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Kaffee, Tee, Schokolade, Schmuck , Kleidung und mehr gibt’s im Weltladen in der Christuskirche. Vor einem Jahr hat Anneliese Faltin (li.) den Laden übernommen, zusammen mit ihrem Team (darunter Christa Germeier, re.) hat sie das Angebot erweitert.

Ein Jahr Weltladen  

Willkommen bei fairen Produkten

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Den Weltladen in der Poinger Christuskirche gibt es schon länger – dennoch hat er jetzt seinen 1. Geburtstag gefeiert. Weil er seit einem Jahr ein größeres Angebot und verschiedene Aktionen anbietet.

Poing – Anneliese Faltin ist gebürtige Chilenin und mit dem Fair-Trade-Gedanken aufgewachsen: Ihre Mutter hat vor genau 45 Jahren „El Puente“ mitgegründet. Das Unternehmen ist neben „Gepa“ einer der größten Importeure von Produkten des Fairen Handels. Das war in Hildesheim, seit 21 Jahren lebt Anneliese Faltin in Poing. Die Übersetzerin war in ihrer Freizeit schon immer in Sachen Fair Trade aktiv und unterwegs, vor einem Jahr hat sie den Weltladen in der evangelischen Christuskirche übernommen. Die vormalige Leiterin Christa Müller hatte eine Nachfolge gesucht.

„Ich wollte den Laden ein bisserl aufpeppen“, sagt Faltin heute. Das ist ihr gelungen: Das Angebot ist größer und breiter. Weil ihre Vorgängerin auch Patenschaftsbeauftragte von Poings evangelischer Gemeinde für ein Dorf in Tansania ist, gab es bis vor einem Jahr hauptsächlich Produkte aus diesem westafrikanischen Land. Jetzt stehen in den Regalen auch Waren aus anderen Ländern – beispielsweise Chile. Wie Schmuckstücke, die aus Recycling-Glas hergestellt sind. Besonders schön: kleine Kreuze als Anhänger für eine Halskette. Daneben steht ein Schildchen mit einem Smiley: „Jeder nur ein Kreuz“ heißt es da. Bezogen auf den Monty-Python-Kultfilm „Das Leben des Brian“.

Anneliese Faltin ist eine fröhliche Frau, die nicht nur Spaß mit dem Weltladen hat, sondern der es insbesondere gefällt, dass die Kunden-Resonanz in den vergangenen Monaten stetig größer geworden ist. Das wiederum kommt den Produzenten in den verschiedenen afrikanischen und südamerikanischen Ländern zugute. „Gute Arbeit muss entsprechend entlohnt werden – egal, wo auf der Welt“, betont die 48-Jährige.

Ein Leckerbissen im wahrsten Sinne des Wortes ist Schokolade, die von dem kleinen Münchner Start-up-Unternehmen „fairafrica“ aus Ghana importiert wird. „Ein unglaublicher Schokoladengenuss“, schwärmt Faltin. Recht hat sie.

Für Interessierte bietet sie mit ihrem Team (Sjaan Arnsfeld, „Schlupsi“ Beer, Manfred und Maria Huber, Christa Germeier) zusätzlich immer wieder Aktionen an. Beispielsweise hat der Poinger Hobbyimker Manfred Huber über seine Arbeit berichtet – sein Honig ist im Weltladen erhältlich. Eine Erdbeer-Verköstigung gab es auch schon. Als nächstes plant Faltin, faire Produkte und den Handel in Kindergärten und Schulen vorzustellen.

Die Poingerin möchte mit dem Weltladen „weg vom Mainstream“ und stattdessen kleine Marken unterstützen. Gegen Fair Trade im Supermarkt hat sie gar nichts einzuwenden, im Gegenteil: „Ich finde es gut, dass Aldi und Co. mittlerweile Gepa-Produkte ins Sortiment aufgenommen haben.“ Egal, ob bei ihr im kleinen Laden oder im großen Discounter: „Faire Produkte schmecken mittlerweile auch“, sagt Anneliese Faltin, zwinkert mit einem Auge und lächelt: „Das hat nichts mehr mit dem Nicaragua-Kaffee in den 1980er-Jahren zu tun.“

Öffnungszeiten

Mittwoch von 17.30 bis 19 Uhr und sonntags nach dem Gottesdienst. In den Schulferien ist der Weltladen geschlossen.

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