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Blick in die Turnhalle der Poinger Seerosenschule, in der derzeit Asylbewerber uintergebracht sind

Lage entspannt sich

Poinger Turnhallen werden wieder frei

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Landkreis - Derzeit kommen keine neuen Flüchtlinge in den Landkreis Ebersberg. Das Landratsamt kündigte am Dienstag an, zwei Schulturnhallen in Poing wieder den Bildungseinrichtungen und den Sportvereinen zur Verfügung zu stellen.

Gute Nachrichten für die Dominik-Brunner-Realschule, die Seerosenschule und die Sportvereine in Poing: Wegen der aktuell sehr niedrigen bundesweiten Zugangszahlen sowie der Entscheidung der Regierung von Oberbayern, zunächst bis Ende April keine weiteren Flüchtlings-Zuweisungen mehr in die Landkreise durchzuführen, steht nun fest, dass auch die Sporthallen an diesen beiden Schulen mit der Fertigstellung der Traglufthalle in Grub und dem Bezug des Arbeiterwohnheims in Poing wieder dem Schul- und Breitensport zurückgegeben werden können. Das teilte das Landratsamt am Dienstag mit.

Nach derzeitigem Planungsstand soll die Traglufthalle in Grub bis Ende Mai fertiggestellt werden. Wie lange es dann noch dauert bis Schulen und Vereine die Hallen wieder nutzen können, hängt davon ab, wie hoch ein etwaiger Sanierungsbedarf ist. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) dankte in einem Schreiben an Realschule und Förderzentrum den Schulfamilien für ihr Verständnis und die konstruktive Wegbegleitung in den vergangenen schwierigen Monaten und Jahren. „Ich hoffe, kann aber angesichts unklarer Prognosen leider nicht abschließend zusagen, dass uns eine erneute Belegung der Schulturnhallen in Zukunft erspart bleiben wird. Die derzeitige Ruhe- bzw. Atempause ist zwingend nötig, kann aber auch trügerisch sein“, so der Landrat.

Auch Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) hat der Landrat schriftlich über die neue Entwicklung informiert. Der hatte sich für die Freimachung der Turnhallen und gegen eine überproportionale Einbeziehung seiner Gemeinde in die Asylunterbringung ausgesprochen.

Nachdem seit dieser Woche die Dreifachturnhalle am Gymnasium Vaterstetten wieder für den Sport zur Verfügung steht und Ende April mit Bezug der Traglufthalle in Pliening die Zweifachturnhalle in Kirchseeon frei wird, wären dann vier von sechs Schulturnhallen wieder ihrer sportlichen Nutzung zurückgegeben. Im Rahmen dieser geplanten Umzüge sei es auch realistisch, dass die derzeit etwa 40 Bewohner der Realschulturnhalle in Ebersberg die Halle verlassen werden, so die Kreisbehörde.

 In einem zeitgleichen Schreiben an den Regierungspräsidenten erkundigt sich Niedergesäß nach Möglichkeiten, auch die Dreifachturnhalle am Gymnasium Markt Schwaben frei zu machen. Dort sind im Moment noch 250 Menschen untergebracht. Für sie stehen zeitnah im Landkreis Ebersberg noch keine Alternativen zur Verfügung. Wie den Medien zu entnehmen ist, sollen jedoch grundsätzlich alle bayerischen Schulturnhallen frei werden und die Bewohner in leerstehende Unterkünfte verlegt werden - auch landkreisübergreifend. Niedergesäß: „Wir planen weitere Unterkünfte und ich habe zudem die Gemeinden gebeten, uns hier intensiv zu unterstützen, da wir uns auf der aktuell entspannten Lage nicht ausruhen dürfen. Es werden mit Sicherheit wieder Asylbewerber in unseren Landkreis zugewiesen und wir sind daher klug beraten, uns darauf vorzubereiten, auch um eine wiederholte Fehlnutzung der Schulturnhallen zu vermeiden. Persönlich und im Sinne des Schul- und Breitensports bin ich sehr erleichtert, dass sich die Situation aktuell so entspannt hat, wenngleich dies leider kein Verdienst unserer Bundesregierung ist.“

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