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Grauer Himmel über dem Neubau der neuen Grundschule Karl-Sittler-Straße. Wann sie fertig wird, ist unklar. 

Grundschulneubau

Rohbaufirma und Architekt sind weg

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Neue Hiobsbotschaften beim Neubau der Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd: Der Rohbau ruht, der Architekt hat gekündigt. Wann das Gebäude fertig ist, ist unklar. 

Poing – Mit dem Begriff „Verdruss-Baustelle“, den Bürgermeister Albert Hingerl in der Bürgerversammlung am Dienstagabend verwendet hat, beschönigt er eigentlich die Situation. Der Neubau der Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd ist für die Gemeinde ein Fiasko. Schon seit vergangenem Jahr ist bekannt, dass die Baustelle ein Jahr länger dauern und über zwei Millionen Euro mehr kosten wird, als geplant (wir berichteten). Grund hierfür waren bzw. sind Schwierigkeiten mit Firmen. Schon der Rohbau habe viel später begonnen, als vereinbart, so Hingerl.

In der Bürgerversammlung musste er neue Hiobsbotschaften verkünden. Nummer eins: „Die Rohbaufirma hat im März 2019 ihre Leistung eingestellt. Die Gemeinde hat daraufhin den Vertrag am 29. März gekündigt.“ Nummer zwei: „Zum 8. April hat das Architekturbüro die Leistungen eingestellt und die außerordentliche, fristlose Kündigung ausgesprochen.“ Mit dem Büro habe es schon von Anfang an Unstimmigkeiten gegeben, weil es eine höhere Honorarstufe gefordert habe, als vorgesehen. Deshalb habe die Gemeinde einen Fachanwalt beauftragt, der laut Hingerl die Kündigung für unwirksam hält. Vermutlich wird die Angelegenheit vor Gericht landen.

In beiden Fällen ist die Gemeinde Poing nun auf der Suche nach Firmen bzw. Planern, die den Bau fortsetzen. Der Innenausbau werde wie gehabt weitergeführt, sagte Hingerl nach der Bürgerversammlung im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Rohbau ruhe momentan, derzeit würden Vergabeverfahren der noch offenen Restleistungen der Rohbauarbeiten sowie der Außenanlagenarbeiten laufen. Des Weiteren prüfe die Gemeinde in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern die Neuvergabe der offenen Architektenleistungen.

Weil in beiden Fällen noch unklar ist, wann und mit wem es weitergeht, könne er momentan nicht sagen, wann die neue Schule fertig sein und in Betrieb gehen wird, so Hingerl. Der bisherige Zeitplan habe die Fertigstellung zum 17. Januar 2020 vorgesehen. Zum Start des Schuljahres 2020/21 sollte die Grundschule Karl-Sittler-Straße, die derzeit in der Grundschule am Bergfeld untergebracht ist, zurückkehren. „Zum aktuellen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass der 17. Januar 2020 gehalten werden kann“, sagte Hingerl in der Bürgerversammlung.

Das neue Gebäude wird als dreizügige Grundschule errichtet mit Ganztagszug, Mittagsbetreuung, Mensa, Einfachturnhalle, Versammlungsstätte (mit Platz für circa 300 Personen, unter anderem für kulturelle Veranstaltungen) und Freianlagen. Im Untergeschoss wird es eine Tiefgarage mit 56 Stellplätzen geben.

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