+
Wer auf den Parkplätzen des City Centers keine Parkscheibe eingelegt hat, muss mit einer Strafe in Höhe von 30 Euro rechnen. Betroffene können einen Antrag auf Stornierung stellen, der mal berücksichtigt wird, mal nicht.

city center

Wieder Ärger über Parkkontrolle

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Die Parkkontrolle am City Center in Poing sorgt weiter für Unmut. Wer seine Parkscheibe vergessen hat, muss 30 Euro zahlen. Manchen wird die Strafe aber erlassen, anderen nicht, wie zwei aktuelle Fälle zeigen.

Poing – Wer auf den Parkplätzen des City Centers I und II parkt und keine Parkscheibe mit der Anfangszeit eingelegt hat, dem droht eine Vertragsstrafe in Höhe von 30 Euro. Seit Beginn der Parkraumüberwachung gibt es Kritik, insbesondere an der Höhe der Summe sowie am so genannten „Beobachtungszeitraum“. Der ist auf dem Parkverstoß-Zettel, der an der Windschutzscheibe angehängt wird, ersichtlich und beträgt oftmals nur wenige Minuten.

Auf Hinweisschildern an den Parkplätzen sowie im Parkhaus des City Centers I sowie in der Tiefgarage des City Centers II wird auf die Kontrolle und die Parkscheibenpflicht hingewiesen. Dessen sind sich Betroffene bewusst. Immer wieder melden sich Bürger bei unserer Zeitung oder im Poinger Rathaus, um sich über die aus ihrer Sicht „Abzocke“ zu beschweren.

Nun wird zudem der Vorwurf von „Willkür“ laut. Wer die Vertragsstrafe nicht akzeptieren möchte, hat die Möglichkeit, ein Stornierungsformular auszufüllen. Das liegt bei Geschäften in den beiden City Centern auf und wird auf Nachfrage ausgehändigt. So hat es ein Poinger unlängst gemacht – und ihm wurde tatsächlich die 30-Euro-Strafe erlassen. Weil er mit Kassenbeleg bewiesen hat, dass er tatsächlich beim Einkaufen war.

In einem anderen Fall aber hat sich die mit der Parkraumüberwachung beauftragte Firma Park & Control PAC GmbH mit Sitz in Stuttgart nicht gemeldet. Im Gegenteil: Der Betroffene erhielt nach Ablauf der Zahlungsfrist ein Schreiben eines Inkasso-Unternehmens, demzufolge statt den 30 Euro nun 56,50 Euro fällig wären.

Seinen Namen will der Poinger nicht in der Zeitung lesen, im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet er, dass die Filialleitung des Supermarkts im City Center II, in dem er einkauft hatte, ihm immer wieder geraten habe, er solle nicht zahlen. Von der Filialleitung hatte er auch den Stornierungsbogen erhalten. Darauf aufgeklebt, als Beweis, der Kassenzettel. „Mir ist schon bewusst, dass der Fehler bei mir liegt, weil ich die Parkscheibe vergessen habe“, sagt der Mann. Dennoch habe er abwarten wollen, ob und wie die Überwachungsfirma auf die „Anfrage zur Stornierung der Vertragsstrafe“ (so heißt das Formular) reagiert. Hat sie nicht.

Im anderen Fall, der ebenfalls unserer Zeitung vorliegt, hat das Unternehmen reagiert und die Strafe aus Kulanz zurückgezogen. Dies, so heißt es in dem betreffenden Antwortschreiben, sei eine „Ausnahme und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, sowie nicht exemplarisch für ähnlich gelagerte Fälle in der Zukunft“.

Zurück zum anderen Fall: Nachdem er den Inkasso-Brief erhalten hat, hat der Poinger lieber doch gezahlt. Er spricht aber von „Willkür“ und zieht persönlich die Konsequenz: „Dort kaufe ich nicht mehr ein.“

Auch im Rathaus ist die Parkraumüberwachung immer wieder Thema, selbst im Gemeinderat. Bürgermeister Albert Hingerl hat schon mehrmals versucht, bei der Eigentümerin des City Centers zu bewirken, dass die Kontrolle wieder aufgehoben wird. Bislang ohne Erfolg, da es sich um Privatgrundstücke handelt und die Gemeinde keine Handhabe hat.

Die Betreibergesellschaft des Einkaufszentrums äußert sich zu der Parkraumüberwachung nicht. Diese sei eingeführt worden um zu verhindern, dass Dauerparker die Stellflächen, die für Einkäufe und/oder Arztbesuche vorgesehen sind, blockieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare