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Kriegsgräber

Kritik an Kriegsgräberfürsorge

 „Unsinnige Straßensammlung“

Das langjährige Vorstandsmitglied Joseph Hellmuth vom Soldatenverein Poing kritisiert die Spendensammlungen für die Kriegsgräberfürsorge. Deutschland sei reich genug, um die Pflege der Gräber zu finanzieren. Er verstehe nicht, „warum jedes Jahr Tausende alter Männer rumlaufen müssen, um diese unsinnige Straßensammlung durchzuführen“.

Poing Joseph Hellmuth ist keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Lange Jahre war er Mitglied im Gemeinderat Poing und im Vorstand des Soldatenvereins. Dort übte er nun harsche Kritik an der bundesweiten Sammlung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräber.

Der Poinger Joseph Hellmuth kritisiert die Straßensammlung.  

Mit seiner Wortmeldung bei der Jahreshauptversammlung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Poing-Angelbrechting wandte sich Hellmuth direkt an Artur Klein, den neuen Bezirksvertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräber, der ebenfalls Gast der Versammlung war: „Ich bin froh, dass Sie da sind und mein Anliegen an die geeignete Stelle weiterleiten können“, begann Hellmuth und führte aus: „Ich kann einfach nicht verstehen, warum jedes Jahr Tausende alter Männer in Deutschland rumlaufen müssen, um diese unsinnige Straßensammlung für die Kriegsgräberfürsorge durchzuführen. Zuletzt sind gerade mal fünf Millionen Euro zusammengekommen.“ Deutschland sei reich genug, um die Betreuung und Pflege von Kriegsgräbern auch ohne Spenden finanzieren zu können, sagte Joseph Hellmuth sichtlich verärgert. Er betonte ausdrücklich, dass ihm die Pflege von Kriegsgräbern am Herzen liege.

Artur Klein zeigte Verständnis für die Kritik und versprach, diese weiterzuleiten.

Seiner Wortmeldung in der Jahreshauptversammlung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins vorausgegangen war die Mitteilung von Schriftführer Winfried Andres, dass vergangenes Jahr bei der Straßensammlung in der Gemeinde Poing rund 2700 Euro zusammengekommen waren – 900 Euro weniger als 2015. „Das lag nicht an geringerer Spendenfreudigkeit unserer Bürger“, betonte Andres, „sondern weil wir zwei Leute weniger zur Verfügung hatten.“ Manche Vereinsmitglieder, die jahrelang als Sammler unterwegs gewesen waren, mussten und müssen aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Nachwuchs gibt es nicht, eine Tatsache, die jeden Soldaten- und Kameradschaftsverein plagt. dul

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