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Wölfe im Rudel.
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Bei den Führungen wird erläutert, wie und warum die Hierarchie im Wolfsrudel funktioniert.

Pädagogische Führungen

Von Wölfen und Co. lernen: Perspektivwechsel im Wildpark Poing

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Kindergeburtstag, Firmenevent, Hochzeit: Die Akademie für Zoo- und Wildtierschutz bietet für jeden Anlass pädagogische Führungen an. Von Wölfen und Co. fürs Leben lernen.

  • Akademie für Zoo- und Wildschutz bietet das ganze Jahr über Führungen an
  • Von Kindergeburtstag über Firmenevents bis zur Hochzeit
  • Von Wölfen lernen - auch für den Beruf

„Lautlose Jäger der Nacht“. „Wolf, Bär und Luchs – gefährliche Tiere vor unserer Haustür?“. „Jungtiere und ihre Familien“. „Tierforscher-Expedition“. „Partnerwahl im Tierreich“. „Sozialstrukturen der heimischen Tiere – jede Gruppe braucht Führung“. Das ist eine Auswahl der Führungen, die der Verein Akademie für Zoo- und Wildtierschutz das ganze Jahr über im Wildpark Poing anbietet. Kindergeburtstag, Firmenveranstaltung, Hochzeit, Seniorentreffen: für jeden und für jeden Anlass erläutert Susanne Schimpf heimische Tiere und deren Lebens- und Verhaltensweisen.

Wildpark Poing: Zoopädagogische Führungen

„Viele kennen Löwen, Elefanten und andere Tiere aus aller Welt, aber nur wenige die heimischen Tiere“, sagt die 52-Jährige. Ihre Arbeit ist ihre Leidenschaft: Sie möchte Menschen den Perspektiv-wechsel ermöglichen, damit sie sich in das Leben und Denken von Tieren einfühlen können. Heimischen Tieren. Erst vor Kurzem seien 15 Anwälte einer Kanzlei da gewesen, von denen keiner den Unterschied zwischen Rehwild und Rotwild kannte. „Reh und Rehbock sind Rehwild, Hirsch und Hirschkuh Rotwild“, erklärt Susanne Schimpf.

Zoopädagogin Susanne Schimpf

Meistens sind es Kinder, die die Zoopädagogin und ihre Kollegin Antonia Hingerle (Tierärztin und ebenfalls Zoopädagogin) durch den Wildpark führen. Etwa zweieinhalb Stunden dauert der Rundgang, der Spiele und Aktionen wie Blasrohrschießen und Spuren entdecken beinhaltet. „Kinder sollen sich in die Waldtiere reinspüren“, sagt Schimpf. Zum Beispiel, indem sie mit den Kindern eine Wolfsjagd nachspielt.

Wenn man eine Hierarchie anerkennt, hat man es viel leichter.

Zoopädagogin Susanne Schimpf

Mit Erwachsenen führt sie Interaktionsübungen durch, wenn es um das Gruppenverhalten geht. Bei „Sozialstrukturen der heimischen Tiere – jede Gruppe braucht eine Führung“ erklärt sie unterschiedliche Hierarchien und Verhaltensweisen. Am Beispiel des Wolfsrudels, warum es wichtig ist, seinen Platz in der Gruppe zu finden und zu akzeptieren. „Wenn man eine Hierarchie anerkennt, hat man es viel leichter“, sagt Schimpf. Am Beispiel der Wildschweinrotte erläutert sie, dass diese stets von einer Frau, einer Bache, geführt wird. „Anders als einzelgängerisch lebende Arten brauchen die Teamplayer innerartliche Kommunikation und verbindliche Regeln, die das Zusammenleben ermöglichen“, heißt es in der Beschreibung zur entsprechenden Tour.

Seit mehr als 20 Jahren ist Susanne Schimpf als Zoopädagogin tätig. Zu Beginn im Zoo ihrer Geburtsstadt Köln, von 1998 bis 2011 im Münchner Tierpark Hellabrunn, seit 2014 im Wildpark Poing. Unterstützt wird sie von Antonia Hingerle, die 15 Jahre in Hellabrunn war. Beide sind Botschafterinnen der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz. Der Wildpark Poing ist mit über 70 Tierarten der artenreichste in Deutschland. Zoos in dieser Größe sind gesetzlich verpflichtet, Pädagogik bzw. pädagogische Führungen anzubieten, erläutert Susanne Schimpf. „Damit der Tierpark möglichst großen Mehrwert generiert.“

Führungen mit verschiedenen Themen

„Wolf, Bär und Luchs – gefährliche Tiere vor unserer Haustür?“: Schimpf beantwortet die Frage mit „nein“ und erzählt von ihrem Lieblingstier im Wildpark, dem Wolf. „Der hat seit jeher das Attribut ,böse’. Er ist es aber gar nicht.“ Das Märchen vom bösen Wolf habe Generationen geprägt und werde es weiterhin tun. Nichts zu machen. Susanne Schimpf versucht es dennoch, weil es wichtig sei, Vorurteile abzubauen. Dies gelinge, in dem der Mensch den Perspektiv-Wechsel wagt. Egal, ob Kind oder Erwachsener, egal welchen Geschlechts, egal, welcher Gesinnung.

Überraschung: Transvestitenhochzeit

Eine der ersten Führungen, die Schimpf im Wildpark Poing vor etwa sechs Jahren gemacht hat, war eine Tour mit einer Hochzeitsgesellschaft. Das Brautpaar hatte sie für nach der standesamtlichen Trauung gebucht. Inklusive anschließender kleiner Feier mit Hochzeitstorte auf dem Picknickareal des Wildparks. Es war eine Transvestitenhochzeit.

Wegen mehrere Baustellen in Poing führt der Weg zum Wildpark mit Auto und Bus derzeit über eine Umleitung.

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