Verkehrsinsel
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Zu klein und ohne großen Nutzen ist die Verkehrsinsel auf der Neufarner Straße in Richtung Angelbrechting. Die Gemeinde überlegt, die Insel umzubauen. 

Überlegungen zur Umgestaltung

Verkehrsinsel Neufarner Straße: Nichts Halbes und nichts Ganzes - und bringt so nichts

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die Verkehrsinsel auf der Neufarner Straße am südlichen Ortseingang von Poing bringt so gut wie gar nichts. Der Gemeinderat denkt über einen Umbau nach.

Poing – Nichts Halbes und nichts Ganzes, damit könnte man die Verkehrsinsel auf der Südseite von Poing, von Angelbrechting kommend, auf der Neufarner Straße bezeichnen. Sie bietet weder einen Übergang für Fußgänger, noch ist sie groß genug, um Autofahrer dazu zu bringen, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Was zur Folge hat, dass so mancher mit über 50 km/h in den Ort fährt. Oder, anders herum, schon vor Ortsende Gas gibt. Schließlich ist auf dem kurzen Stück zwischen Poing und Angelbrechting Tempo 100 erlaubt.

Poing: Zu schnell am Ortseingang, von Angelbrechting kommend

Egal, wie man es dreht: Leidtragende des Geschwindigkeitslärms sind die Anwohner, außerdem ist es an dieser Stelle für Fußgänger und Radfahrer gefährlich, die Straße zu überqueren. Immerhin hat es die Gemeinde Poing nach langen Diskussionen und Bitten geschafft, dass das Landratsamt Ebersberg an der Neufarner Straße auf Probe eine Fußgänger-Bedarfsampel errichtet. Ob sie dauerhaft bleibt, ist laut Bürgermeister Thomas Stark noch unklar. Er bzw. die Gemeinde wollen, dass die Ampel bleibt.

Anwohner und Fußgänger sind Leidtragende

Zurück zur Verkehrsinsel, über die in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung des Gemeinderates diskutiert wurde. Ob und wie man sie umgestalten kann, sodass Autofahrer tatsächlich abbremsen bzw. weniger Gas geben – hierfür aber müsste die Insel bzw. die Straßenverschwenkung größer sein.

„Die vorhandene Mittelinsel ist zur Geschwindigkeitsdämpfung aufgrund der baulichen Ausgestaltung ungeeignet, was ja auch die Erfahrung gezeigt hat.“: Zu diesem Fazit kommt der von der Gemeinde Poing beauftragte Planer Martin Niedenzu aus Pentling (bei Regensburg). Er stellte in der Ausschusssitzung Möglichkeiten vor, wie die Insel umgebaut werden müsste, damit sie ihren Zweck erfüllt.

Umbau würde grob geschätzt etwa 250.000 Euro kosten

Ein Umbau sei technisch machbar „und erscheint auch erfolgversprechend“, führte Niedenzu aus. Allerdings wäre die Maßnahme nur mit größerem Aufwand umsetzbar, weil die vorhandene öffentliche Grundstücksbreite sehr gering ist und der nahe gelegene Fuß-/Radweg (auf der Ostseite der Neufarner Straße) aufgrund des Höhenunterschiedes hinderlich ist. Machbar wäre es dennoch, inklusive Beleuchtung und Einrichtung eines Fußgängerübergangs auf der Insel. In der Bauausschuss-Sitzung nannte Planer Martin Niedenzu als Grobkostenschätzung einen Betrag von etwa 250.000 Euro.

Poing: Zweifel an erwünschte Wirkung

Im Laufe der Diskussion wurde schnell deutlich, dass alle Fraktionen eine Änderung der Situation an dieser Stelle begrüßen, aber zu diesem Preis? „Ich habe meine Zweifel, ob dieser Aufwand tatsächlich zu Geschwindigkeitsreduzierung führt“, sagte Franz Langlechner (CSU). Günter Scherzl (FWG) schlug eine andere Überlegung vor, wie die Geschwindigkeit zwischen Poing und Angelbrechting verringert werden könnte: Die dort erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern herabzusetzen.

Letztendlich beschloss der Ausschuss einstimmig, dass die Gemeindeverwaltung den Umbau der Verkehrsinsel weiter verfolgt und mit den zuständigen Behörden das weitere Vorgehen abklärt. Denn: Weil es sich um eine Kreisstraße (EBE 2) handelt, sind das Landratsamt Ebersberg und das Staatliche Bauamt Rosenheim zuständig – und diejenigen, die entscheiden. Das gilt für die Verkehrsinsel genauso wie für die Höchstgeschwindigkeit zwischen Poing und Angelbrechting. Und auch für die Fußgänger-Bedarfsampel, die probeweise an der Neufarner Straße aufgestellt ist, circa 200 Meter von der Verkehrsinsel entfernt.

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