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Ganz im Zeichen der Liebe stand der Samstagabend in Poing.

Lange Nacht der Liebe

Von hart bis zart: Alle Facetten der Liebe

Ein Riesenerfolg war Poings erste „Lange Nacht der Liebe“ am Samstag. An 34 Veranstaltungsorten gab‘s Ausstellungen, Lesungen, Musik und mehr zum Thema der Nacht. Inklusive Amor-Party-Bus.

Poing – Wie viele Formen von Liebe gibt es? Bei der „Langen Nacht der Liebe“ am Samstagabend Poing jedenfalls gab’s die Möglichkeit, rund 60 von ihnen kennenzulernen – an 34 unterschiedlichen Orten. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, und so konnte jede/r ganz persönliche neue Erfahrungen zum ältesten Thema der Welt sammeln.

Im Beduinenzelt im Reuterpark wurden Geschichten aus 1001 Nacht vorgelesen.

Poings Kulturreferentin Birgitta Nagel hatte seit Januar an einem umfangreichen und unterhaltsamen Programm gearbeitet (wir berichteten). Zusätzlich erhielt sie viele Anregungen und Angebote von Künstlern aller Art, die zum Thema Liebe eine ganz besondere Version haben. Und so kamen 33 feste Veranstaltungsorte zusammen, zu denen die Besucher allein, mit dem Partner oder mit Freunden flanieren konnten – oder, Station Nummer 34: sich mit dem Amor-PartyShuttlebus fahren lassen konnten. Der war von 20 bis zum Ende um 0.30 Uhr durchgehend bumsvoll, wenn an einer Station Leute ausstiegen, füllte er sich gleich wieder. Bei Liebesmusik von hart bis zart feierten aber auch viele Gäste mehrere Runden mit DJ RetroRösl im Partybus.

Musik über die Liebe gab‘s in der Café-Station (Bild) sowie in weiteren Poinger Lokalen.

Alle Veranstaltungsorte zu besuchen war unmöglich, wenngleich überall Besonderes und Einzigartiges geboten war. Im Bürgerhaus etwa lohnten gleich zwei Darbietungen zu längerem Verweilen. Im Erdgeschoss zeigte Heidemarie Kowoll-Dreyer, gelernte Porträt-Fotografin, Liebe „festgehalten und gerahmt“, in allen Facetten: Abbildungen von Bettlern oder das eitle Posing von Enkelin Magdalena vor dem Spiegel – alles unbearbeitete Motive, viele in Schwarz-Weiß, echt wie das wahre Leben.

Am Marktplatz: Straßentheater zum Thema „Liebe“.

Ein Stockwerk höher zeigte Künstlerin Natalja Herdt ihre „Liebeslandschaften“: Sie hatte zwei Paare und zehn Einzelpersonen gefunden, die bereit waren, ihre Emotionen 40 Tage lang auf Papier zu dokumentieren. Ergänzend dazu gab es eine Schwingungs-Kurve auf einem x-/y-Achsen-Modell, eine optische Darstellung, je nach Stimmungshoch in der Beziehung. Eine der Probantinnen, Lena Schmid Noerr (38) aus München: „Es war spannend und hoch emotional zugleich für mich“.

Derartige Regungen fühlte sicher auch mancher Betrachter im Bauleitungscontainer der ARGE Poing „Am Bergfeld“ an der Bergfeldstraße. Dort hatten Thomas Schächtl und ARGE-Sprecher Helmut Sloim eine besondere Idee umgesetzt: Im komplett abgedunkelten Raum, nur anfangs illuminiert durch ein rotes Licht, das durch sechs rote Plastikkübel schien, ließen sie ein Band mit Stimmen zum Thema Nummer eins ablaufen. So konnten die Besucher Liebesschwüre, Libido und Limonade gleichermaßen genießen und hatten ihren Spaß an Geschichten von Josefine Mutzenbacher und anderen Erotik-Legenden.

„Mit Liebe gemacht, für die Liebe gedacht“ lautete das Angebot der Häkel-Runde „Wollmäuse“ im Container nebenan. Die Frauen hatten allerlei delikate („Eierwärmer“) und liebenswerte Dinge aus Wolle geschaffen – verkauft wurde alles für einen karitativen Zweck. Quasi gestrickte Liebe für gelebte Nächstenliebe.

Freilich gab es auch jede Menge Liebes-Musik zu hören: in der „Café Station“, im „Poinger Herzschlog“, im Eiscafé, im „La Piazzetta“, im „Genussentdeckers Weinhäusel“, im Steakhaus, und sogar im BayWa-Markt.

Wer ausgiebig kulinarisch genießen wollte, traf sich unter anderem zum Candle-Light-Dinner in der „Poinger Einkehr“. Originell die Idee des Männer-Hobbykochclubs „Die stillen Genießer“: Wer wollte, konnte sich im Pfarrheim Rupert Mayer ein Lieblingsmenü aussuchen und markieren. Der Gewinner wird demnächst, samt Begleitung, zu diesem Essen seiner Wahl eingeladen.

Weitere Stationen der Liebestour durch Poing waren zahlreiche Bilderausstellungen in den Schulen, in der Galerie Weingeist oder in der evangelischen Christuskirche. Orientalische Liebesgeschichten waren im Beduinenzelt im Reuterpark zu hören, bei lauschigem Feuer. Wer es noch romantischer mochte, konnte sich zur Lesung von Julia Fischer aus ihrem Roman „Die Galerie der Düfte“ ins Trauzimmer der Gemeinde zurückziehen. Dort hatten Inge Schmidt und Rosi Hingerl ein besonderes Ambiente gezaubert, zum Staunen und Träumen von der Liebe.

Bis spät in die Nacht erstreckte sich das reichhaltige Programm, und manch einer ging am Ende sichtlich beschwingt nach Hause.

Friedbert Holz

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