Vier Störche sitzen auf einem Baukran
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Derzeit lassen sich in Poing und Umgebung immer wieder Störche zur Rast nieder. Nicht nur auf Baukränen (unser Foto), sondern auch auf Hochspannungsmasten.

Phänomen

Immer mehr kurze Stromausfälle in Oberbayern: Schuld sind Störche

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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In Poing und Umgebung treten in diesen Tagen vermehrt Stromausfälle in Haushalten auf. Schuld daran sind Störche.

  • Stromausfälle in Oberbayern
  • Grund sind Kurzschlüsse an Strommasten
  • Verursacher sind meist Störche
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Meistens passiert es abends: das Licht flackert, Fernseher, Computer oder Radio brechen kurz ab, Stromausfall. Oftmals nur für einen ganz kurzen Moment, danach läuft alles wieder normal. Seit Tagen geht das nun schon so, berichten zahlreiche Bürger insbesondere aus Poing-Süd, dem alten Teil der 16.700-Einwohner-Gemeinde. Was ist da los? Die Antwort: Vögel, insbesondere Störche, sind schuld. Beziehungsweise deren Kotstrahl. Kein Witz.

In Oberbayern spüren wir seit diesem Jahr eine Häufung.

Bayernwerk-Sprecher Maximilian Zängl

„In Oberbayern spüren wir seit diesem Jahr eine Häufung“, sagt Maximilian Zängl. Er ist Pressesprecher des Stromversorgungsunternehmens Bayernwerk AG. Mit „Häufung“ meint er die Zahl der Stromausfälle aufgrund von größeren Vögeln wie Störchen: „Vögel machen Rast auf Strommasten. Beim Abflug sondern sie einen Kotstrahl ab.“ Wenn dieser auf einen Isolator fällt, kann er einen einpoligen Kurzschluss verursachen. Außerdem würden die Isolatoren durch den Kot verunreinigt.

Der Landesbund für Vogelschutz bestätigt: Vor allem Klapperstörche machen immer häufiger Rast auf 110-kV-Strommasten. Sollte es zu Kurzschlüssen kommen, werden diese laut Bayernwerk-Sprecher Zängl „durch das System automatisch und innerhalb von Millisekunden wieder behoben“. In jüngster Zeit habe das Bayernwerk verstärkt im Bereich der Umspannwerke Markt Schwaben, Neufinsing (Landkreis Erding) und Marienberg (Kreis Rosenheim) einpolige Kurzschlüsse festgestellt.

Störche verursachen immer mehr Stromausfälle in Bayern: Kotstrahl sorgt für Kurzschluss

Dass große Vögel zunehmend Hochspannungsmasten auch als Ansitzplatz oder gar als Nistplatz nutzen, sei nicht das Problem, so der Bayernwerk-Sprecher. „Es sind die Vögel, die auf den Masten sitzen und beim Abfliegen den Kotstrahl ablassen.“ Das tun sie generell beim Abfliegen, wie unlängst auch in Ottersberg und Poing, als mehrere Störche auf einem Baukran bzw. auf dem Glockenturm der evangelischen Christuskirche in Poing Pause machten.

„Grundsätzlich ist das Thema so alt wie das Stromnetz“, sagt Maximilian Zängl. Hier treffen sich eben Technik und Natur. Das Bayernwerk ist eigenen Angaben zufolge im ständigen und engen Austausch mit Ornithologen und Naturschutzbehörden. In Einzelfällen würden Nester versetzt. Um Verschmutzung der Isolatoren durch Kot zu verhindern, hat das Energieunternehmen einen eigenen Schutzteller entwickelt, der laut Zängl derzeit an ausgewählten Abschnitten getestet wird. Alle Maßnahmen würden im Austausch mit Ornithologen entwickelt, um sämtlichen Vogelschutzmaßnahmen gerecht zu werden.

Sicherungsmöglichkeiten für Endverbraucher

Durch einpolige Kurzschlüsse verursachte Schäden an Haushaltsgeräten seien bislang nicht bekannt, informiert der Bayernwerk-Sprecher. Spürbar könnten die kurzen Spannungseinbrüche für den Betrieb von technisch sensiblen Geräten sein. Dafür, so Zängl, gebe es für Endverbraucher technische Schutzmöglichkeiten wie das Installieren von unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlagen oder Spannungsstabilisatoren.

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