der Sitzung mitgeteilt, dass es in sechs Räumen Probleme mit Fenstern gebe. Dies, so Guerin, bedeute nicht, dass in den Räumen nicht ausreichend gelüftet werden könnte: Es seien lediglich einzelne Fenster, die einer Reparatur bedürfen, informiert die Schulleiterin. Andere Fenster in den Zimmern könnten sehr wohl geöffnet werden für ausreichend Frischluftzufuhr. So, wie es in diesen Corona-Zeiten empfohlen ist.

Poing: Einzelne Fenster defekt

Insgesamt gibt es in der Anni-Pickert-Schule etwa 40 Klassen- und Fachräume, die via Fenster gelüftet werden, teilt das Poinger Bauamt mit. Die Gemeinde ist Sachaufwandsträger für die Grund- und Mittelschulen. In den Grundschulen am Bergfeld und an der Karl-Sittler-Straße, beides neue Gebäude, sind Lüftungsanlagen eingebaut, die frische Luft von außen ansaugen und verbrauchte Luft an anderen Stellen aus den Gebäuden wieder herausblasen. Deshalb, so die Verwaltung, seien für diese beiden Schulen mobile Luftreinigungsanlagen generell nicht notwendig. Die Kosten für ein solches Gerät betragen laut Bürgermeister Thomas Stark rund 3000 Euro.

Gemeinderat Poing: Keine Mehrheit für Luftreinigungsgeräte

Die SPD-Gemeinderatsfraktion hatte einen Antrag gestellt, für Klassenräume an Poinger Schulen und eventuell auch für Kindertagesstätten Luftreiniger zu kaufen. Um damit in der Corona-Pandemie die Gefahr einer Verbreitung von Viren einzudämmen. Nachdem sich im Laufe der Diskussion im Gemeinderat abzeichnete, dass für diesen Antrag keine Mehrheit zustande kommt, hat die SPD sowie der Rest des Gemeinderats einem Kompromissvorschlag von Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) zugestimmt. Der Beschluss im Wortlaut: „Sollte sich nach Überprüfung der Lüftung mittels der CO2-Ampeln herausstellen, dass diese nach den Vorgaben des Rahmen-Hygiene-Plans für Schulen bzw. Kindertagesstätten nicht ausreichend ist, wird die Verwaltung ermächtigt, mobile Luftreinigungsgeräte als gezielte Ergänzung zu beschaffen. Darüber hinaus wird die Verwaltung ermächtigt, für die zum Aufenthalt genutzten Räume mit zu kleinen Lüftungsöffnungen mobile Luftreinigungsgeräte zu beschaffen.“

„Auch im Hinblick auf den so wichtigen Umweltschutz ist das häufige Lüften ein Problem.

Elternbeirat der Anni-Pickert-Schule

Laut Mitteilung des Bauamtes sind 17 Räumlichkeiten in den Kitas (meist Schlafräume) und die Mensa in der Anni-Pickert-Schule mit relativ kleinen Öffnungen nach außen versehen. In etwa sechs Räumen der Schule bedürften einige Fensterflügel einer Reparatur, um vollständig geöffnet werden zu können. Dies soll laut Verwaltung und Schulleiterin Eva Guerin baldmöglichst erfolgen. In der Mensa sei man bereits dran, die Situation zu verbessern.

Elternbeirat kritisiert ständiges Lüften durch Fenster

In einer Stellungnahme zur Gemeinderatssitzung schrieb Guerin, dass die Anni-Pickert-Schule keine mobilen Luftreinigungsanlagen benötige, weil man ausreichend lüften könne. Der Elternbeirat wiederum teilt mit, dass es „nach unserem Kenntnisstand zahlreiche Klassenräume gibt, deren Fenster nur einen Spalt breit geöffnet werden können“. Für eine Querlüftung müssten die Zimmertüren geöffnet werden, die zum Flur führen. „Dort wiederum vermischen sich demzufolge die Aerosole der verschiedenen Klassen. Der erforderliche Luftaustausch zur Senkung der Virenlast ist damit nach unserer Auffassung nicht möglich.“ Unterschrieben haben den offenen Brief an Bürgermeister Stark und den Gemeinderat alle Elternbeiratsmitglieder.

In dem Schreiben heißt es außerdem: „Auch im Hinblick auf den so wichtigen Umweltschutz ist das häufige Lüften ein Problem. Durch das ständige ,zum Fenster hinaus heizen’ wird der Energieverbrauch der Schule aller Voraussicht nach stark ansteigen. Das belastet die Umwelt und führt alle getroffenen Energiesparmaßnahmen ad absurdum. Ein Umstand, den wir im Hinblick auf die Erhaltung der Erde für unsere Kinder nicht gutheißen können.“

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