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Wegen eines Geburtsfehlers ist Theresa Kreutz an den Rollstuhl gebunden. Ein eigenes Auto würde den Alltag und das Leben erleichtern. Ein solches können sich ihr Lebensgefährte und sie aber nicht leisten.  

Wer hilft der Poingerin (33)?

Schwerbehindert: Theresa Kreutz träumt vom eigenen Auto

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Theresa Kreutz aus Poing ist seit Kindheit auf einen Rollstuhl angewiesen. Aber damit kommt die unternehmungslustige junge Frau nicht weit. Sie träumt von einem eigenen Auto.

Poing – Mobil sein mit Behinderung? So einfach ist das nicht. Schon gar nicht, wenn man ein behinderter Mensch mit Assistenzbedarf ist. Wie Theresa Kreutz aus Poing. Die 33-jährige Bürokraft ist seit Kindestagen an den Rollstuhl gebunden, weil sie an der seltenen Krankheit Spina bifida leidet.

Kreutz ist von der Hüfte abwärts gelähmt

 Eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks; einfacher Begriff: offener Rücken. Kreutz ist von der Hüfte an abwärts gelähmt. Als Geringverdienerin kommt sie gerade noch so um die Runden, zusammen mit ihrem Lebensgefährten Michael Fertsch. Der gelernte Zierpflanzengärtner und zuletzt als Busfahrer tätige 35-Jährige lebt mit Theresa Kreutz in Poing-Süd, ein eigenes Auto können sich die beiden nicht leisten. Wenn Einkäufe anstehen, leihen sie sich von der Verwandtschaft einen Wagen, der allerdings nicht behindertengerecht ist und in den kein Rollstuhl passt. Ein solches Auto hätten Michal Fertsch und Theresa Kreutz gerne, um unabhängiger zu sein, um mal einen Ausflug machen zu können. Um mal spontan Einkaufen fahren zu können, auch wenn es regnet. „Bei Regen brauche ich nicht mit dem Rollstuhl raus, da bin ich in kurzer Zeit klitschnass“, sagt die 33-Jährige.

Sie hat sich an den bundesweit tätigen Verein Mobil mit Behinderung gewandt mit der Frage, wie sie denn an ein behindertengerechtes Auto kommen könnte. Kreutz wurde beraten, sie füllte Unterlagen aus mit denen sie beweist, dass sie bedürftig ist und sich kein eigenes Auto leisten kann. Nun hat der Verein für sie ein Spendenkonto eingerichtet (siehe Textende). Kreutz hofft zusammen mit ihrem Lebensgefährten, dass der Traum von Mobilität wahr wird.

Verein mobil sammelt nun  Geld für die Frau aus Poing

Dazu benötigen sie ein Auto, das genug Platz bietet, auch für den Rollstuhl. „Ich habe keinen zusammenklappbaren Faltrollstuhl, weil wenn ich mit einem solchen aus der S-Bahn hüpfen würde, wäre der gleich kaputt“, sagt Theresa Kreutz und lacht. Richtig gelesen, sie hat „hüpfen“ gesagt. Weil der Poinger S-Bahnhof, wie viele andere auch, nicht barrierefrei ist und zwischen Zug und Bahnsteig ein kleiner Spalt ist, muss sie mit ihrem Rollstuhl ein kleines Stück hüpfen. „Das kracht immer ganz laut und die Leute schauen verwundert“, erzählt Theresa Kreutz. Zu ihrer Arbeitsstätte in München und zurück wird sie mit einem Hol- und Bringdienst per Kleinbus gefahren. Manchmal nimmt sie aber die S-Bahn zurück, der Abwechslung halber.

Größter Traum: Ein eigenes Auto

Abwechslung, mehr rauskommen, das wollen sie und ihr Lebensgefährte. Theresa Kreutz ist trotz ihrer schweren Erkrankung und der damit einhergehenden Einschränkungen unternehmungslustig. Und mutig. „Seit ich fünf bin, sitze ich auf einem Pferd“, erzählt sie. Das ihr zwar nicht selbst gehört, sie aber trotzdem reiten darf. Eine schöne Abwechslung im ansonsten beschwerlichen Alltag. „Poing ist nicht wirklich behindertengerecht“, sagt sie und nennt als Beispiel zahlreiche zu hohe Bordsteine an den Gehwegen. „Mit dem Rollstuhl von Poing-Süd nach Poing-Nord zu kommen ist sehr anstrengend.“ Nicht nur deshalb wäre ein eigenes Auto praktisch.

Wer für ein Auto für Theresa Kreutz spenden möchte, kann dies auf folgendes Konto tun:

Mobil mit Behinderung
VR Bank Südpfalz eG
BIC: GENODE 61 SUW
IBAN:
DE 27548625000207138580
Kennwort: THERESA13269

Der Verein Mobil mit Behinderung stellt ab 100 Euro eine Spendenquittung aus.

Mit der Barrierefreiheit ist es in Poing so eine Sache. Auch die neue Bahnunterführung hat in dieser Hinsicht Defizite. 

Lesen Sie außerdem: Was sich Poings Bürgermeister Hingerl wünscht.

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