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Hilft nix: Auch wenn die Tiefgarage im City Center II nur spärlich gefüllt ist, gibt‘s Strafzettel, wenn die Parkscheibe fehlt.

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Weiter Ärger um Parkplatz-Kontrolle

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Die am 1. Februar eingeführte Parkplatz-Überwachung am Poinger City Center sorgt auch sieben Monate danach für Unmut. Ohne Parkscheibe sind 30 Euro fällig. Das Wort „Abzocke“ ist weiterhin in aller Munde.

Poing – Ein Werktag in der vorletzten Woche der Sommerferien. Die Tiefgarage des City Centers II ist nicht mal halb voll, viele Parkplätze sind frei. Hannelore Hottner (Name geändert) stellt ihren Familien-Van auf einem der Plätze ab, geht zum Einkaufen. Als sie nach knapp einer Dreiviertelstunde zurückgekehrt, entdeckt sie einen länglichen gelben Zettel unter dem Scheibenwischer der Windschutzscheibe. Darauf steht: „Parkverstoß“. Hottner muss eine „30 Euro Vertragsstrafe“ bezahlen, heißt es weiter. Sie hatte keine Parkscheibe eingelegt. Als Beobachtungszeitraum ist angegeben: „11:41 - 11:53 Uhr“. Die dreifache Mutter ist empört: „Ich bin kurz nach 11.53 Uhr zum Auto gekommen. Der Kontrolleur muss mich noch gesehen haben, als ich den Wocheneinkauf in den Kofferraum geladen habe. 30 Euro für eine nicht eingelegte Parkscheibe: Das ist reine Abzocke!“

Mit riesigen Hinweisschildern wird vor den City Center-Gebäuden auf die Parküberwachung hingewiesen.

Ähnlich wie Hannelore Hottner ist es in den vergangenen Wochen und Monaten vielen Autofahrern ergangen, die vorm City Center I oder II bzw. in deren Parkgarage geparkt haben. Immer wieder ist die Rede von „Abzocke“. Auch im Rathaus sind Beschwerden eingegangen, laut Bürgermeister Albert Hingerl bislang etwa insgesamt 20 schriftlich, zusätzlich kommen wöchentlich drei bis vier telefonisch hinzu. Da es sich bei den beiden City Centern und deren Parkplätzen um Privatgelände handelt, könne die Gemeinde allerdings nichts gegen die Erhebung der Parkgebühren machen, sagt Hingerl. „Wir haben keine Handhabe, wirksam einzugreifen, obwohl wir diese Art der Parkraumbewirtschaftung nicht unterstützen.“

Aufgrund der zahlreichen Beschwerden, vor allem in der Anfangszeit, habe er sich mit der Firmenleitung des City Centers getroffen und gebeten, die Regelung aufzuheben, berichtet Hingerl. Ohne Erfolg. Der Betreiber habe die Einführung der Kontrollen mit „der hohen Anzahl an Fremdnutzern begründet“, teilt er mit. Auf Anfragen unserer Zeitung zur Parkordnung, zu den Kontrollen und zur „Vertragsstrafe“ in Höhe von 30 Euro heißt es vonseiten des Betreibers: „Zu diesem Thema geben wir generell keine Auskunft.“ Lediglich: Die 30 Euro seien Usus.

In den ersten Wochen nach der Einführung der Kontrolle gab es noch keine Straf-, sondern Hinweiszettel, mit denen auf die neue Regelung aufmerksam gemacht wurde. Seit Februar stehen große Schilder an den Parkplätzen, in der Tiefgarage sowie im Parkhaus des City Centers, die auf die Überwachung hinweisen. Und darauf, dass eine Parkscheibe mit der Ankunftszeit gut sichtbar im Auto ausgelegt sein muss. Höchstparkdauer: 90 Minuten im Freien, drei Stunden in der Parkgarage. Wer’s vergisst, dem kann es gehen wie Hannelore Hottner. Sie ist nicht nur wegen der hohen Strafe verärgert, die sie in der Tiefgarage des Centers II erhalten hat: „Poing ist eine der kinderreichsten Gemeinden in Deutschland, viele haben große Familienautos – die Tiefgarage und deren Parkplätze aber sind viel zu eng und zu schmal dafür.“ Familienfreundlich sei das alles ganz und gar nicht.

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