Playmobilfiguren auf einem Stadtplan
+
Die Gemeinde Poing wächst bis 2035 weiter.

Neue Prognose

Wachstumsgemeinde Poing: 20.000 Einwohner sind realistisch

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Bis zum Jahr 2035 wird die Gemeinde Poing laut einer aktuellen Prognose um etwa 20 Prozent wachsen. Auf die von Anfang an vorgesehenen 20.000 Einwohner.

Poing – Gleich zu Beginn der Präsentation der Einwohnerprognose in der Poinger Gemeinderatssitzung sagt Heike Pethe einen bemerkenswerten Satz: „Das Gymnasium für Poing ist eine richtige Entscheidung.“ Der hierfür zuständige Kreistag hat diese Entscheidung längst getroffen, allerdings fehlen derzeit die finanziellen Mittel – außerdem ist der Bau des Gymnasiums wegen der Normenkontrollklage der Nachbargemeinde Pliening gegen die Baugebiete W7 und W8 noch in der Schwebe. Einen Zeitpunkt für den Baustart, geschweige denn für die Eröffnung, gibt es derzeit nicht.

Poing: Anstieg insbesondere im Gymnasialalter

Geplant ist ein Gymnasium für etwa 1000 Schülerinnen und Schüler, gebaut werden soll es im Lerchenwinkel (Neubaugebiet W7) nördlich der Bergfeldstraße (unweit des Seewinkel-Centers). Dass Bedarf für ein Gymnasium besteht, zeigt laut Heike Pethe die Fortschreibung der Einwohnerprognose für die Gemeinde Poing bis ins Jahr 2035. Pethe ist vom Büro für Räumliche Entwicklung aus München und hat die Prognose nun dem Gemeinderat vorgestellt. Den Berechnungen zufolge steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Gymnasialalter (10 bis 17 Jahre) von 1525 (im Jahr 2020) auf 1980 (2035). Ebenfalls nach oben geht die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Mittelschulalter (10 bis 14 Jahre) – von 1025 (2020) auf 1270 (2034).

Wachstum erstreckt sich über alle Generationen

Das Wachstum gilt gleichermaßen für Kleinkinder, Kindergartenkinder, Grundschulkinder und Erwachsene. Kein Wunder, mit den beiden noch ausstehenden Neubaugebieten W7 und W8, in denen Wohnraum für jeweils rund 2000 Menschen geschaffen wird. Das Büro für Räumliche Entwicklung geht davon aus, dass die Höchstmarke 20.000 Einwohner in den Jahren 2028 bis 2030 erreicht wird.

In der Einwohner- und Kinderbedarfsprognose für die Zeit bis zum Jahr 2035 werden zwei Varianten durchgespielt. In der oberen Variante wird ein Anstieg der Einwohner um maximal 28 Prozent (entspricht ca. 4600 Menschen) genannt – was einer Gesamtzahl von etwa 21.300 Einwohnern entsprechen würde.

Prognose mit zwei Varianten

In der zweiten, realistischen Variante wird von einem Wachstum um 21 Prozent (3540 Einwohner) ausgegangen. Derzeit sind in der Gemeinde Poing knapp 16.700 Menschen mit Haupt- und/oder Nebenwohnsitz registriert. Bedeutet (inklusive Schwankungen bei den Zu- und Wegzügen), dass die seit Beginn der Planungen für das Wachstum der Gemeinde Poing vorgesehene Endzahl tatsächlich 20.000 Einwohner betragen wird. Davon geht das Büro aus.

Das stärkste Wachstum wird für das Gymnasialalter vorausgesagt, mit einem Plus von bis zu 30 Prozent (absolut: 455 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren).

Entwicklung Kinder und Jugendliche

Krippenkinder (Alter: bis zwei Jahre)
750 (im Jahr 2030) / 547 (im Jahr 2020)

Kindergartenkinder (drei bis fünf Jahre)
810 (Jahr 2030) / 650 (Jahr 2020)

Grundschulkinder (sechs bis neun Jahre)
1065 (Jahr 2033) / 860 (Jahr 2020)

Mittelschulalter (10 bis 14 Jahre)
1270 (Jahr 2034) / 1025 (Jahr 2020)

Gymnasialalter (10 bis 17 Jahre)
1980 (Jahr 2035) / 1525 (Jahr 2020)

Anmerkung: Eine Kategorie „Realschulalter“ ist in der Prognose nicht angegeben.

Die aktuelle und nun vorgestellte Einwohner- und Kinderbedarfsprognose (so der offizielle Titel) ist für die Gemeinde und den Gemeinderat Grundlage für die Arbeit jetzt und in den nächsten Jahren. In der Zusammenfassung schreibt Heike Pethe, dass in der Gemeinde Poing eine „sehr gute Betreuungsinfrastruktur mit ausreichend Platzkapazitäten“ besteht bis 2025 für Hort und Mittagsbetreuung sowie bis 2028 für Krippe, Kindergarten und Ganztagsschule. Die Raumkapazitäten in den Grundschulen und in der Mittelschule (für sie ist die Kommune verantwortlich, der Landkreis Ebersberg ist Träger der weiterführenden Schulen sowie des Sonderpädagogische Förderzentrums) ist laut Studie ausreichend.

Außerdem heißt es im Fazit, dass bis 2035 ein „deutliches Wachstum der Zahl der Kinder und Jugendlichen in Poing“ zu erwarten sei. Nicht umsonst gilt Poing als eine der kinderreichsten und jüngsten Gemeinden in Deutschland.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare