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Noch bevor das marode Schulhaus (hinten) abgerissen wird, müssen die Bäume und Sträucher gefällt werden. 

Schulbaustelle Poing-Süd

Kahlschlag: 30 Bäume müssen weg

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Poing - Bevor im August mit dem Abbruch der Grundschule Karl-Sittler-Straße begonnen wird, ist schon jetzt eine  Maßnahme notwendig: In den Faschingsferien werden über 30 Bäume und Sträucher gerodet.

Der Abbruch der alten Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd beginnt in den Sommerferien – doch schon jetzt ist die erste Maßnahme notwendig. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend verkündeten Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) und Bauamtsleiterin Christine Kölbl, dass alle Bäume auf dem Grundstück und in unmittelbarer Umgebung gefällt werden müssen. Dabei handelt es sich um mehr als 30 Bäume und Sträucher. Aufgrund naturschutzrechtlicher Bestimmungen erfolgt der Kahlschlag bereits in den Faschingsferien (27. Februar bis 3. März), da Rodungen lediglich bis Ende Februar erlaubt sind, um die Brutzeit der Vögel nicht zu stören.

So manches Gemeinderatsmitglied nahm die Nachricht mit Staunen, gar leicht geschockt auf. Werner Dankesreiter (Bündnis 90/Die Grünen) fragte nach, ob denn tatsächlich jeder Baum verschwinden müsse. Ja, antwortete Hingerl. Laut Prüfung und Aussage der verantwortlichen Architekten und Planer gebe es keine andere Wahl. „Wir werden eine sehr große Baugrube bekommen“, sagte Bauamtsleiterin Kölbl im Hinblick auf die Maßnahme ab August. Hingerl ergänzte, dass man jeden Baum geprüft habe und dass das Architektenbüro die Fällung jedes einzelnen Baumes habe begründen müssen. „Wir roden nicht einfach so“, betonte der Bürgermeister. Doch bei dem Projekt handle es sich nunmal um eine Großbaustelle. Dazu gehöre auch, dass die Firmen Platz für Geräte und Maschinen benötigen. Kölbl verkündete, dass beispielsweise große Kräne aufgestellt werden müssten.

Wie berichtet, wird die alte und marode Grundschule an der Karl-Sittler-Straße durch ein neues Gebäude ersetzt – inklusive Tiefgarage. Deren Zufahrt wird direkt neben dem Rathaus (auf der Südseite) situiert, weshalb auch der Baum vor dem Büro des Bürgermeisters verschwinden wird. „Muss der wirklich weg?“, wollte Zweiter Bürgermeister Franz Langlechner (CSU) wissen. Auch hier lautete die Antwort: ja. „Mir ist bewusst, dass es sich um ein sensibles Thema handelt“, sagte Albert Hingerl. In seiner Rede beim Neujahrsempfang hatte er bereits auf den bevorstehenden Kahlschlag hingewiesen. Auch Lehrer und Schüler seien informiert, so der Bürgermeister. Sonst wäre der Schock wohl zu groß, wenn nach den Faschingsferien im Schulhof und rund ums Gebäude keine Bäume und Sträucher mehr da sind. Ein einziger Baum werde umgepflanzt, kündigte Bauamtsleiterin Kölbl an. Für diesen sei bereits ein Wurzelstock vorbereitet. Alle anderen verschwinden für immer.

Zwei Jahre wird die Großbaustelle an der Karl-Sittler-Straße dauern. Während der Bauzeit bis August 2019 werden alle Klassen der Grundschule von Poing-Süd in die neue Schule im Zauberwinkel (Poing-Nord) umquartiert. Dies gilt für die Schuljahre 2017/18 und 2018/19. Im September 2019 soll die neue Schule an der Karl-Sittler-Straße inklusive großem Veranstaltungssaal für bis zu 300 Besucher fertig sein und eröffnet werden.

Die neue Grundschule im Zauberwinkel wiederum wird heuer im September eröffnet; daneben die neuen Gebäude der beiden Kindertagesstätten, die unmittelbar südlich an die Schule angrenzen. In diese Räume werden ab September acht Sprengelklassen (mit Kindern aus den Neubaugebieten Zauber- und dem Seewinkel) untergebracht. Jene Klassen, die eigentlich den Grundstock der neuen Zauberwinkel-Schule bilden.

Die wiederum wird die ersten zwei Jahre komplett von den Klassen der Grundschule Karl-Sittler-Straße belegt. „Für die ist damit ein geschlossener Schulbetrieb möglich“, begründete der Bürgermeister die Entscheidung. Pausenhof und Freiflächen sowie Mensa werde von allen Schülern benutzt. Dieses Vorgehen sei mit den Schulleiterinnen Tanja Markefka (Karl-Sittler-Straße) und Luitgard Stephan-Wagenhäuser (Anni-Pickert-Schule) abgesprochen, die darin keine Probleme sehen, informierte Hingerl.

Ab September 2019 läuft dann alles in geordneten Bahnen: Die Kinder des Schulsprengels Poing-Süd und Angelbrechting gehen in die dann neue Schule an der Karl-Sittler-Straße, die Grundschule im Zauberwinkel wird von Kindern der dortigen Neubaugebiete Zauber- und Seewinkel besucht. Und in den Kita-Räumen sind dann ausschließlich Krippen- und Kindergartenkinder untergebracht.

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