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Musik verbindet: Unter der Leitung von Jean-Francois Drozak haben zehn Jugendliche aus fünf Ländern gezeigt, was „Willkommenskultur“ bedeutet.

Integrationsprojekt

Willkommen in Poing!

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Poing - Das Landesjugendwerk Bayern hat in Poing ein einmaliges Projekt gestartet. Am Ende soll ein „Willkommens-Wapperl“ entstehen, das sich jeder aufs Auto, auf die Tür, ans Geschäft kleben kann.

Den Auftakt für das Projekt „Willkommenskultur“, welches das Landesjugendwerk Bayern in Poing durchführt, machte am Freitag ein Theaterstück in der Aula der Dominik-Brunner-Realschule. Zehn Jugendliche aus fünf Ländern spielten Szenen zum Thema. Zehn Jugendliche, die beweisen, dass Menschen unabhängig von Herkunft und Hautfarbe gemeinsam etwas Tolles auf die Beine stellen können. Und dabei Spaß haben. Szenen aus dem Alltag, in denen auf den ersten Blick zwar Unterschiede zwischen den verschiedenen Jugendlichen zu erkennen sind, am Ende aber klar ist: Jeder will im Prinzip das gleiche. Fair und freundlich behandelt werden, zum Beispiel. Freundschaften schließen. Verständnis für seine Situation bekommen. Egal, ob die Jugendlichen aus Deutschland, Spanien, Somalia, Türkei oder Eritrea stammen.

Aus diesen fünf Ländern sind die zehn Schauspieler, die sich unter der Leitung von Jean-Francois Drozak in der vergangenen Woche in Poing aufgemacht haben, um Menschen und Situationen zu finden, bei denen „Willkommenskultur“ wichtig ist. Dies haben die zehn Jugendlichen am Freitag in der Aula der Dominik-Brunner-Realschule szenisch umgesetzt.

Beispielsweise waren sie beim Poinger Catering-Unternehmen „Köstlich & Co.“, dessen Chefs Jenny und Florian Fischer 50 Mitarbeiter aus zwölf Ländern beschäftigen. Sie kochen täglich 3000 Essen, unter anderem für Kindertagesstätten und Kantinen, berichtete Drozak während des Theaterstücks. Dies gelinge nur mit einem guten Miteinander.

Ein solches haben auch die zehn Schauspieler auf der Bühne bewiesen: Max, Katharina und Jana von der Realschule; Kathrin und Noelle von der Anni-Pickert-Mittelschule; Bonkey, Eva und Yekta von den Übergangsklassen der Mittelschule Markt Schwaben; sowie Simon und Faarah, zwei minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge, die in der Wohngruppe Johannesheim Holzolling leben, das zum Berufsbildungswerk St. Zeno Kirchseeon gehört.

Eine weitere Szene spielt im Alltag einer Jugendlichen. Sie hat zum großen Erstaunen ihrer Freundinnen zur Geburtstagsparty ein minderjähriges, unbegleitetes Flüchtlingsmädchen und dessen Betreuerin eingeladen, um gemeinsam zu kochen. Aktionen wie diese seien eine gute Grundlage für die Begegnung zwischen Einheimischen und Immigranten, sagt Jean-Francois Drozak.

Fairness, Gerechtigkeit, Sachlichkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Menschlichkeit, Freundschaft und das Verständnis für andere Kulturen – das alles gehört laut Projektleiter zur „Willkommenskultur“.

Bei einer Bürgermeister-Tagung in Nürnberg, bei der Drozak im Auftrag des Landesjugendwerks dabei war, seien viele Teilnehmer positiv überrascht gewesen von einem Positionspapier, das Poings Gemeinderatsmitglied Omid Atai präsentiert hatte. Ein vom Gemeinderat und Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Asyl-Helferkreis erarbeitetes Konzept, wie Poing mit Asylbewerbern umgeht und sie integriert. Zahlreiche Bürgermeister haben das Konzept mit in ihre Gemeinden und Städte genommen, erzählt Drozak.

Weil Poing eine Art Vorreiterrolle einnimmt, sei es die Idee des Landesjugendwerkes Bayern gewesen, hier ein bislang einzigartiges Projekt zu starten: das „Werte-Wapperl“. Ein Zeichen, ein Aufkleber, den sich jeder ans Auto, an die Haus- bzw. Geschäftstür kleben kann und damit seine Bereitschaft zur „Willkommenskultur“ zeigt.

Nach dem Auftakt mit der Theatervorführung in der Dominik-Brunner-Realschule soll im nächsten Schritt Form und Inhalt des „Wapperl“ erarbeitet werden – zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus Poing bzw. aus aller Herren Länder, die hier in der Gemeinde leben.

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