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Schöner als Oktoberfest: Seniorenzentrum Poing feiert 20. Geburtstag

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Von: Armin Rösl

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Geschäftsführer Peter Haile begrüßte die Gäste.
Geschäftsführer Peter Haile begrüßte die Gäste. © Johannes Dziemballa

Schmissige Musik, warmer Leberkäse und kühle Getränke: Das Seniorenzentrum Poing feierte mit den Bewohnern seinen 20. Geburtstag. Im Zelt im Garten herrschte beste Laune.

Poing – Eines ist den älteren Damen und Herren, die auf Bierbänken an Biertischen im Zelt sitzen, besonders wichtig: „Erwähnen Sie unbedingt die Ehrenamtlichen“, sagt eine Frau zum Reporter. Alle anderen nicken zustimmend. Gut 50 Frauen und Männer sind hier, Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums Poing und Senioren, die Betreutes Wohnen zuhause in Anspruch nehmen. Wir befinden uns nicht auf dem Münchner Oktoberfest, sondern in einem kleinen Zelt, das am Mittwoch im Garten des Seniorenzentrums aufgestellt ist. Die Band „The Ukelites“ spielt schmissige Livemusik (Klassiker aller Stilrichtungen und Zeiten auf Ukulelen neu interpretiert, total pfiffig und schön mit tollem Gesang), die Bedienungen (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Ehrenamtliche des Seniorenzentrums) servieren kalte Getränke und warmen Leberkäse mit Kartoffel- und Krautsalat. Die Sonne scheint, der kühle Frühherbstwind pfeift zum Glück nur ein bisserl in den Innenhof, die Stimmung ist bestens. Das Seniorenzentrum Poing feiert an diesem Tag seinen 20. Geburtstag.

Klasse Musik, nicht nur für Senioren: The Ukelites.
Klasse Musik, nicht nur für Senioren: The Ukelites. © Johannes Dziemballa

In seiner kurzen Ansprache erinnert Poings Bürgermeister Thomas Stark an die Anfangszeiten, noch bevor das Haus gebaut worden ist. Er, der Geschäftsleiter im Rathaus und Referent des damaligen Bürgermeisters Albert Hingerl war, war von Anfang in das Projekt eingebunden. Die große Frage sei gewesen: Betreibt die Gemeinde Poing das Seniorenzentrum selbst, oder überlässt sie es einem privaten Betreiber. Der Gemeinderat entschied sich für das erste Modell – was laut Stark bis heute betrachtet die richtige Entscheidung gewesen sei. Das Seniorenzentrum Poing und die für den Betrieb gegründete gemeinnützige Pflegestern Seniorenservice GmbH sei „eine Erfolgsgeschichte“, sagt der Bürgermeister. Nicht zuletzt, „weil es von Anfang an von vielen Ehrenamtlichen unterstützt wird“. Dies wäre bei einem Investorenmodell nicht möglich gewesen.

Pflegestern-Geschäftsführer Peter Haile und Seniorenzentrumsleiterin Mimona Tabbali.
Pflegestern-Geschäftsführer Peter Haile und Seniorenzentrumsleiterin Mimona Tabbali. © Johannes Dziemballa

Auch Pflegestern-Geschäftsführer Peter Haile lobt und dankt allen Ehrenamtlichen, egal, ob sie im Café helfen, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Spiele spielen, ihnen vorlesen et cetera. Hinzu kommen die Aktivitäten des Fördervereins Seniorenzentrum, zu denen unter anderem das regelmäßige gemeinsame Singen im Café gehört. Hier können nicht nur die Bewohner teilnehmen (egal, ob aus der vollstationären Pflege oder vom Betreuten Wohnen), sondern alle Poinger Senioren.

Einen weiteren Dank sprach Geschäftsführer Haile allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus sowie den Kommunen, in denen der Pflegestern Senioreneinrichtungen betreibt: neben Poing noch in Anzing und Grafing sowie in Finsing und Oberding (beide Kreis Erding).

Wir lassen unsere Senioren nicht im Stich.

Poings Bürgermeister Thomas Stark

Im Seniorenzentrum Poing leben rund 60 Menschen, 37 in der vollstationären Pflege, die anderen im Betreuten Wohnen. Hinzu kommen Angebote wie Betreutes Wohnen zuhause und Tagespflege. Dieser Mix sei das Erfolgsgeheimnis des Pflegesterns, so Peter Haile. Er berichtete, dass alle Häuser derzeit voll belegt seien.

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Mit Blick auf die aktuellen Krisen richtete der Geschäftsführer in seiner Rede einen Appell an die Bundespolitik: „Vergessen Sie die Pflege nicht! Pflege muss bezahlbar bleiben!“ Von den Preissteigerungen bleibe auch die Pflege nicht unberührt, es sei aber Aufgabe der Politik, dies aufzufangen, damit sich Menschen die Pflege weiter leisten können.

Ein Lob und einen Dank sprach er den Kommunalpolitikern aus, die den Pflegestern und dessen Einrichtungen „mit viel Herzblut“, wie er sagte, unterstützen. Die gute Zusammenarbeit, so Haile, sei ein weiteres Geheimnis des Erfolgs für den Pflegestern. Dieser werde überregional von anderen Kommunen als Vorbild wahrgenommen.

Poings Bürgermeister Thomas Stark betonte, dass die Unterstützung der Gemeinde weiterhin bestehen bleibe: „Wir lassen unsere Senioren nicht im Stich.“ So, wie die Kommune Geld für Kindergärten und Schulen ausgebe, tue sie es auch für Senioren. Das sagte er mit Blick auf das Großprojekt, das in den nächsten vier bis fünf Jahren realisiert werden soll: Der Neubau eines Seniorenzentrums an der Straße Am Hanselbrunn (unweit des Rewe-Marktes) mit über 100 vollstationären Pflegeplätzen, 25 Betreuungsplätzen für Tagespflege und 40 Wohnungen als Betreutes Wohnen. Betreiber wird ebenfalls Pflegestern sein.

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