Ein Mädchen hält ein DinA4-Heft in den Händen.
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Die neunjährige Hanna Schneider hat "Mein Corona Handbuch" geschrieben.

Gefühle beschreiben, Ratschläge geben

Junge Mutmacherin: Schülerin (9) aus Poing schreibt „Mein Corona Handbuch“

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Hanna (9) aus Poing hat "Mein Corona Handbuch" geschrieben. Auf 13 DinA-Seiten beschreibt die Schülerin ihre Gefühle und gibt Tipps zu Corona.

  • Hanna (9) aus Poing hat ein "Corona Handbuch" geschrieben
  • Texte über Gefühle in Corona-Zeiten
  • Tipps gegen Langeweile

„Ich hoffe, mein Buch hilft dir. Aber ich glaube schon. Du schaffst das! Glaube an dich! GLG Hanna“

Das steht auf Seite 13, der letzten Seite des Ringheftes, das Hanna Schneider aus Poing geschrieben hat. Titel: „Mein Corona Handbuch“. Untertitel: „Für alle, die es in dieser Zeit nicht leicht haben“. Hanna ist neun Jahre alt und kommt im September in die 4. Klasse der Grundschule Karl-Sittler-Straße. Während des Lockdowns hat sie im Homeschooling-Unterricht ihrer Klasse den „Internetführerschein“ gemacht, „nach einem Hüttenwochenende mit der Familie habe ich mich an den Computer gesetzt und zu tippen begonnen“, erzählt sie. Entstanden ist eine Broschüre mit acht Kapiteln, die sich insbesondere an Kinder richtet. Im Vorwort erläutert Hanna, warum sie das Büchlein geschrieben hat.

Das Vorwort von Hanna Schneider in „Mein Corona Handbuch“

„Liebe Leser, liebe Leserinnen und liebe Kinder,

ich bin die Autorin dieses Buches. Ich bin erst 9 Jahre alt. Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich weiß, dass es für sehr viele Leute gerade sehr schwer ist.

Ich habe selber die Erfahrung, weil mein Opa gestorben ist. Er war schon alt, und auch wenn Corona nicht gekommen wäre, wäre er wahrscheinlich gestorben. Trotzdem macht es die Sache noch schwerer, weil man Angst hat, dass noch jemand anderes aus der Familie oder des Freundeskreises – auch der nicht krank oder alt ist – sterben könnte.

Vielleicht hast du auch jemanden verloren. Ich möchte dir mit diesem Buch helfen.

Ich hoffe, wie viele von euch wahrscheinlich auch, dass das Coronavirus bald verschwindet. Es kann nie ganz von der Erde verschwinden, doch du musst keine Angst haben. Die Forscher und Ärzte werden ein Mittel finden, das dann dagegen hilft, dann können wir uns impfen lassen.

Du gehst nicht gerne zum Impfen? Aber das ist doch tausendmal besser, als immer Mundschutz zu tragen, immer Abstand zu halten und keine Hände zu schütteln. Das ist den kleinen Piks wert.

Viel Spaß mit dem Corona Handbuch,

Deine Hanna“

Die Neunjährige hat die allseits bekannten Corona-Regeln zusammengefasst (Darüber hat sie geschrieben: „Auch wenn dir die Regeln schon aus den Ohren rauskommen, müssen wir sie dennoch beachten“), auf der nächsten Seite (Überschrift: „Aus dem Haus!“) listet sie auf, wo man überall achtgeben sollte. Es folgt eine Seite mit Spieletipps für diejenigen Kinder, die keinen eigenen Garten haben, weiter hinten stehen auf zwei Seiten insgesamt 32 Vorschläge gegen die Langeweile (Beispiele: „ein Buch lesen“, „Rätsel lösen“, „Geschwister ärgern“, „malen“, „den Eltern helfen“, „Witze ausdenken“).

Kapitel zu Themen wie „Langeweile“ und „Zusammenhalten“

In den anderen Kapiteln beschreibt Hanna Schneider Gefühle, die wegen Corona hochkommen können. „Ich bin sauer!“ lautet hierzu die Überschrift einer Seite. Und: „Langeweile“. Hier schreibt Hanna als Einleitung: „Ach Mensch, mir ist so langweilig! Das ist gerade bei Corona ständig so.“

Ein Kapitel widmet sie dem Thema „Wir halten zusammen, ganz egal, was ist!“. Hier spricht sie jenen Kindern und Erwachsenen Mut zu, die sich aufgrund negativer Erlebnisse wegen Corona alleine fühlen.

Ich lese und schreibe gerne.

Hanna Schneider

Ihre Erfahrungen, Gefühle und Ratschläge teilt Hanna nun mit anderen. Die Texte hat sie alleine geschrieben, erzählt die Neunjährige, was ihre Mutter Annette Schneider bestätigt. „Ich lese und schreibe gerne“, sagt die künftige Viertklässlerin. Immer, wenn sie Lust dazu habe, setze sie sich an den Computer und schreibe eine Geschichte, die sie sich ausgedacht hat, nieder. „Geschichten zum Lesen und Vorlesen“, erklärt sie. Das klappe immer besser, weil: „In der 1. Klasse hatte ich es mit der Rechtschreibung noch nicht so“, sagt sie grinsend und fast entschuldigend.

Buch verschenkt an Verwandte und Bekannte

Mama Annette Schneider hat Hanna geholfen, das „Corona Handbuch“ in Form zu bringen als DinA4-Ringheft und zu vervielfältigen. Die Neunjährige hat Omas und Opas, Onkel, Tanten, Cousins und ihrer besten Freundin jeweils ein Exemplar geschenkt. Und der 94-jährigen Nachbarin. Auch für sie gilt: „Ich hoffe, mein Buch hilft dir. Aber ich glaube schon. Du schaffst das! Glaube an dich! GLG Hanna“. „GLG“ steht für „Ganz liebe Grüße“.

Ganz liebe Grüße haben zum Ende des Schuljahres die katholische und die evangelische Pfarrei Poing an alle Schüler geschickt - plus Segen für die Sommerferien. Das Ganze via Youtube.

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