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Wohlfühl-Laufstall: Erst Party-Ort für Menschen, jetzt Zuhause für Rinder

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Von: Armin Rösl

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Laufstall für Rinder
Michael Schimpf jun. im Stall, das sein Abschlussprojekt in der Ausbildung war. © Johannes Dziemballa

Kein Witz: Vor gut sechs Wochen haben hier Menschen eine große „Laufstall-Party“ gefeiert - jetzt ist der Neubau ein Wohlfühlstall für Rinder. Das Amt für Landwirtschaft lobt das Projekt.

Angelbrechting – Vor sechs Wochen war hier noch Disco, jetzt genießen Rinder jeder Größe und jeden Alters den großzügigen Stall am Nordrand von Angelbrechting (Gemeinde Poing): In nicht einmal einem Jahr Bauzeit hat die Landwirtsfamilie Schimpf am Feldweg einen neuen Bullenstall gebaut. Einen sogenannten „Wohlfühlstall“ – einen großen, luftigen eingestreuten Laufstall für Rinder. Bevor die ihren Umzug aus dem alten Stall antraten, veranstaltete der Burschenverein Poing-Angelbrechting dort noch eine „Laufstall-Party“ – für Menschen.

Zeitgleich mit der Verleihung des Bayerischen Tierwohlpreises, den Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Donnerstag an drei Landwirte in Bayern vergeben hat, hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ebersberg-Erding einen Pressetermin in Angelbrechting veranstaltet. Um aus der Region ein weiteres Beispiel zu zeigen, wie Landwirten das Tierwohl immer wichtiger werde und was sie dafür tun.

Lob vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung

Michael Schimpf jun. führte am Ende seiner Ausbildung zum Agrartechniker den Neubau des Stalls als Abschlussprojekt durch, erzählt er. Am Donnerstag steht er in „seinem“ Stall, zusammen mit Vater Michael sen. und Mutter Katharina, und erläutert Konzept, Planung und Umsetzung. Seit 20. Juli ist etwa die Hälfte der Mastbullen in den neuen Stall umgezogen, etwa 50. Die restlichen folgen in den nächsten Tagen und Wochen. Raus aus dem alten, engen Stall mit Spaltenboden rüber in den weiträumigen, stets durchlüfteten Stall am Ortsrand. Der mit viel Holz aus eigenem Wald der Familie Schimpf gebaut worden ist. Das Futter stammt größtenteils aus eigener Herstellung, der Mist aus dem Stall wird auf die eigenen Felder ausgebracht. So geht Nachhaltigkeit – auch deshalb nennen Jessica Becker und Irmgard Reischl vom AELF den Neubau einen „Vorzeigestall“.

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Hauptsächlich bayerisches Fleckvieh und Fleischrinder sind dort zuhause. Michael Schimpf jun. absolviert derzeit eine Metzgerlehre, auch, um die Direktvermarktung des Rindfleisches zu intensivieren, die der Schimpf-Hof in Angelbrechting schon seit Jahren anbietet.

Wohlfühlstall für Rinder
Viel Platz, viel Luft, viel Tageslicht. © Johannes Dziemballa

Apropos anbieten: Jessica Becker macht beim Pressetermin darauf aufmerksam, dass das AELF für Landwirte für Informationen und Beratungen aller Art zur Verfügung steht. Beispielsweise bei der Frage, einen Stall neu oder einen alten umzubauen. Oder bei den Themen Tierwohl und ökologische Landwirtschaft. Bei der Frage, welche staatlichen Fördermöglichkeiten es für einzelne Vorhaben gibt, sei das AELF ebenfalls der richtige Ansprechpartner. Auch die Familie Schimpf zog das AELF zu Rate, mit dem Ergebnis: Die Schimpfs haben keine Fördergelder abgerufen. Das, so berichtet Michael Schimpf jun., sei die Empfehlung des Amtes gewesen. Denn um Fördermittel zu erhalten, hätten sowohl die Gebäudemaße als auch der Betriebsablauf im Stall anders gestaltet werden müssen als geplant – und wäre für diesen Standort nicht umsetzbar gewesen.

Der nächste Schritt sei nun der Bau eines Auslaufs für die Rinder. Auch wenn sich die Tiere „hier drin so wohl fühlen wie draußen“, wie Michael Schimpf sen. sagt, sollen sie auch diese Möglichkeit bekommen.

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