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Sandhaufen und Spaten: Der Spatenstich wurde eher zum Sandwurf. Egal, hauptsache, die Unterführung wird jetzt gebaut.

Spatenstich Bahnunterführung

Wartezeit: 20 Jahre, Startschuss: 1 Minute

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Endlich: Am Montagnachmittag ist der offizielle Startschuss für den Bau der neuen Fuß-/Radunterführung am S-Bahnhof Poing erfolgt. Nach gut 20 Jahren Wartezeit.

Poing – Gut 20 Jahre Diskussionen und Planungen – die Anzahl der Stunden, mit denen sich Poings Verwaltung, Bürgermeister, Gemeinderat, Planer sowie die Deutsche Bahn mit dem Thema neue Bahnunterführung befasst haben, ist um ein Vielfaches größer als der Sandhaufen am Montagnachmittag. Gemessen daran war der offizielle Baubeginn ein kurzer Schnaufer: nach einer Minute war die Arbeit getan. Und ab ging es für die Beteiligten (Gemeinderatsmitglieder, Bürgermeister, Verantwortliche der Baufirma sowie Landrat Robert Niedergesäß) zum nächsten Tagesordnungspunkt: Brotzeit (auf Einladung der Gemeinde) im Wirtshaus zur Poinger Einkehr am Sportzentrum.

Die Schotterrampe links vom Bauzaun soll am Dienstag geteert werden. 

Bevor die Offiziellen zu den Spaten griffen und obligatorisch auf Kommando eine Schippe Erde in die Luft warfen, erinnerte Bürgermeister Albert Hingerl in einer kurzen Ansprache an die vergangenen 20 Jahre. Diejenigen, für die die Bahnunterführung gebaut wird, interessierte das aber gar nicht: Während Hingerl ins Mikrofon sprach, spazierten die Menschen am Bauzaun vorbei. Gerade war die 16-Uhr-S-Bahn eingefahren und hatte Poinger Pendler entlassen, zum historischen Augenblick, dem Spatenstich für die neue Bahnunterführung, blieb keiner von ihnen stehen.

So hörten lediglich ein paar Gemeinderatsmitglieder sowie Vertreter von Bahn und der beauftragten Baufirma, was der Bürgermeister sagte. Er erinnerte daran, dass auf die erste Ausschreibung hin sich kein Unternehmen gemeldet hatte. Erst, als die Gemeinde Poing die Baumaßnahme ein zweites Mal ausgeschrieben hatte, mit längerer Bauzeit, kamen drei Angebote herein. Der Gemeinderat entschied sich für das günstigste und erteilte in seiner April-Sitzung den Auftrag. Die Angebotssumme: knapp acht Millionen Euro.

Seit dem 22. Mai wird am S-Bahnhof gearbeitet, der Park-and-Ride-Platz auf der Südseite bleibt bis November 2019 gesperrt. Bis dahin soll die Unterführung fertig sein. Ob sie dann auch barrierefrei sein wird, ist noch unklar. Kurz vor der Auftragsvergabe hatte die Deutsche Bahn angekündigt, die Rampen zu den Bahnsteigen, für deren Bau sie zuständig ist, frühestens im Jahr 2020 errichten zu können – also erst nach Fertigstellung der Unterführung. Bürgermeister Hingerl will eigenen Worten zufolge alles tun, damit es nicht zu einem „Schildbürgerstreich“, wie er es nennt, kommt. Er hofft, dass die Bahn schon im Laufe der jetzigen Arbeiten die Rampen errichtet – oder, alternativ: dass die Gemeinde in Vorleistung gehen kann.

Wie wichtig Barrierefreiheit ist, zeigt ein Beispiel von den aktuellen Bauarbeiten: Die kleine Rampe auf der Nordseite des Bahnhofs, zwischen Bauzaun und Reisebüro/Nagelstudio, ist bislang lediglich mit Kies geschottert – für Rollstuhlfahrer und Kinderwagenschieber sowie für Menschen mit Rollatoren nur mit viel Anstrengung zu überwinden. Auf Nachfrage unserer Zeitung beim Spatenstich hieß es vonseiten der Bauverantwortlichen, dass die Rampe am heutigen Dienstag geteert werde.

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