Ein Jugendlicher wählt.
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Bei der U18-Bundestagswahl lag in Poing die CSU vorne. Die Grünen landeten hinter der AfD.

U18-Bundestagswahl

„Weniger reden, mehr machen!“ Was sich Poinger Jugendliche von der Politik wünschen

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Bei der U18-Bundestagswahl in Poing haben Mittelschüler die CSU an die Spitze gewählt. Die AfD liegt vor den Grünen. In Gesprächen äußern Jugendliche ihre Wünsche.

Poing – Die 14-jährige Ece hat eine klare Ansage an die neue Bundesregierung und der/die Kanzler/in: „Nicht immer nur reden, sondern machen!“. Konkret nennt sie die eigene Schule sowie Schulen generell als Beispiel, wo die Digitalisierung immer noch nicht richtig funktioniere. Und weiter: „Sie müssen mehr für die Umwelt machen und viel mehr gegen Massentierhaltung.“ „Und es muss etwas gegen den Lehrermangel getan werden“, wirft Valentin (14) ein, um noch mal auf das Thema Schule zu kommen.

Poing: 145 Schülerinnen und Schüler unter 18 wählen

Die beiden sind zwei der 145 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8, 9 und 10 der Anni-Pickert-Mittelschule, die sich am Freitag bei der U18-Bundestagswahl des Kreisjugendrings Ebersberg beteiligt haben (siehe auch Artikel auf der Lokalseite 1). Im Jugendzentrum hat die Aktionsgruppe Respekt@Poing ein Wahllokal eingerichtet, Christina Tarnikas und Arzu Fil-Deliorman sowie Susanne und Erwin Knott achten darauf, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht – mit Wahlgeheimnis und Abstandsregeln. Wie im echten Wahllokal.

Forderung: Schulen besser ausstatten

In einer kleinen Umfrage unter den Achtklässlerinnen und Achtklässlern, die unsere Zeitung durchgeführt hat, fallen immer wieder die Begriffe „Schule“ und „Digitalisierung“. Leart (14) sagt: „Mir ist es wichtig, dass es in den Schulen digitaler wird.“ Ebenfalls ein Thema, über das sich einige Schüler Gedanken machen: „Die Politik muss mehr gegen Diskriminierung und Rassismus tun“, sagt die eingangs erwähnte Ece noch. Außerdem fordert die 14-Jährige, dass Frauen im Beruf den gleichen Lohn bekommen sollen wie Männer.

Kanzlerkandidaten nicht bei allen bekannt

Auf die Frage, wer für das Kanzleramt nach Angela Merkel kandidiert, geraten manche der Mittelschüler ins Stocken. Gemeinsam gelingt es ihnen doch, die Namen „Baerbock“, „Laschet“ und „Scholz“ zusammenzubringen. Die stehen freilich nicht auf den Wahlzetteln, sondern die Namen der Direktkandidatinnen und -kandidaten für den Wahlkreis Erding-Ebersberg (Erststimme) sowie sämtliche Parteien (Zweitstimme). In Poing liegt bei beiden die CSU vorne, informiert Respekt@Poing über das Ergebnis: Andreas Lenz erreicht 36,6 Prozent, dahinter folgt Magdalena Wagner (SPD) mit 21,1 Prozent. Bei den Zweitstimmen kreuzten 31,5 Prozent die CSU an, 18,2 Prozent die SPD, 13,3 Prozent die FDP, 10,5 Prozent die AFD und 7,7 Prozent die Grünen. Es folgen: Tierschutz-Partei (5,6 Prozent), Linke (3,5 Prozent) sowie Freie Wähler und NPD (beide 2,1 Prozent).

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