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Abiturprüfung an der FOS/BOS Erding: Schüler aus dem Landkreis Ebersberg bzw. der Eltern müssen die Fahrtkosten auslegen und bis zu einer Höhe von 440 Euro auch selbst bezahlen. 

Fahrtkosten

Der Weg zur FOS/BOS kostet 440 Euro

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Für Schüler aus Poing betragen die Fahrtkosten zur FOS/BOS Erding rund 700 Euro im Jahr. Davon müssen Eltern 440 Euro selbst bezahlen. 

Poing – Die Fachober- und Berufsoberschule (FOS/BOS) in Erding ist beliebt im nördlichen Landkreis Ebersberg. 211 der insgesamt 922 Schülerinnen und Schüler stammen von hier. Darüber berichteten Schulleiter Jens Baumgärtel und sein Stellvertreter Max Heimbeck vor Kurzem. Letzterer nannte als einer der Gründe, dass der Landkreis Ebersberg die Fahrtkosten für die Schüler übernehme. Diese Aussage im Bericht vom 31. Januar in unserer Zeitung, in welcher Heimbeck auch von „Großzügigkeit des Landrats Robert Niedergesäß“ sprach, hat bei einigen Eltern für Erstaunen gesorgt.

Zwei Mütter aus Poing, deren Kinder die FOS/BOS Erding besuchen bzw. dort 2018 Abitur absolviert haben, berichten, dass Familien sehr wohl Fahrtkosten nach Erding bezahlen müssten. Sie weisen darauf hin, dass dies etwa 700 Euro im Jahr ausmache. Davon müsse man den sogenannten „Familienbelastungsbetrag“ in Höhe von 440 Euro selbst übernehmen, lediglich der Rest werde vom Landkreis erstattet. Die Fahrtkosten würden vom Elternhaus über das Schuljahr ausgelegt, erst nach Ende des Schuljahres könne ein Antrag auf Erstattung gestellt werden. Für viele Familien sei dieser verbleibende Betrag und wahrscheinlich auch das Prozedere mit Vorleistung eine große Belastung.

Auf Nachfrage unserer Zeitung antwortet Evelyn Schwaiger, Sprecherin des Landratsamtes Ebersberg, dass gemäß der Schülerbeförderungsverordnung und des Gesetzes über die Kostenfreiheit des Schulweges eine Beförderungspflicht lediglich bis einschließlich der Jahrgangsstufe 10 bestehe. „Ab der 11. Jahrgangsstufe besteht grundsätzlich keine Beförderungspflicht mehr“, so Schwaiger. Egal, zu welcher Schule. Die Schüler bzw. Eltern müssen die Fahrtkosten selbst tragen bzw. auslegen. Diese können am Ende eines Schuljahres zur Rückerstattung im Landratsamt eingereicht werden. „Hierzu ist die Familienbelastungsgrenze von derzeit 440 Euro zu beachten“, schreibt die Sprecherin der Kreisbehörde in ihrer Antwort. Dieser Eigenanteil sei gesetzlich festgelegt. Die Belastungsgrenze gelte pro Familie, nicht pro Kind. In bestimmten Ausnahmefällen könne das Landratsamt mehr Kosten erstatten.

FOS-/BOS-Leiter Jens Baumgärtel bestätigt dieses Verfahren und sagt, dass die Aussage seines Stellvertreters Max Heimbeck „stark vereinfacht wiedergegeben“ worden sei. Es gelte keine Sonderregelung. Nichtsdestotrotz lobt er den Landkreis Ebersberg, dass er ab 440 Euro die weiteren Kosten übernehme. Das sei nicht selbstverständlich, weil ein Landratsamt lediglich die Kosten für die nächstgelegene höhere Schule mittragen zu brauche. Ebersberg aber gestatte seinen Schülern, auch Schulen zu besuchen, die weiter entfernt sind. Damit, so Baumgärtel, hätten die Schüler mehr Wahlfreiheit. Und deshalb würden viele aus dem Landkreisnorden in die FOS/BOS Erding gehen, obwohl für einige die neue FOS/BOS in Haar vermutlich näher wäre.

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