Nikolaus Schnelltest Armin Rösl
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Vor seinem Auftritt musste der Nikolaus erst einmal zum Corona-Schnelltest.

Ganz neues Programm wegen Corona

Statt Hausbesuch: Poinger Nikolaus empfängt 50 Familien in der Kirche

Der Besuch vom Nikolaus ist ausgefallen. Stattdessen sind am Wochenende in Poing Familien in die Kirchen gegangen. Dort gab es Ansprachen und Geschenke vom Heiligen Mann für die Kinder - alles ganz coronagerecht.

  • Corona zwingt zum Umdenken
  • Poinger Nikoläuse machen Schnelltest
  • Kinder kommen samt Familien in die Kirchen

Poing – Zuerst kam ihm beim Joggen ein Kinderreim in den Sinn, und dann, ganz plötzlich, die zündende Idee dazu: Basierend auf dem bekannten Auszähl-Slogan „Das ist das Haus vom Nikolaus“ könnten doch zu Corona-Zeiten die Familien zum heiligen Mann mit dem Rauschebart in „sein“ Haus kommen, die Kirche, und nicht er in die Wohnungen – der aktuellen Vorsicht wegen. Gedacht und prompt umgesetzt: So konnten Armin Rösl und Dominik Junga in der St-Michael-Gemeinde fast 50 Familien mit ihren Kindern ein besonderes Nikolaus-Erlebnis bescheren.

Konzentriert folgten die Kinder der Ansprache. des Heiligen Mannes. Danach verteilte der Nikolaus die Geschenke.

Er habe schon in den vergangenen neun Jahren den Nikolaus gespielt, stilecht mit langem Mantel, wuschigem Haarwuchs im Gesicht, einer Bischofsmütze auf dem Kopf und einem langen Stab in der Hand. Doch heuer folgte Armin Rösl seiner spontanen Idee beim Sport, lud Familien aus dem Ort in die Rupert-Mayer-Kirche an der Gruber Straße ein. Sein Kollege Dominik Junga betreute zeitgleich weitere Familien in der St. Michaels-Kirche im alten Poinger Ortsteil.

„Ich habe selbst drei Kinder und immer viel Spaß an der Nikolaus-Tradition“, erzählt Rösl, der sich das Jahr über auch in der Stiftung Regentropfen engagiert. Die unterstützt Jugendliche in Ghana, sorgt dort pro Kind für eine warme Mahlzeit am Tag und für gute schulische Bildung. So entstand zusammen mit Pfarrer Philipp Werner die Idee, die beiden Gotteshäuser als temporären Standort für den Nikolaus zu nutzen.

„Nachdem bekannt war, dass wir diese Aktion starten, kamen auch schon Emails von den Eltern, in denen sie uns Lob und Tadel über ihre Kinder sandten. Und sie brachten uns vor dem Termin in den beiden Kirchen auch die jeweiligen Geschenke für ihre Kinder vorbei“.

Corona-Schnelltest sorgt für Sicherheit

Damit auch aus gesundheitlicher Sicht nichts schief gehen konnte, unterzogen sich die beiden Nikoläuse auf Zeit im Pfarrheim einem Corona-Schnelltest. Dazu hatte Gabriele Rohe, eine Arbeits-Medizinerin aus Poing, sich eigens eine komplette Schutzmontur übergezogen und entnahm je einen Rachenabstrich, dessen Ergebnis sich in beiden Fällen als negativ herausstellte.

Jetzt konnten Rösl und Junga guten Gewissens loslegen. „Mal schauen, wie diese ungewöhnliche Nikolaus-Aktion bei den Kindern ankommt“, war sich Armin Rösl vor dem Eintreffen der ersten Familie noch etwas unsicher. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass durch die Situation in der Kirche die Kinder etwas ruhiger sind als zuhause in ihrer gewohnten Umgebung. Das wäre gar nicht schlecht, denn bei meinen früheren Nikolaus-Haus-Besuchen habe ich auch schon erlebt, dass die Kleinen während meines Auftritts auf dem Sofa herum hüpften und nicht wirklich bei der Sache waren.“

Erst ein Gedicht, dann die Ansprache und zuletzt die Geschenke aus dem großen Sack

Diesmal, das zeigte sich schon bei der ersten Familie, überwog aber die Konzentration. Etwas zaghaft kamen die Kinder zum Nikolaus, so wie der neunjährige Luca, der mit seinem Bruder Leonardo (6) und Schwesterchen Valentina (1) nach vorne trat. Nach einem launigen Einstiegsgedicht, das Armin Rösl eigens verfasst hatte, verlas er die positiven Eigenschaften der Kinder und ermunterte sie auch, an ihren jeweiligen Defiziten weiter zu arbeiten.

Dann endlich gab’s die sehnlich erwarteten Geschenke aus dem großen Sack, ein gemeinsames Foto mit dem Nikolaus – und schon wartete die nächste Familie auf ein ungewöhnliches Traditions-Treffen. Rösls Idee war übrigens so zündend, dass nicht nur einige Rundfunksender bei ihm anriefen und ihn wegen der Nikolaus-Idee in Corona-Zeiten anriefen. Am Wochenende trafen auch zwei Fernseh-Teams in Poing ein, um das ungewöhnliche Geschehen im Bild fest zu halten.

Friedbert Holz

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