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Dramatischer Personalmangel 

Das Scheitern der Inklusion im Landkreis Ebersberg

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Wenn Politiker etwas versprechen, bedeutet das nicht, dass es tatsächlich in die Realität umgesetzt werden kann. Diese leidvolle Erfahrung machen Rektoren von Sonderpädagogischen Förderzentren sowie Grund- und Mittelschulen im Landkreis Ebersberg.

Landkreis –  „Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen“, dieser Grundsatz ist seit 2011 in Artikel 2 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz verankert. Nur: Inklusion von Kindern, die beispielsweise wegen Hör- und Sehschwäche in ihrer Entwicklung eingeschränkt oder die sozial-emotional auffällig sind, funktioniert nur, wenn das dafür fachliche Personal und die notwendigen Räume vorhanden sind. Dem ist aber nicht so, klagen die Leiter der Förderzentren Poing (Jörn Bülck, Seerosenschule) und Grafing (Helga Schneitler, Johann-Comenius-Schule).

Bei einem Pressegespräch schilderten sie zusammen mit Susanne Anderl-Schottner, Leiterin der Grundschule Markt Schwaben, einen Fall von der Basis: Die Rektorin hatte bei der Poinger Seerosenschule um Unterstützung angefragt für die Betreuung und Inklusion von mehreren Kindern. Hierfür gibt es an Förderzentren den Mobilen Sozialpädagogischen Dienst (MSD), der nicht nur in Schulen, sondern auch in Kindertagesstätten im Sinne der Inklusion und Betreuung von Kindern tätig ist. Jörn Bülck aber musste antworten: „Geht nicht, uns fehlen die Fachkräfte, wir haben zwei unbesetzte Stellen.“ Die von der Regierung versprochene Inklusion war wegen Lehrermangels nicht möglich.

Anderl-Schottner nennt es selbst einen „Hilferuf“, den sie abgesetzt habe. „Sehr viele unserer Schüler haben Förderbedarf“, sagt sie. Ein Lehrer allein sei überfordert, weshalb es die sozialpädagogischen Fachkräfte brauche. Problem: Die Förderzentren benötigen ihre Lehrer selbst für den Regelunterricht an der eigenen Schule. „Wenn wir eine Fachkraft rausschicken, müssen wir sie durch fachfremdes Personal ersetzen“, erläutert Bülck. Nur, wenn sämtliche Stellen besetzt sind, sei die von der Politik versprochene Inklusion möglich.

Hier hinke die Wirklichkeit dem Anspruch weit hinterher, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher aus Ebersberg. Seit dem Schuljahr 2008/09 bis 2016 habe sich die Zahl zu fördernden Kinder im Landkreis versechsfacht, von 33 auf 161, berichtet sie und betont: „Die steigende Nachfrage durch den MSD kann nur unzureichend gedeckt werden.“ Weil es an Fachkräften mangelt, und auch an genügend geeigneten Räumen in den bestehenden Grund- und Mittelschulen. Inklusion, Ganztagsbetreuung – all dies werde in den Raumprogrammen und Stellenplänen, die die Regierung jedes Jahr neu für die Schulen aufstellt, so gut wie gar nicht berücksichtigt. Poings Seerosenschulleiter Jörn Bülck drückt es so aus: „Die Regierung macht Schule immer noch so wie in den 1990er-Jahren.“ Ungeachtet des gestiegenen Bedarfs an Inklusion, ungeachtet aller Versprechungen.

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